NO2-Belastung an verkehrsnahen Messstellen

(18.08.2008) Zwischen 2001 und 2006 hat die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) an den meisten verkehrsnahen Messstationen in Österreich zugenommen. Dieser Effekt ist auf die gestiegene Fahrleistung und auf den hohen Anteil von Diesel-PKW in Österreich zurückzuführen, zeigt das Umweltbundesamt in einer neuen Studie. Prognosen deuten darauf hin, dass die Belastung – ohne weitere Maßnahmen zur Emissionsreduktion im Verkehrsbereich – auch in den kommenden Jahren hoch bleiben wird.

 

In den vergangenen Jahren traten in Österreich insbesondere an verkehrsnahen Messstellen Grenzwertüberschreitungen bei Stickstoffdioxid (NO2) auf. ExpertInnen des Umweltbundesamt konnten im Zeitraum 2001 bis 2006 an etlichen Messstellen einen statistisch signifikanten, ansteigenden Trend der Belastung feststellen.

Verkehrszunahme

Dieser Trend ist einerseits auf die Zunahme des Verkehrs in diesem Zeitraum zurückzuführen, vor allem aber auf den hohen Anteil von Diesel-Kraftfahrzeugen in der österreichischen Fahrzeugflotte, insbesondere von Diesel-Kraftfahrzeugen mit Oxidationskatalysatoren. Diese Katalysatoren verringern zwar den Ausstoß von Feinstaub, führen jedoch zu einem höheren Anteil von NO2 im Abgas. Prognosen für die spezifischen Fahrzeugemissionen zeigen, dass die Summe der Stickoxidemissionen (NOx) durch den Einsatz verbesserter Fahrzeugtechnologien in den nächsten Jahren abnehmen wird, der Ausstoß von NO2 aber hoch bleiben wird.

Weitere Maßnahmen nötig

Die Prognose für die Luftgütebelastung bis zum Jahr 2020 zeigt, dass auch in den kommenden Jahren mit Grenzwertüberschreitungen an verkehrsnahen Messstellen zu rechnen ist. Dies ist insofern von Bedeutung, da eine EU-Richtlinie die Einhaltung der NO2-Grenzwerte für 2010 (unter bestimmten Voraussetzungen bis 2015) vorsieht. Deshalb sind weitere Maßnahmen nötig, um die NO2-Grenzwerte in Österreich einzuhalten. In der Studie werden entsprechende Maßnahmenvorschläge aufgelistet, diese reichen von technischen Maßnahmen über Geschwindigkeitsbeschränkungen bis zur Verlagerung des Straßenverkehrs auf öffentliche Verkehrsmittel.

 

 

Weitere Informationen:


Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, mobil: 0664/611 90 94

Christine Schatz, Pressestelle Umweltbundesamt, tel. 31304/5434