Critical Loads - Ökologische Belastungsgrenzen
Stickstoffeinträge im Visier
(16. September 2008) – Das Umweltbundesamt hat in einer Studie ökologische Belastungsgrenzen für Luftschadstoffeinträge, die zu Versauerung oder Überdüngung führen, neu berechnet. Die Ergebnisse zeigen: Im Jahr 2010 werden die Critical Loads für versauernde Stickstoff- und Schwefeleinträge auf weniger als ein Prozent der österreichischen Waldfläche überschritten werden. Die Critical Loads für Stickstoffeinträge, die zu Überdüngung führen, werden auf bis zu 94 % der nationalen naturnahen Ökosystemfläche, die sich z. B. aus Wäldern, natürlichen Grünflächen und Mooren zusammensetzt, überschritten werden.
Critical Loads sind definiert als ökologische Belastungsgrenze für den Eintrag von Luftschadstoffen in ein Ökosystem. Mit Hilfe von Modellrechnungen, die auf europaweiten Emissionsszenarien und atmosphärischen Ausbreitungsrechnungen beruhen, kann der tatsächliche Schadstoffeintrag den ökologischen Belastungsgrenzen gegenübergestellt werden. Langfristig treten keine negativen Auswirkungen für das Ökosystem ein, wenn diese Belastungsgrenzen nicht überschritten werden. Critical Loads für versauernde Schwefel- und Stickstoffeinträge sowie für eutrophierende Stickstoffeinträge, die zu Überdüngung führen, werden in Österreich vom Umweltbundesamt in regelmäßigen Abständen berechnet und an ein internationales Datenzentrum übermittelt.
Die Ergebnisse für versauernde Schadstoffeinträge zeigen, dass ‚Saurer Regen’ inzwischen praktisch keine Gefährdung mehr für Ökosysteme in Österreich darstellt. Dies ist vor allem eine Folge weit reichender Reduktionen der Freisetzung von Schwefeldioxid.
Eutrophierende Stickstoffeinträge
Die Ergebnisse hinsichtlich Eutrophierung zeigen, dass weit reichende Reduktionen der Freisetzung von Ammoniak und Stickoxiden in Österreich und in Europa unumgänglich sind.
Stickstoffhaltige Luftschadstoffe wie Stickoxide (NOx) und Ammoniak (NH3) sind Teil des Stickstoffkreislaufs in der Natur. Hohe Emissionen dieser Luftschadstoffe intensivieren den Umsatz von Stickstoff und können so zu Umweltproblemen wie Verlust von Biodiversität beitragen, aber auch zur Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit durch die begünstigte Bildung von bodennahem Ozon oder sekundären Aerosolen, die Teil des Feinstaubs sind.
Stickstoffhaltige Luftschadstoffe werden über verschiedene Pfade (Regen, trockene Deposition) in Ökosysteme eingetragen. Unter anderem können Pflanzen und Tiere, die von dem erhöhten Stickstoffangebot profitieren, langfristig solche Arten, die an Stickstoffmangel angepasst sind verdrängen. Ein Verlust von sensiblen Ökosystemen und Artenvielfalt ist die Folge. Zu diesen empfindlichen Ökosystemen zählen z. B. Waldgesellschaften, artenreiche Magerwiesen und Trockenrasen, Moore, Heidelandschaften und nährstoffarme Stillgewässer.
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