ALTLAST W1: EBS-BP-TKV

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Simmering
Wien,Simmering
Kaiserebersdorf
360/1, 366/3, 368/1, 368/2, 368/11, 369/10, 1735/7, 1735/28
Art der Altlast:Altstandort
Branche:Tierkörperverwertung
Betriebsgröße:200.000 m²
Betriebszeitraum:seit 1900
Schadstoffe:KW,
CKW
Gefährdete Schutzgüter:Grundwasser
Prioritätenklasse:1
Datum der Altlastausweisung:6.3.1990
Datum der Prioritätenklassifizierung:5.7.1990
Status Sanierung im Altlastenatlas:Sicherung in Durchführung
letzte Aktualisierung im Altlastenatlas:4.11.1992

Beschreibung der Altlast

© Umweltbundesamt Übersichtskarte Übersichtskarte

Bei der Altlast "EBS-BP-TKV" handelt es sich um ein Industriegebiet im 11. Wiener Gemeindebezirk. Potentielle Schadstoffemittenten sind alte Deponiebecken der EBS, das Öl- und Gastanklager der Firma BP, die ehemalige Tierkörperverwertung und thermochemische Fabrik und die Ablagerungsfläche der Firma Biomull. Die Altlast hat eine Ausdehnung von 200.000 m².

Die Altlast wird im Nordosten vom Donaukanal begrenzt. Der Untergrundaufbau ist durch die Nähe der Donau geprägt. Über einer gering durchlässigen Schicht aus tonigen Schluffen lagern sandige Kiese mit einer Mächtigkeit bis zu 30 m. Der Grundwasserspiegel liegt in Abhängigkeit der jahreszeitlichen Schwankungen 3 - 5 m unter der Geländeoberfläche.

Das Grundwasser wird im Bereich der Altlast für Nutzwasserzwecke verwendet, in der näheren Umgebung der Altlast befinden sich Gärtnereibetriebe.

Gefährdungsabschätzung

Als Grundlage für die Bewertung des Gefahrenpotentiales wurden die Ergebnisse von Grundwasseruntersuchungen und ein Gutachten von Zivilingenieuren verwendet, die vom Magistrat der Stadt Wien dem Umweltbundesamt zur Verfügung gestellt wurden.

Die Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen weisen eine Verunreinigung des Grundwassers mit Mineralölprodukten und chlorierten Kohlenwasserstoffen an mehreren Stellen nach. Eine Zuordnung der festgestellten Verunreinigungen zu einzelnen Schadstoffquellen innerhalb der Altlast ist wegen der meist instationären Grundwasserströmungsverhältnisse, die durch die Nähe des Donaukanales bedingt sind, nicht eindeutig möglich. Über die Reichweiten der Kontaminationsfahnen kann anhand der vorliegenden Untersuchungen keine Aussage getroffen werden. Es wurde jedenfalls eine großflächige Verunreinigung des Grundwassers nachgewiesen. Eine Ausbreitung der Schadstoffe im Grundwasser ist vor allem bei längeren Hochwässern im Donaukanal möglich.

Im Bereich der ehemaligen Tierkörperverwertung kann nicht ausgeschlossen werden, daß im Zeitraum von 1945 - 1947 mit Milzbrandkeimen infizierte Tierkadaver vergraben wurden. In allen Grundwasserproben, die auf Milzbranderreger untersucht wurden, konnten bis jetzt keine Milzbrandsporen nachgewiesen werden.

 

 

Datum der Texterstellung:    März 1990