Luftgüte in Österreich 2007

(13.11.2008) Das Umweltbundesamt kommt im aktuellen Jahresbericht zur Luftgütesituation in Österreich zu folgenden Ergebnissen: Im Jahr 2007 wurden Grenzwerte für Feinstaub (PM10) und für Stickstoffdioxid (NO2) deutlich weniger oft überschritten als noch 2006. Vereinzelt gab es Überschreitungen der Grenzwerte für Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx), Staubniederschlag, Blei und Cadmium im Staubniederschlag, sowie der Zielwerte für Arsen und Benzo(a)pyren im PM10. Die Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Benzol und Blei im PM10 sowie die Zielwerte für Cadmium und Nickel im PM10 wurden 2007 an allen Messstellen eingehalten. Im Vergleich zu den letzten Jahren ging die PM10-, SO2- und NOx-Belastung vor allem aufgrund der milden Winterwitterung zurück. Hinsichtlich Überschreitungen der Informationsschwelle (17 Tage) und Alarmschwelle (vier Tage) von Ozon war 2007 ein vergleichsweise hoch belastetes Jahr.

Belastung und Ursachen

Wurde im Jahr 2006 bei PM10 der Grenzwert für den Tagesmittelwert an 70 Messstandorten überschritten, so war dies 2007 an 26 Messstellen (von 127) der Fall. Die niedrige PM10-Belastung ist vor allem auf den milden Witterungsverlauf im Winter 2007/2008 zurückzuführen.

Die Informationsschwelle für Ozon wurde 2007 an 17 Tagen (an insgesamt 67 Messstellen)  überschritten, die Alarmschwelle an vier Tagen (an insgesamt sechs Messstellen). Der Zielwert für Ozon zum Schutz der Gesundheit, der ab 2010 einzuhalten ist, wurde bezogen auf den dreijährigen Mittelungszeitraum 2005-2007 an 65 % aller österreichischen Messstellen überschritten. Die Spitzenbelastungen von Ozon variieren, bestimmt von der Witterung von Jahr zu Jahr stark und zeigen keinen einheitlichen Trend; die Jahresmittelwerte zeigen in allen Regionen Österreichs einen steigenden Trend.

Grenzwertüberschreitungen bei NO2 wurden vor allem an verkehrsnahen Messstationen registriert. Hauptverantwortlich dafür ist der Straßenverkehr. Gegenüber den letzten Jahren gingen sowohl die NO2- als auch die NOx-Belastungen zurück – wiederum als Auswirkung der milden Witterung im Winter. Seit dem Jahr 2000 zeigt sich jedoch ein deutlicher Anstieg der NO2-Belastung an verkehrsnahen Messstellen. Gegenmaßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen und sektorale oder zeitliche Verkehrsbeschränkungen an verkehrsnahen Belastungsschwerpunkten in den Regionen Linz, Salzburg, Wien und im Tiroler Inntal führten zu einer Verminderung der Belastung, die Einhaltung der Grenzwerte konnte aber mit diesen Maßnahmen nicht erreicht werden.

Der Grenzwert für NOx zum Schutz von Ökosystemen und der Vegetation wurde an einer Messstelle oberhalb des Inntals in Nordtirol überschritten. Grenz- und Zielwertverletzungen bei Schwefeldioxid (SO2) und Staubniederschlag (inkl. Blei und Cadmium) traten 2007 lokal im Nahbereich von Industriebetrieben auf.

Grenzwerte und Messungen

Die Luftgüte in Österreich wird von den Ämtern der Landesregierungen und vom Umweltbundesamt gemessen, die Ergebnisse fasst das Umweltbundesamt im Jahresbericht zur Luftgüte zusammen. Basis für die Bewertung der beschriebenen Luftschadstoffe bilden die Grenzwerte, die im Immissionsschutzgesetz-Luft festgelegt sind. Die Ziel- und Schwellenwerte für Ozon sind im Ozongesetz geregelt.

Emission und Immission

Als Emission von Schadstoffen wird die Abgabe von Schadstoffen an die Umgebung an der Schadstoffquelle bezeichnet. Nach dem Ausstoß können Schadstoffe verdünnt und verfrachtet, durch luftchemische Vorgänge umgewandelt und durch Deposition wieder aus der Luft entfernt werden. Als Immission wird die Konzentration der Schadstoffe in der Luft am Ort der Einwirkung auf Mensch, Tier und Pflanzen bezeichnet. Der Anteil einer Verursachergruppe an den Emissionen kann sich stark von den Immissionsbeiträgen dieses Verursachers an bestimmten Standorten unterscheiden.

 

Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, mobil: 0664/611 90 94