Folgen des Klimawandels und Anpassung im Alpenraum

Neues Projekt: Climate Change Adaptation by Spatial Planning in the Alpine Space

(Wien, 18. März 2009) Die Alpen gelten als eine der Regionen, die besonders sensibel auf die Folgen des Klimawandels reagiert. In den nächsten drei Jahren werden aufbauend auf den Ergebnissen vorangegangener Studien unterschiedliche Perspektiven der Klimawandelfolgen und deren Bewältigung in den Alpen analysiert. Im Projekt "Climate Change Adaptation by Spatial Planning in the Alpine Space" (CLISP), in dem das Umweltbundesamt als Leadpartner fungiert, stehen die Herausforderungen in der Raumplanung im Mittelpunkt. Neben dem Umweltbundesamt beteiligen sich 13 weitere Partner aus Österreich, Italien, Deutschland, Slowenien, der Schweiz und Liechtenstein am Projekt.

© Ute Kutschera

Im Alpine Space Programm der Europäischen Union arbeiten die Alpenländer an zukünftigen Strategien, um die Ursachen für den Klimawandel zu bekämpfen und auf die möglichen Folgen zeitgerecht zu reagieren. Insgesamt fünf Projekte aus diesem Programm haben eine Zusammenarbeit vereinbart, um zielgerichtet ein breites Spektrum an Themen im Alpenraum zu bearbeiten. Im Februar fand dazu in Wien ein erstes Treffen statt.

Fünf Projekte

Stehen in CLISP (Climate Change Adaptation by Spatial Planning in the Alpine Space) die Herausforderungen in der Raumplanung durch den Klimawandel im Mittelpunkt, setzen sich die Projektpartner unter der Leitung des Mountain Institutes der Universität von Savoie im Projekt AlpWaterScarce (Water Management Strategies against Water Scarcity in the Alps) mit der Entwicklung von Strategien im Wassermanagement auseinander, um einer möglichen Wasserknappheit in Regionen der Alpen vorzubeugen.

 

Wasserknappheit wird auch eine der möglichen Auswirkungen auf den zukünftigen Tourismus in den Bergregionen sein, die im Projekt ClimAlpTour (Climate Change and its Impact on Tourism in the Alpine Space) unter der Leitung der Region Veneto untersucht werden. AdaptAlp (Adaptation to Climate Change in the Alpine Space) unter der Leitung des Bayrischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit untersucht die Herausforderungen für das Naturgefahrenmanagement. Im Projekt PermaNet (Longterm Permafrost Monitoring Network) unter der Leitung der Autonomen Provinz Bozen wird hingegen ein Alpenweites Monitoringnetzwerk der Permafrostzonen etabliert, um bessere Voraussagen für Risikobereiche treffen zu können.

 

In jedem dieser Projekte wird nicht nur ein einzelner wissenschaftlicher Beitrag geleistet, sondern bewusst mit ausgewählten Modellregionen kooperiert. Damit können praxisorientierte Instrumente und Methoden entwickelt werden, mit denen rechtzeitig in der Planung reagiert werden kann. Zusätzlich wird der grenzüberschreitende Erfahrungsaustausch forciert, damit die unterschiedlichen Planungen integrativ zu einer gemeinsamen Strategie geformt werden können.

 

Darüber hinaus zielt die Zusammenarbeit darauf ab, diese fünf Projekte fachübergreifend zu bearbeiten. Gemeinsam wird ein ExpertInnennetzwerk auf- und ausgebaut, Datenmaterial aus verschiedenen Sektoren ausgetauscht und gemeinsam Sensibilisierungsmaßnahmen getroffen. Diese nachhaltige Kooperation soll einerseits die Qualität der Projektergebnisse steigern und andererseits eine gute Ausgangslage für zukünftige Strategien im Alpenraum schaffen.

 

Weitere Informationen:

Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, mobil   +43 (0) 664/611 9094