ALTLAST W15: Langes Feld
| Bezirk: Gemeinde: Katastralgemeinde: Grundstücksnummern: | Floridsdorf Wien,Floridsdorf Leopoldau 2465, 2466, 2467, 2468, 2469, 2470, 2471, 2472, 2473, 2474, 2475, 2476, 2477, 2478, 2479, 2480, 2481, 2482, 2483, 2484, 2485, 2486, 2487, 2488, 2489, 2490, 2491, 2492, 2493, 2494, 2495, 2496, 2497, 2498, 2499, 2535, 2536, 3469 | Art der Altlast: | Altablagerung | Art der Ablagerungen: | Aushubmaterial/Abraum, Bauschutt, Hausmüll |
Volumen: | 5.000.000 m³ | Ablagerungszeitraum: | seit 1972 | Schadstoffe: | erhöhte Mineralisierung, Cyanid, KW, Ammonium |
Gefährdete Schutzgüter: | Grundwasser, Luft |
Prioritätenklasse: | 2 | Datum der Altlastausweisung: | 31.8.1992 | Datum der Prioritätenklassifizierung: | 6.11.1992 | Status Sanierung im Altlastenatlas: | Sicherung in Durchführung | letzte Aktualisierung im Altlastenatlas: | 1.3.2001 |
Beschreibung der Altlast
Übersichtskarte
Die Altablagerung befindet sich östlich der Großfeldsiedlung an der Landesgrenze zu Niederösterreich. Auf einer Gesamtfläche von ca. 58 ha wurden seit der Zwischenkriegszeit bis Ende der 80er Jahre Sande und Kiese abgebaut. Der Kiesabbau erfolgte in weiten Teilen auch als Naßbaggerung. Die Abbautiefen erreichten stellenweise über 11 m. Die entstandenen Gruben und Wasserflächen wurden in weiterer Folge mit Erdmaterial, Bauschutt, Hausmüll und hausmüllähnlichen Materialien bis auf das ursprüngliche Geländeniveau wiederverfüllt. In einem Teilbereich im Süden wurde außerdem eine Hügelschüttung errichtet.
Die Altablagerung liegt im nördlichen Wiener Becken, im Bereich der Terrassenschotter der Donau. Die quartären Sedimente (sandige Kiese) liegen auf tertiären Ablagerungen aus Feinsanden und Schluffen und bilden den ersten Grundwasserhorizont. Die Tertiäroberkante (relativer Stauer) befindet sich im Westen der Altablagerung in Tiefen zwischen 10 und 15 m, im Osten und Norden in Tiefen bis zu 30 m.
Die mittlere Geländehöhe in der Umgebung der Altablagerung befindet sich auf etwa 161,0 bis 162,0 m ü.A., der mittlere Grundwasserspiegel auf 153,7 m ü.A., und der höchste Grundwasserspiegel etwa auf 156,0 m ü.A. Die Grundwassermächtigkeit nimmt von 6 m im Westen auf mehr als 20 m im Osten zu. Die Grundwasserströmung ist generell gegen Ostsüdost gerichtet. In den unterlagernden tertiären Schichten sind mehrere geringmächtige, wasserführende Sandschichten ausgebildet.
Das Areal der Altablagerung ist derzeit sehr unterschiedlich genutzt. Neben der Nutzung von Teilflächen für landwirtschaftliche Zwecke werden in Teilbereichen noch immer Bauschutt und Aushubmaterial abgelagert, sowie auf anderen Teilflächen eine Kompostierung von Friedhofsabfällen und ein Abfallzwischenlager betrieben. Innerhalb des Areals befindet sich auch eine Kleingartensiedlung. Zukünftig ist das gesamte Areal, entsprechend der wasserrechtlichen Bewilligung vom Februar 1991, für die Ablagerung von mineralischen Stoffen in Form einer Haldendeponie vorgesehen.
In der unmittelbaren Umgebung befinden sich landwirtschaftliche Nutzflächen, Schottergruben und Altablagerungen. Das Grundwasser im Abstrom der Altablagerung wird durch Nutzwasserentnahmen und zu Bewässerungszwecken intensiv genutzt.
Gefährdungsabschätzung
Auf einer Gesamtfläche von ca. 58 ha wurden bei der Wiederverfüllung ehemaliger Schottergruben etwa 5 Mio. m³ Abfälle abgelagert. Die Schüttung der Abfälle erfolgte in weiten Bereichen direkt in das Grundwasser. Bei den abgelagerten Abfällen handelt es sich vorwiegend um Aushubmaterialien und Bauschutt mit unterschiedlichen Anteilen an hausmüllähnlichen, organischen Abfällen. Vor allem aufgrund der, bei den Bodenluftuntersuchungen nachgewiesenen, stark erhöhten Gehalten an leichtflüchtigen, chlorierten Kohlenwasserstoffen ist anzunehmen, daß auch gefährliche Abfälle abgelagert wurden.
Die durchgeführten Grundwasseruntersuchungen zeigen, daß an 4 Grundwassersonden im Abstrom der Altablagerung eine Beeinträchtigung der Grundwasserqualität feststellbar ist. Die Untersuchungsergebnisse der Wasserproben aus diesen Sonden zeigen im Vergleich zu oberstromig gelegenen Brunnen sowohl eine Aufhärtung und eine erhöhte Gesamtmineralisation als auch wiederholt Grenzwertüberschreitungen bei verschiedenen Schadstoffen (z.B. Cyanid, Gesamtkohlenwasserstoffe, Ammonium).
Die Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen zeigen außerdem, daß Vorbelastungen des Grundwassers gegeben sind. So ist die CKW-Belastung, die in der Sonde 21.2/1 (bis 36 µg/l) festgestellt wurde, nicht eindeutig der Altablagerung zuzuordnen. Auch die im April 1992 in 2 westlich gelegenen Brunnen beobachteten Cyanidbelastungen (30 µg/l) weisen auf bestehende Verunreinigungen im Grundwasseroberstrom hin.
Am Rand der Kleingärten, die sich unmittelbar auf der Altablagerung befinden, wurden in der Bodenluft vereinzelt Methanwerte von bis zu 4 Vol % gemessen. Eine Gefährdung von Personen durch Einsickern von Deponiegas in schlecht durchlüftete Räume kann nicht ausgeschlossen werden.
Die vorliegenden Unterlagen und Untersuchungsergebnisse zeigen, daß eine Beeinträchtigung des Schutzgutes Grundwasser und eine Gefährdung des Schutzgutes Raumluft gegeben ist.
Datum der Texterstellung: August 1992
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