ALTLAST W10: WIG 64 (Donaupark-Bruckhaufen)

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Floridsdorf
Wien,Floridsdorf
Donaufeld
auf Anfrage
Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Donaustadt
Wien,Donaustadt
Kaisermühlen
auf Anfrage
Art der Altlast:Altablagerung
Art der Ablagerungen:Bauschutt,
Hausmüll
Volumen:5.000.000 m³
Ablagerungszeitraum:bis 1963
Schadstoffe:reduzierende Verhältnisse,
erhöhte Mineralisierung
Gefährdete Schutzgüter:Grundwasser,
Luft
Prioritätenklasse:2
Datum der Altlastausweisung:6.3.1990
Datum der Prioritätenklassifizierung:5.7.1990
Status Sanierung im Altlastenatlas:Sanierung in Durchführung
letzte Aktualisierung im Altlastenatlas:30.8.1993

Beschreibung der Altlast

© Umweltbundesamt Übersichtskarte Übersichtskarte

Bei der Altlast "Donaupark-Bruckhaufen" im 21. und 22. Wiener Gemeindebezirk handelt es sich um eine alte Mülldeponie der Stadt Wien. Begonnen wurden die Schüttungen bereits in der Zeit der Monarchie und dauerten bis ca. 1963. Die Anschüttungen im Bereich Bruckhaufen sind mindestens ca. 50 Jahre alt. Derzeit wird das Gelände als Siedlungsgebiet (Bruckhaufen), für Grünanlagen (Donaupark-WIG 64), Sportanlagen, das Vienna International Center und die Donauparkhalle genutzt.

Die Altlast wird zum größten Teil von der Alten Donau und der Neuen Donau umschlossen und liegt im Bereich des ehemaligen, natürlichen Flußgebietes der unregulierten Donau. Der Grundwasserkörper setzt sich aus den quartären Donauschottern und darunterliegenden tertiären, schluffigen und feinsandigen Sedimenten zusammen. In einigen Bereichen tauchen die Müllschüttungen in das Grundwasser ein. Das Grundwasser fließt aus dem Bereich der Altlast in Richtung Alte Donau. Durch verschiedene wasserwirtschaftliche Maßnahmen ist eine Erhöhung des Wasserspiegels in der Neuen Donau geplant, wodurch die Grundwasserströmung zur Alten Donau verstärkt werden könnte.

Das Grundwasser wird für Nutzwasserzwecke verwendet, in der Siedlung Bruckhaufen sind zahlreiche Hausbrunnen vorhanden.

Gefährdungsabschätzung

Grundlagen für die Gefährdungsabschätzung sind:

  • Grundwasseruntersuchungen

  • Bodenluftuntersuchungen

  • Gefährdungsabschätzung eines Zivilingenieures im Auftrag des Magistrates der Stadt Wien vom Dezember 1986

  • Absicherungsprojekt vom Jänner 1990

Die Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen zeigen, daß im Bereich der Altlast das Grundwasser durch Sickerwasser stark beeinträchtigt wird. Die festgestellten Schadstoffe weisen darauf hin, daß im wesentlichen Hausmüll und Bauschutt abgelagert wurde. Vereinzelt  wurden auch hohe Konzentrationen von leichtflüchtigen organischen Halogenverbindungen (POX) und Phenolen festgestellt.

Eine Beeinträchtigung der Wasserqualität der Alten Donau durch Einsickern von verunreinigtem Grundwasser konnte bisher nicht festgestellt werden. Da das Kaiserwasser, ein Teil der Alten Donau, aufgrund der Grundwasserströmungsverhältnisse besonders gefährdet ist, wurde als kurzfristige Absicherungsmaßnahme ein Sperrbrunnen errichtet, der ein Abströmen kontaminierten Grundwassers in das Kaiserwasser verhindern soll.

Das Grundwasser kann im Bereich der Altlast nicht für Trinkwasserzwecke verwendet werden. Die Versorgung mit Trinkwasser ist durch den Anschluß an das Wiener Trinkwasserleitungsnetz gewährleistet.

Die Ergebnisse der Bodenluftuntersuchungen zeigen, daß trotz des hohen Alters der Ablagerungen (30 Jahre im Bereich Donaupark, 50 Jahre im Bereich Bruckhaufen) beträchtliche Mengen an Deponiegas produziert werden. Im Bereich Donaupark wurde im Vergleich zur Siedlung Bruckhaufen eine deutlich größere Deponiegasproduktion mit Methankonzentrationen bis über 40 Vol% festgestellt. Im Bereich Bruckhaufen wurden vor allem Werte kleiner 1 Vol%, an wenigen Stellen wurden jedoch Werte über 1 Vol% Methan in der Bodenluft festgestellt. Diese lokal erhöhten Methankonzentrationen in der Bodenluft müssen nicht von den alten Müllablagerungen, sondern können auch von Verunreinigungen des Untergrundes nach Beendigung der Ablagerungen (z.B. undichte Senkgruben) verursacht werden.

Die höchsten Methankonzentrationen wurden im Bereich der Donauparkhalle festgestellt. Eine akute Gefährdung in diesem Bereich ist wegen der vorhandenen Entgasungseinrichtungen der Donauparkhalle nicht gegeben. Bereits vor ca. 20 Jahren wurden Bauwerke im Bereich des Donauparkes, die durch Deponiegase gefährdet waren, mit Belüftungseinrichtungen ausgestattet.

 

 

Datum der Texterstellung:    März 1990