EU-15 trotz unterschiedlicher Leistungen erfolgreich auf Kyoto-Kurs
Press release
Die EU-15-Staaten dürften ihr gemeinsames Ziel einer Verringerung der Treibhausgasemissionen um 8 % im Zeitraum 2008 – 2012 erreichen. Ein Teil dieser Reduzierung werde mit Emissionsminderungsprojekten erzielt, die EU-Staaten in anderen Ländern finanzieren, heißt es in einem neuen Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA).
In dem Bericht "Greenhouse gas emission trends and projections in Europe 2008" (Treibhausgasemissionen in Europa 2008 — Trends und Hochrechnungen) werden Emissionsdaten aus dem Zeitraum 1990 – 2006 ausgewertet. Zudem wirft der Bericht einen Blick auf die Hochrechnungen zu den künftigen Treibhausgasemissionen im Verpflichtungszeitraum des Kyoto-Protokolls (2008-2012).
Die Hochrechnungen der Mitgliedstaaten für den Zeitraum des Kyoto-Protokolls deuten insgesamt darauf hin, dass die EU-15 ihre Emissionen gegenüber dem Basisjahr um mehr als 11 % senken könnten. Erreicht werden könnte dies durch eine Kombination aus (bereits angelaufenen und geplanten) innerstaatlichen Politiken und Maßnahmen, der Nutzung von Kohlenstoffsenken und Emissionsgutschriften von Ländern außerhalb der EU.
"Die Leistungen der EU-15-Mitgliedstaaten bei der Emissionsminderung sind nach wie vor unterschiedlich. Einige Mitgliedstaaten unternehmen immer noch nicht genug, um ihr Kyoto-Ziel zu erreichen. Berücksichtigt man jedoch die erwarteten außerordentlichen Leistungen anderer Mitgliedstaaten, dürften die EU-15 insgesamt ihre Kyoto-Verpflichtungen erfüllen", erklärt Professor Jacqueline McGlade, Exekutivdirektorin der Europäischen Umweltagentur. "Zudem sähe die Situation für einige Mitgliedstaaten besser aus, wenn sie in ihren Hochrechnungen die Emissionssenkungen, die ihre Industrie im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems leisten muss, in vollem Umfang berücksichtigten."
Der Bericht enthält ferner eine langfristige Prognose der Emissionssituation in Europa. Selbst wenn die Emissionen bis 2020 in den EU-27 weiter sinken werden, wird das Ziel einer Verringerung um 20 % gegenüber 1990, zu dem sich die europäischen Staats- und Regierungschefs 2007 verpflichtet haben, nicht erreicht werden können, es sei denn, es werden zusätzliche Maßnahmen umgesetzt, wie etwa das von der Europäischen Kommission im Januar 2008 vorgeschlagene Energie- und Klimaschutzpaket.
Die Daten zeigen, dass die 15 EU-Mitgliedstaaten, die im Rahmen des Kyoto-Protokolls ein gemeinsames Ziel vereinbart haben (EU-15), zwischen dem Basisjahr und 2006 eine Verringerung ihrer Treibhausgase um 2,7 % erreicht haben. Mit den bisherigen Politiken und Maßnahmen der EU-15 werden die Emissionen zwischen 2006 und 2020 voraussichtlich nur auf ein Durchschnittsniveau von 3,6 % unter das Niveau der Basisjahremissionen gesenkt werden können, d. h. diese Politiken und Maßnahmen werden nicht ausreichen, um das Kyoto-Ziel zu erreichen. Wenn die in zehn Mitgliedstaaten geplanten zusätzlichen Maßnahmen im vorgesehenen Zeitrahmen umgesetzt werden, könnte eine weitere Verringerung von 3,3 % erreicht werden. Die Auswirkungen des EU-Emissionshandelssystems sind nicht in allen Hochrechnungen der Mitgliedstaaten in vollem Umfang berücksichtigt.
Die meisten EU-15-Mitgliedstaaten beabsichtigen, um ihr Kyoto-Ziel zu erreichen, die Nutzung von Kohlenstoffsenken, etwa durch die Anpflanzung von Wäldern zur Absorbierung von Kohlendioxid. Die CO2-Verringerung, die zwischen 2008 und 2012 jährlich insgesamt erreicht werden kann, ist relativ gering (1,4 % gegenüber 1990), wenngleich etwas höher als aus den Hochrechnungen aus dem Jahr 2007 hervorgeht.
Zehn EU-15-Mitgliedstaaten haben geplant, die Kyoto-Mechanismen (siehe „Hinweise für die Redaktion“) zu nutzen, um ihre Ziele zu erreichen. Dadurch ist eine Emissionsminderung von weiteren 3,0 % zu erwarten.
Der EUA-Bericht geht auf die Situation der Staaten ein, die erhebliche Emissionssenkungen in einem begrenzten Zeitrahmen (2006 – 2010) durch Politiken und Maßnahmen, die noch nicht umgesetzt wurden, zugesagt haben. Zudem müssen Staaten, die erhebliche Emissionssenkungen ab 2006 vorsehen, um ihr Ziel bis 2010 zu erreichen, ihre Anstrengungen fortsetzen und die Emissionen bis 2012 weiter verringern. Letztendlich werden einige Mitgliedstaaten die Kyoto-Mechanismen möglicherweise intensiver nutzen als bisher geplant.
Das EU-15-Kyoto-Gesamtziel von -8 % entspricht den differenzierten Emissionszielen für die einzelnen Mitgliedstaaten. 2006 haben vier EU-15-Mitgliedstaaten (Frankreich, Griechenland, Schweden und das Vereinigte Königreich) bereits ein Emissionsniveau erreicht, das unter ihrem Kyoto-Ziel liegt. Acht weitere EU-15-Mitgliedstaaten (Österreich, Belgien, Finnland, Deutschland, Irland, Luxemburg, die Niederlande und Portugal) gehen nach ihren Hochrechnungen davon aus, dass sie ihre Ziele erreichen werden. Die Hochrechnungen aus drei Mitgliedstaaten (Dänemark, Italien und Spanien) deuten jedoch darauf hin, dass diese Länder ihre Reduzierungsziele nicht erreichen werden. Dem Bericht zufolge ist die Kluft zwischen Zielen und Prognosen viel kleiner als nach den Hochrechnungen im Jahr 2007.
Zehn der 12 Mitgliedstaaten, die der EU in den Jahren 2004 und 2007 beigetreten sind, haben eigene Reduktionsziele von 6 bzw. 8 %. Nur Zypern und Malta haben keine Zielvorgaben. Die EU-12-Mitgliedstaaten prognostizieren, dass sie ihre Kyoto-Ziele trotz einer erwarteten Zunahme der Emissionen zwischen 2006 und 2010 erreichen werden. Slowenien ist der einzige Mitgliedstaat, der die Nutzung der Kyoto-Mechanismen plant, um sein Ziel zu erreichen.
Deutsch
english





















