Geschäftsführung

© Umweltbundesamt/Andi Bruckner Mag. Georg Rebernig und Dr. Karl Kienzl

Der Umweltbundesamt-Geschäftsführer Georg Rebernig und sein Stellvertreter Karl Kienzl im Interview über ihr Angebot an österreichische Unternehmen, Hoffnungsmärkte und die Herausforderungen der Zukunft.  

 

Warum sollte ein österreichisches Unternehmen heute in die Umwelt investieren?

Georg Rebernig: Weil es sich auszahlt. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sich Umwelt-Investitionen rechnen. Um es an einem Beispiel festzumachen: In Zeiten steigender Energiepreise kann nahezu jedes Unter­nehmen über energieeffiziente Maßnahmen den Kostendruck senken und damit die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Hier liegen oft enorme Summen brach, die für andere Unternehmensbereiche dringend benötigt werden. Um die Einsparpotenziale zu finden und wirtschaftlich zu erschließen, braucht es jemanden, der eingehende Beratung bietet und bei der Umsetzung unterstützt.

Consulter im Umweltbereich gibt es viele. Was macht das Umweltbundesamt aus?

Georg Rebernig: Unsere breit gefächerte Expertise. Die MitarbeiterInnen im Umweltbundesamt kommen aus insgesamt 56 Fachrichtungen, der Schwerpunkt liegt auf Naturwissenschaften und Technik. Wir decken aber auch die Wirtschafts-, Sozial-, Rechts- und Geisteswissenschaften ab. Dadurch sind wir in der Lage, die Dinge in einer interdisziplinären Gesamtschau zu betrachten und ganzheitliche Lösungen anzubieten.

 

Karl Kienzl: Unsere Kompetenz und langjährige Erfahrung ist auch staatlich anerkannt. Ich nenne nur die Akkredi­tierungen für unser chemisch-analytisches Labor, das Analytik-Labor für gentechnisch veränderte Organismen und unser Treibstofflabor. Das Umweltbundesamt ist außerdem die einzige akkreditierte Überwachungsstelle für Emissionsbilanzen. Das macht uns weltweit einzigartig.

Das Umweltbundesamt ist eine GmbH. Wie passt das zusammen?

Georg Rebernig: Wir sind ein öffentliches Unternehmen. Darin zeigt sich schon unsere besondere Position an den Schnittstellen zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Verbunden mit einem wissenschaftlichen Hin­tergrund und unserer Kenntnis der verschiedenen Konventionen können wir zwischen diesen Ufern Brücken bauen und so einzelne Interessengruppen einander annähern. Durch unsere Vernetzung in Europa erkennen wir künftige Trends frühzeitig. Dieser Wissensvorsprung fließt in unsere Beratungsleistung mit ein.

Wo und wie setzen Sie Ihre Vermittlerrolle konkret ein?

Karl Kienzl: Überall dort, wo Veränderung im Licht der Nachhaltigkeit gefragt ist. Klimaschutz, Ressourcen­schonung und Schadstofffreiheit sind wichtige Zukunftsthemen, die auch einen intensiven gesellschaftlichen Dialog erfordern. Wir bringen Stakeholder aus unserem Netzwerk an einem Tisch zusammen. Wir gestalten Partizipationsprozesse und bereiten damit das Fundament für Meinungsbildung und gesellschaftliche Entwicklungen in Umweltfragen. Dieser Anspruch bildet sich auch in unserem Selbstverständnis ab: Wir setzen uns ein für die Erhaltung der Umwelt und der natürlichen Lebensgrundlagen – damit leisten wir einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft.

Sie haben zuvor Ihr internationales Engagement er­wähnt. Wie schaut das aus und was haben Ihre Kun­dInnen davon?

Karl Kienzl: Wir sind Partner in über 200 nationalen, europäischen und internationalen Netzwerken, Gremien und Arbeitsgruppen. Zudem beraten wir renommierte internationale Organisationen. Außerdem sind wir seit 1999 in sogenannten Twinnings aktiv. Das sind Projekte im Rahmen von Länderpartnerschaften, wo es darum geht, die Behörden in den Zielländern in wesentlichen Umweltfragen beim Aufbau ihrer Verwaltung und bei der Umsetzung des EU-Rechts zu unterstützen. Seit 2004 sind wir mit rund 100 Twinning-Projekten in 23 Ländern aktiv.

 

Georg Rebernig: Das Engagement beschränkt sich dabei nicht auf die neuen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Wir haben auch Zugang zu weiteren Hoffnungsmärkten. Unser Netzwerk reicht vom Westbalkan bis nach Georgien und über die Türkei in den nahen Osten und in den Maghreb. Von diesen Erfahrungen und Kontakten profitieren auch unsere österreichischen KundInnen.

Ergänzen Sie den Satz: In Zukunft wird die Welt anders aussehen als heute, weil …

Georg Rebernig: … wir sie weiter verändern werden. Wir werden die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spüren. Umso wichtiger sind nachhaltige Lösungen in Fragen der Energie- und Ressourceneffizienz. Wir werden weiter an Lösungen arbeiten.

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Lebenslauf

Mag. Georg Rebernig [PDF, 74KB]

Dr. Karl Kienzl [PDF, 11.2KB]