ALTLAST W12: Tanklager Lobau

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Donaustadt
Wien,Donaustadt
Kaiserebersdorf Herrschaft
14/7, 14/20, 14/26, 14/40, 14/44, 14/46, 14/47, 134/4, 137/6, 220/4, 368/14, 369/6, 369/9, 369/10, 369/11, 369/14, 369/15, 369/16
Art der Altlast:Altstandort
Branche:Mineralöl-, Treibstofflager
Betriebsgröße:400.000 m²
Betriebszeitraum:seit 1934
Schadstoffe:Mineralöl
Gefährdete Schutzgüter:Grundwasser
Prioritätenklasse:1
Datum der Altlastausweisung:6.3.1990
Datum der Prioritätenklassifizierung:5.7.1990
Status Sanierung im Altlastenatlas:Sicherung in Durchführung
letzte Aktualisierung im Altlastenatlas:30.8.1993

Beschreibung der Altlast

© Umweltbundesamt Übersichtskarte Übersichtskarte

Die Altlast "Tanklager Lobau" im 22. Wiener Gemeindebezirk umfaßt das ÖMV-Zentraltanklager in der Lobau und andere angrenzende Betriebsanlagen. Auf einer Fläche von mehr als 1 km² kam es an mehreren Stellen durch Kriegseinwirkungen und Betriebsunfälle zu großflächigen und umfangreichen Einträgen von Mineralölprodukten in den Untergrund.

Die Altlast wird im Südwesten von der Neuen Donau begrenzt. An den übrigen Rändern schließt das Augebiet der Lobau an. Am Südostrand der Altlast beginnt der Ölhafen Lobau, der mit der Donau verbunden ist.

Der Grundwasserkörper setzt sich aus den sandigen Kiesen der quartären Donauschotter mit einer Mächtigkeit bis zu 30 m und darunterliegenden tertiären, schluffigen und feinsandigen Sedimenten zusammen. Der Grundwasserspiegel liegt ca. 3 - 5 m unter Gelände.

Die Grundwasserströmungsverhältnisse werden durch die Nähe der Donau, vor allem durch den Wasserstand im Ölhafen Lobau bestimmt. Bei niedrigen und mittleren Wasserständen der Donau fließt das Grundwasser aus dem Bereich der Altlast zum größten Teil nach Südosten in den Ölhafen, mit steigenden Wasserständen der Donau schwenkt die Hauptströmungsrichtung des Grundwassers nach Osten bis Nordosten.

Ungefähr 1 km östlich der Altlast liegt das 2. Becken des Donau-Oder-Kanales, das auch die westliche Grenze des Schutzgebietes für das Grundwasserwerk Untere Lobau bildet.

Gefährdungsabschätzung

Grundlagen für die Gefährdungsabschätzung sind:

- Grundwasseruntersuchungen

- Bodenuntersuchungen

- Projekt für Sofortmaßnahmen (Sperrbrunnenreihe)

Diese Unterlagen wurden dem Umweltbundesamt von der Magistratsabteilung 45 des Magistrates der Stadt Wien zur Verfügung gestellt.

Am östlichen Rand der Altlast, an dem das Grundwasser aus dem Bereich der Altlast abströmt, werden seit 1984 aus 12 "Ölspürsonden" regelmäßig Grundwasserproben entnommen und die Konzentration der Summe der Kohlenwasserstoffe bestimmt. Dabei wurden Werte bis über 10 mg/l festgestellt (Trinkwassergrenzwert = 0,1 mg/l).

Den vorhandenen Unterlagen ist zu entnehmen, daß seit 1988 im Bereich des 2. Beckens des Donau-Oder-Kanales, ca. 1 km grundwasserstromab der Altlast, Grundwasserproben genommen und analysiert werden. Dabei wurden erhöhte Konzentrationen bei der Summe Kohlenwasserstoffe sowohl grundwasserstromauf als auch grundwasserstromab (auch im Schutzgebiet des Grundwasserwerkes Untere Lobau) festgestellt.

Im Auftrag der Magistratsabteilung 31 - Wasserwerke - wurden 1989 ca. 40 Bohrungen im Abströmbereich der Altlast (zwischen Ostrand der Altlast und 2. Becken des Donau-Oder-Kanales und östlich davon im Schutzgebiet) abgeteuft. Aus diesen Bohrungen wurden Boden- und Grundwasserproben entnommen und analysiert. Die Ergebnisse zeigen ebenfalls, daß der Grundwasserkörper grundwasserstromab der Altlast großflächig durch Mineralöl verunreinigt ist.

Um ein weiteres Eindringen von verunreinigtem Grundwasser in das Schutzgebiet des Grundwasserwerkes Untere Lobau zu verhindern, wird derzeit eine Sperrbrunnenreihe entlang des 2. Beckens des Donau-Oder-Kanales und in dessen Verlängerung errichtet.

 

Datum der Texterstellung:    März 1990