World Wetlands Day 2010
Der Weltfeuchtgebietstag am 2. Februar erinnert an die Unterzeichnung der Konvention über Feuchtgebiete in der iranischen Stadt Ramsar. 2010 steht unter dem Motto "Caring for wetlands – an answer to climate change".
(Wien, 2. Februar 2010) Das Motto des Weltfeuchtgebietstages 2010 betont die Bedeutung von intakten Feuchtgebieten für das Klima. Jedes Ökosystem auf der Erde wird maßgeblich vom Klima beeinflusst und wirkt auf dieses wieder zurück. Das Klima steuert sämtliche Stoffflüsse von Ökosystemen - Wasserkreislauf und Bodenfunktionen werden von Strahlungsklima, Niederschlag und Temperatur geregelt. Steigen die Temperaturen, verdunsten auch größere Mengen an Wasser. Damit verschlechtern sich die Bedingungen für Feuchtgebiete, wie z.B. für Seen, Flüsse, Auwälder und Moore.
Klimaschutz
Hochmoore werden ausschließlich von Regenwasser gespeist. Sie haben Torfschichten, die mehrere Meter tief sein können und große Mengen an Kohlenstoff speichern. Trocknen Moore aus, wird das Pflanzenmaterial an der Luft zersetzt und es entsteht das Treibhausgas CO2. Dadurch sind Moore für den Klimaschutz von besonderer Bedeutung.
In einem aktuellen Projekt wird das Kohlenstoffspeichervermögen von Torf sowie die Empfindlichkeit von Mooren auf Hitzestress bewertet. Das Projekt der Österreichischen Bundesforste AG wird vom Umweltbundesamt geleitet.
Moore erfüllen aber auch eine wichtige Funktion beim vorbeugenden Hochwasserschutz: Torfmoose können Wasser wie ein Schwamm aufsaugen und bis zum 40fachen ihres Gewichts an Wasser speichern. Damit verzögern Feuchtgebiete den Abfluss von Hochwasser und tragen gleichzeitig dazu bei, die natürlichen Trinkwasservorräte zu sichern. Voraussetzung dafür, dass diese Ökosysteme ihre Funktionen erfüllen können, ist die Vielfalt von Genen, Arten und Lebensräumen.
Schutz von Artenvielfalt
Feuchtgebiete sind Hots Spots biologischer Vielfalt, in denen unterschiedlichste Arten und Lebensräume zu finden sind. Im aktuellen Internationalen Jahr der Biodiversität ist das Ziel, den Artenreichtum, die natürlichen Ökosysteme und die Vielfalt innerhalb einzelner Arten zu erhalten und zu fördern. Dem wird in Österreich mit der Kampagne vielfaltleben Rechnung getragen, die vom Lebensministerium unter der Beteiligung von Prominenten, Gemeinden und Partnern aus der Wirtschaft ins Leben gerufen wurde. Diese österreichweit bislang größte Artenschutzkampagne wird mit dem Österreichischen Naturschutzbund, dem WWF und BirdLife bis Ende 2010 durchgeführt.
Botschaften der Ramsar-Konvention
All dies vereinen die vier Botschaften der Ramsar-Konvention zu Feuchtgebietsökosystemen und Klimaschutz:
- Die biologische Vielfalt sowie die Ökosystemleistungen von Feuchtgebieten sind durch die Auswirkungen des Klimawandels gefährdet.
- Feuchtgebietsökosysteme sind wichtig, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern.
- Feuchtgebietsökosysteme sind für die Anpassung an den Klimawandel unentbehrlich.
- Die Rolle und Bedeutsamkeit der Feuchtgebietsökosysteme sollte, sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene, bei politische Strategien, Plänen und deren Umsetzung in Zusammenhang mit dem Klimawandel berücksichtigt werden.
Die Ramsar-Konvention
Hauptziel der Ramsar-Konvention ist, die Feuchtgebiete zu erhalten und beeinträchtigte oder zerstörte wiederherzustellen. Zu diesem Zweck soll sichergestellt sein, dass diese Ökosysteme ausgewogen und nachhaltig genutzt werden ("wise use"). Das Übereinkommen wurde bis dato von 159 Staaten unterzeichnet.
Weitere Informationen
Christine Schatz, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: +43 (0)1 31 304 – 5434






















