Biolandbau
Biolandbau - eindeutig definiert
Der biologische Landbau (in der EU wird synonym der Begriff "ökologischer Landbau" verwendet) wurde erstmals EU-weit einheitlich in der EU-Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 definiert.
Seit 1. Jänner 2009 wurde sie abgelöst durch die neue "Verordnung (EG) Nr.834/2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen".
Die Verordnung enthält klare Regeln für folgende Bereiche:
- Erzeugungsvorschriften (Grundregeln für die Erzeugung pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse),
- erlaubte Produktionsmittel (Dünger, Pflanzenschutzmittel, Futtermittel etc.),
- Begriffsbestimmungen,
- Kontrollsystem,
- Etikettierung,
- Warenverkehr innerhalb der EU und mit Drittländern.
Damit ist EU-weit festgelegt, welche Anforderungen Biobäuerinnen und Biobauern erfüllen müssen; dies unterscheidet den biologischen vom konventionellen Landbau. Die KonsumentInnen gewinnen Sicherheit, wie Produkte "aus biologischer Landwirtschaft" erzeugt wurden.
Zielsetzungen des Biolandbaus
Wesentliche Zielsetzung im biologischen Landbau ist das Wirtschaften in Stoffkreisläufen. Dabei erwirtschaftet der landwirtschaftliche Betrieb Erträge und tierische Erzeugnisse, obwohl er so wenig wie möglich Hilfsstoffe und Energie von außen zuführt (zukauft). Es sollen so viele Tiere gehalten werden, dass mit dem anfallenden Dünger die Böden mit organischem Material und Nährstoffen versorgt werden können. Das auf eigenen Flächen gewachsene Futter ist wiederum die Voraussetzung für eine gesunde Nutztierhaltung. Durch die Erhaltung bzw. Steigerung der Bodenfruchtbarkeit können Erträge erzielt werden, die dem Standort entsprechen. Getreide, Gemüse, Fleisch, Milch etc. werden verkauft. Verboten ist der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel und leicht-löslicher Mineraldünger, zudem ist der Zukauf an Futtermitteln beschränkt.
Da die Richtlinien vor 1991 nur auf privatrechtlicher Basis innerhalb der Bio-Verbände formuliert waren, spielten bei der Formulierung der Ziele und deren politischer Umsetzung diese Verbände besonders in der Anfangsphase eine äußerst wichtige Rolle.
mehr zu Forschungseinrichtungen, die speziell an Fragestellungen zur biologischen Landwirtschaft arbeiten.
Umweltleistungen des Biolandbaus
Vergleich
Eine Literaturübersicht, bei der 400 Studien gesichtet wurden (STOLZE et al., 2000), zeigt, dass der biologische Landbau in vielen Bereichen geringere Umweltauswirkungen als der konventionelle Landbau hat. Die Tabelle zeigt die Umweltbewertung des biologischen Landbaus im Vergleich zum konventionellen Landbau im Überblick.
Entwicklung in Österreich
In Österreich hat die Entwicklung des biologischen Landbaus seit Beginn der 90er Jahre einen raschen Zuwachs - vor allem in den Grünlandgebieten mit Rinderhaltung - erfahren. Gegen Ende der 90er Jahre flachte die Zuwachskurve an biologischen Betrieben auf dem Niveau von ca. 19.000 Betrieben ab. Im Jahr 2009 gab es ca. 20.800 österreichische Biobetriebe.
Da die durchschnittliche Betriebsgröße stetig wächst, nimmt die biologisch bewirtschaftete Fläche weiter zu.
Bio-Trend in Ackerbaugebieten steigend ...
Seit 2001 nimmt vor allem der Anteil an Biobauern in Ackerbaugebieten zu.
... aber trotzdem hauptsächlich Bio-Wiesen
In den Grünlandgebieten wirtschaften trotzdem noch immer die meisten Biobbauern und -bäuerinnen Österreichs.
Politische Trends in Österreich
Der österreichische Bioaktionsplan
In Österreich wurden seit 2001 vom BMLFUW 2 Aktionsprogramme "Biologische Landwirtschaft" in Zusammenarbeit mit den Bioverbänden, der Agrarmarkt Austria und den Landwirtschaftskammern erstellt (2003-2004 und 2005-2008).
Das Bio-Aktionsprogramm 2008–2010 legt fest, dass neben Zielen in der Vermarktung und Angebotsabdeckung aus Inlandsproduktion bis 2010 20% der landwirtschaftlichen Fläche biologisch bewirtschaftet werden sollen.
BIO AUSTRIA
Das 2005 geschaffene österreichische Biokompetenzzentrum "Bio Austria" soll als Dachverband (fast) aller Biobäuerinnen und -bauern (-verbände) die Interessen des Biolandbaus in Österreich bündeln und stärken.
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