Berner Konvention

Wildlebende Pflanzen und Tiere sind ein wichtiges Naturerbe, das für nachfolgende Generationen erhalten werden muss. Zu deren Schutz wurde 1979 in Bern/Schweiz das "Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume" (Berner Konvention) ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt des Übereinkommens liegt im Schutz von wandernden, freilebenden Pflanzen- und Tierarten, deren Lebensräume, Entnahme und Nutzung. 

Die Konvention unterscheidet bei ihren Schutzempfehlungen zwischen "streng geschützten" Tier- und Pflanzenarten in Anhang I (Pflanzen) und Anhang II (Tiere) und den gemäß den Anhängen III "geschützten" Tierarten. Anhang IV listet die verbotenen Mittel und Methoden zum Töten und Fangen auf.

 

Für die streng geschützten Pflanzenarten ist das Pflücken, Sammeln, Abschneiden, Ausgraben oder Ausreißen sowie, soweit erforderlich, auch der Besitz oder der Verkauf dieser Arten zu verbieten; ihre Lebensräume sollen geschützt werden.

 

Für die streng geschützten Tierarten ist unter anderem jede Form des absichtlichen Fangens, Haltens und Tötens sowie das mutwillige Beschädigen oder Zerstören von Brut- oder Raststätten zu verbieten. "Geschützte" Tierarten dürfen grundsätzlich genutzt werden, es sind jedoch Art und Ausmaß der Nutzung vorzuschreiben. Mittel und Methoden des Fangens und Tötens sowie die Nutzungsformen werden aufgelistet, die bei den "geschützten" Tierarten nicht angewendet werden dürfen.

Zu Umsetzung des Übereinkommens werden Vertragsstaatenkonferenzen abgehalten. Die Sitzungen des Ständigen Ausschusses finden einmal im Jahr statt und es gibt Tagungen für Expertenkommissionen und Expertengruppen, z.B. für Amphibien und Reptilien, für Vögel, für Schutzgebiete und für ökologische Netzwerke. 

2016 sind 46 europäische und vier afrikanische Staaten sowie die EU Mitglied diese Konvention. Österreich trat der Berner Konvention 1983 bei (BGBl. Nr. 372/1983 i.d.g.F.). Ländervertreterin  ist Dr. Simone Klais von der Wiener Umweltschutzabteilung. Die Inhalte und Zielvorgaben der Berner Konvention werden in Österreich im Wesentlichen mit der Vogelschutz-Richtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie umgesetzt. Die Bestimmungen dazu sind in den Naturschutz- und Jagdgesetzen der Bundesländer festgelegt. Der umfassende Schutz der in den Jagdgesetzen aufgelisteten Tierarten ist aufgrund der Möglichkeit von Ausnahmebewilligungen jedoch nicht immer gewährleistet.