Hydrochemische Karte Österreichs

Gesamtösterreichischer Überblick über den Wasserchemismus

2. überarbeitete Auflage (2005)

Die hydrochemische Karte Österreichs für oberflächennahe Grundwasserkörper und Fließgewässer und der dazugehörende Bericht bieten den ersten gesamtösterreichischen Überblick über den Wasserchemismus. In der 2. überarbeiteten Auflage wurden die Nitratwerte in den Fließgewässern korrigiert und eine zweite ergänzende Überblickskarte mit der Häufigkeit der Wassertypen erstellt.

Die Karte wurde vom Umweltbundesamt in Kooperation mit dem Lebensministerium erstellt und basiert auf Daten der österreichischen Wassergüteerhebung (WGEV).

Warum Hydrochemie?

Der geochemische Gesteinshintergrund beeinflusst die Eigenschaften des Wassers, als bekanntes Beispiel dafür ist die Wasserhärte zu nennen. Die hydrochemische Karte zeigt in eindrucksvoller Weise, wie die geologischen Einheiten Österreichs im Wasserchemismus abgebildet werden. Gleichzeitig werden aber auch anthropogene Einflüsse ersichtlich.

Die hydrochemische Verteilung der Elemente (hydrochemische Fazies) zeigt zusammen mit der Mineralisierung der Wässer eine Abfolge von Reaktionen mit den Gesteinen an und ist ein Indikator für die Richtung des Grundwasserstromes.

Welche Fragestellungen beantwortet die Karte?

Grundlegende Idee für eine Klassifizierung der Wasserchemie in Österreich war die Überprüfung der Abgrenzung der Grundwasserkörper für die EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Weiters unterstützt die österreichweite Zusammenstellung der Wassertypen folgende Fragestellungen:

  • Einfluss der Gesteine (Karbonat-, Kristallin-, Sand-, Tongesteine etc.) auf die Wasserzusammensetzung
  • Entwicklung der Gesamtmineralisation (Summe der gelösten Ionen) in und über mehrere Grundwasserkörper hinweg
  • Veränderungen des natürlichen Wasserchemismus durch anthropogene Emissionen
  • Hinweise für Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVEs)
  • Informationen für Trinkwassergewinnung und Korrosionsschutz von Trinkwasserleitern

Datengrundlage

Als Datengrundlage dienen die vorliegenden Messwerte der österreichischen WGEV Messstellen sowohl für das Grundwasser als auch für das Fließwasser aus den Jahren 1991-2001. Insgesamt wurden Daten von über 2.500 Messstellen in die Bewertung miteinbezogen. Zur Berechnung wurden die Mittelwerte der Hauptionen Calcium (Ca), Magnesium (Mg), Natrium (Na), Kalium (K), Hydrogenkarbonat (HCO3), Sulfat (SO4), Chlorid (Cl) und Nitrat (NO3) herangezogen.

Wassertypen und Klassifizierungsschema

Zur Darstellung des Wasserchemismus wurde die international gebräuchliche Darstellung des trilinearen Diagramms nach PIPER (1944) verwendet. Die Wassertypen wurden nach FURTAK und LANGGUTH (1967) in Äquivalent-% mit kleineren Modifikationen abgegrenzt.

Demnach können in den österreichischen Grundwasserleitern sieben, in den Fließgewässern fünf Wassertypen unterschieden werden.

Häufigkeit der Wassertypen

Häufigkeit der hydrochemischen Wassertypen <br>nach Mittelwerten der WGEV-Daten (1991-2000). Häufigkeit der hydrochemischen Wassertypen
nach Mittelwerten der WGEV-Daten (1991-2000).

Als häufigster Wassertyp sowohl bei Grundwasser als auch bei Fließgewässern tritt jener der erdalkalisch-carbonatischen Wässer in Kontakt mit Calcium und Magnesium reichen Karbonatgesteinen auf. Vergleicht man die Medianwerte der Ionenverteilung der Fließgewässer mit jenen der Porengrundwässer, so sind diese nahezu ident. Dies spricht für einen intensiven Austausch zwischen Grund- und Fließgewässern.

Ionensummen

Die unterschiedliche Mineralisation der Wässer wird durch die Ionensumme angegeben. Diese variiert zwischen 25 mg/l und 5.484 mg/l. Die Mittelwerte steigen von Kluft-Kristallinwässern mit 100 mg/l über Fluss- und Karst-Karbonatwässer mit 271 mg/l bzw. 260 mg/l hin zu den Porengrundwässern mit 557 mg/l an.

Nitratgehalte der Wässer

Vergleicht man den Nitratgehalt der Wässer in Relation zur gesamten Ionensumme, so zeigt sich, dass mit zunehmender Gesamtionensumme auch die Nitratwerte ansteigen. Dies bedeutet, dass mit zunehmender Mineralisierung die Nitratgehalte im Wasser nicht nur durch menschlichen Einfluss sondern auch durch den natürlichen Hintergrund erhöht werden.

 

Eine weitere Auswertung umfasst die Leitfähigkeits- und pH-Werte der österreichischen Grundwässer.

Infobox

Downloads

Bericht (.pdf, 9.9MB)

Karten:

Messstellen (.pdf, 1.5MB)

Häufigkeit der Wassertypen (.pdf, 1.4MB)