Emissionstrends 1990-2008

Aktuelle Ergebnisse der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur

(28.6.2010) Im jährlichen Trendbericht gibt das Umweltbundesamt einen Überblick über die Entwicklung und die Verursacher von Luftschadstoffemissionen in Österreich. Dafür werden die Emissionsdaten der Ozonvorläufersubstanzen, versauernd und eutrophierend wirkende Luftschadstoffe, Feinstaub (PM10, PM2,5), Schwermetalle (Quecksilber, Cadmium, Blei) und Persistente Organische Verbindungen (POPs) analysiert und verpflichtenden Umweltzielen gegenübergestellt.

 

Grundlage für den Trendbericht ist die Österreichische Luftschadstoff-Inventur (OLI), die jährlich von ExpertInnen des Umweltbundesamt erstellt wird.

Ozonvorläufersubstanzen, versauernd und eutrophierend wirkende Luftschadstoffe

 

Für das Jahr 2008 wurde ein Ausstoß von rund 162.200 Tonnen Stickoxiden (NOx) in Österreich berechnet. Im Vergleich zu 2007 bedeutet das eine Abnahme um 4.400 Tonnen. Gemäß EU-Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-RL) sind für Österreich ab 2010 maximal 103.000 Tonnen NOx festgelegt. Dieses Ziel wird 2008 deutlich überschritten. Die bedeutendste Quelle für Stickoxide ist der Straßenverkehr, aus dem fast 50 % dieser Emissionen stammen. Die Emissionen von Ammoniak (NH3) und Schwefeldioxid (SO2) sind im Vergleich zu 2007 weiter gesunken und liegen bereits seit mehreren Jahren unter den für 2010 festgelegten nationalen Höchstmengen. Die NMVOC-Emissionen liegen geringfügig darüber, die rückläufige Emissionsentwicklung der letzten Jahre lässt eine Zielerreichung bei diesem Schadstoff erwarten.

 

 

Feinstaub, Schwermetalle, POPs

 

Die PM10-Emissionen liegen 2008 bei rund 35.600 Tonnen, jene für PM2,5 bei 21.100 Tonnen. Von 2007 bis 2008 haben die PM10-Emissionen um 1,8 %, die PM2,5-Emissionen um 5,5 % zugenommen. Industrie, Hausbrand und Verkehr zählen zu den Hauptverursachern der Feinstaubbelastung in Österreich. Die Entwicklung der Feinstaub-Emissionen in den einzelnen Verursachersektoren verläuft uneinheitlich: Während etwa die PM2,5-Emissionen im Sektor Kleinverbrauch von 2007 bis 2008 um 6 % zugenommen haben, sind jene des Verkehrs im gleichen Zeitraum um ca. 9 % gesunken.

 

Bei den Schwermetallen Cadmium und Blei sind geringe Zunahmen der Emissionen zu verzeichnen, der Ausstoß liegt aber deutlich unter den Werten der Neunzigerjahre. Bei den Persistenten Organischen Schadstoffen (POPs) liegen die Emissionen deutlich unter den Emissionswerten von 1990.

 

 

Revision von Emissionsdaten

 

Die Österreichische Luftschadstoff-Inventur (OLI) unterliegt einem ständigen Verbesserungsprozess. Neben der Berücksichtigung revidierter Primärstatistiken (z. B. Energiestatistik) werden auch Emissionsmodelle weiterentwickelt und Berechnungsparameter entsprechend neuer Erkenntnisse angepasst. Sämtliche Änderungen in der Berechnung werden auf die gesamte Zeitreihe angewendet. Die Neuberechnungen in der aktuellen Staub-Inventur beziehen sich u. a. auf diffuse Quellen im Sektor Industrie, konkret auf Feinstaubemissionen durch Schüttgutumschlag im Kalk- und Dolomitabbau, die bislang deutlich zu hoch eingeschätzt wurden.

 

Die Änderungen in der Inventur sind in den methodischen Berichten dokumentiert und werden regelmäßig von internationalen ExpertInnen geprüft. Die aktuelle Inventur ist im Informative Inventory Report (IIR) 2010 dargestellt.

 

 

Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04 - 5413

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