Washingtoner Artenschutzabkommen

Das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (Washingtoner Artenschutzabkommen/CITES-Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) soll den durch Handelsinteressen bedrohten Bestand wildlebender Arten schützen. 

 

CITES sieht dafür ein umfassendes Kontrollsystem für den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und den aus ihnen erzeugten Produkten vor. Für den internationalen Handel mit diesen Arten sind sowohl Exportbescheinigungen des Ursprungslandes als auch Einfuhrdokumente des Importlandes erforderlich. 

In Abhängigkeit von ihrem Gefährdungsausmaß ist der Handel mit Arten verboten oder eingeschränkt. Nur so wird sichergerstellt, dass gefährdete Arten überleben können bzw. dass auch in Zukunft Handel mit derartigen Produkten möglich ist:

 

  • Alligator- und Krokodilprodukte
  • Stiefel, Taschen und Gürtel aus Schlangenleder
  • Traditionelle Chinesische Medizin (Tiger, Leopard, Nashorn, Moschus)
  • Orchideen, Kakteen
  • Schildkrötenpanzer und Schildpatt
  • Kaviar > 250 Gramm
  • Greifvögel, Papageien

Insgesamt unterliegen rund 8.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten den Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzabkommens. Die Aufnahme der Arten in verschiedene Anhänge hängt von ihrer Bestandessituation und Schutzwürdigkeit ab.

Arten des Anhangs I genießen, da von der Ausrottung bedroht, den weitreichendsten Schutz: der Handel mit Exemplaren dieser Arten ist grundsätzlich verboten bzw. kann nur im Zuge einer Quotenregelung in bestimmten Ausmaß ermöglicht werden.

 

Anhang II weist jene Arten aus, die mit Genehmigung des Ausfuhrlandes in beschränktem Maße gehandelt werden dürfen.

 

Anhang III enthält jene Arten, für die die Vertragsstaaten in ihrem Hoheitsgebiet besondere Regelungen vorzunehmen haben.

Umsetzung von CITES ín Österreich

In Österreich sind die Bestimmungen seit 1982 in Kraft. Für alle EU-Mitgliedstaaten ist das Abkommen seit 1997 rechtlich verbindlich umzusetzen (EU-Verordnung 2724/2000). Produkte aus Arten, die in der EU-Verordnung aufgelistet sind, dürfen Sie je nach Art

  • entweder gar nicht, oder
  • nur mit einer gültigen Ausfuhrgenehmigung der zuständigen Behörden des Exportlandes, oder
  • nur mit Ein- und Ausfuhrgenehmigung (für lebende Tiere und Pflanzen und für Produkte mit strenger geschützten Arten) in die EU einführen.

Umsetzung von CITES in der EU

In der EU wird das internationale Übereinkommen durch die Verordnung 338/97 umgesetzt. Arten die in Anhang A, der strengsten Kategorie aufgelistet sind, dürfen kommerziell nicht gehandelt werden. Insgesamt sind in der EU-Verordnung 74 heimische Tierarten (69 davon in Anhang A) und 40 Pflanzenarten (35 davon in Anhang B) gelistet. Über Arten, die in den Anhängen zu finden sind, informiert die Internetseite "Species+".