ALTLAST W5: Löwy Grube-Bitterlichstraße
| Bezirk: Gemeinde: Katastralgemeinde: Grundstücksnummern: | Simmering Wien,Simmering Simmering auf Anfrage |
| Bezirk: Gemeinde: Katastralgemeinde: Grundstücksnummern: | Favoriten Wien,Favoriten Oberlaa Stadt auf Anfrage | Art der Altlast: | Altablagerung | Art der Ablagerungen: | Aushubmaterial/Abraum, Bauschutt, Hausmüll |
Volumen: | 1.700.000 m³ | Ablagerungszeitraum: | bis 1965 | Schadstoffe: | Methan | Gefährdete Schutzgüter: | Luft, Grundwasser |
Prioritätenklasse: | 1 | Datum der Altlastausweisung: | 26.2.1990 | Datum der Prioritätenklassifizierung: | 13.5.1990 | Art der Sanierungsmaßnahmen: | Teilumschließung, Sperrbrunnen, Deponiegassammlung |
Datum des Eintrages als saniert: | 15.4.2011 | letzte Aktualisierung im Altlastenatlas: | 1.3.2001 |
Beschreibung der Altlast
Übersichtskarte
Die "Löwy-Grube" ist eine alte Ziegelgrube in Oberlaa, die ohne wasserrechtliche Bewilligung bis ca. 1965 mit Haus-, Sperrmüll und Bauschutt verfüllt wurde. Die Ablagerungs-fläche ist ca. 125.000 m² groß, die Ablagerungen reichen stellenweise bis in eine Tiefe von 35 m.
Auf einem Teil des Geländes wurde in den 70-er Jahren eine Kleingartensiedlung errichtet. Die Deponie wurde mit bindigem Material unterschiedlicher Mächtigkeit abgedeckt. Im Bereich der Kleingartensiedlung ist diese Abdeckung nicht mehr vorhanden. Andere technische Einrichtungen zur Verhinderung eines Schadstoffaustrages aus dem Deponiebereich sind keine vorhanden.
Die Untergrunderkundungen am Rand der Altlast zeigen den ursprünglichen Untergrundaufbau mit Feinsanden und Kiesen auf tonigen Schluffen des Tertiärs. In den Senken der Grube sammelt sich Sickerwasser und Schichtwasser über den sehr gering durchlässigen Schluffen. Pumpversuche haben gezeigt, daß mit geringen Fördermengen große Absenkungen erzielt werden. Das Grundwasserdargebot ist gering.
Gefährdungsabschätzung
Im Bereich der ehemaligen Deponie wurden im Auftrag des Wiener Magistrates an 130 Stellen Bodenluftuntersuchungen durchgeführt. Auch die Luft in den Kellerräumen der Kleingartensiedlung wurde auf ihre Gaszusammensetzung untersucht.
Die Ergebnisse der Bodenluftuntersuchungen zeigen, daß bis zu 50 Vol% Methan in der Bodenluft enthalten sind. An einigen Stellen wies bereits die Bodenluft ein entzündungsfähiges Gasgemisch auf, an mehreren Stellen im Bereich der Kleingartensiedlung können durch Vermischung der Bodenluft mit atmosphärischer Luft explosive Gasgemische entstehen.
In den Kellerräumen lag die Methankonzentration unterhalb kritischer Konzentrationsbereiche. In Abhängigkeit der Witterung und der Durchlüftung der Räume kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, daß Deponiegas verstärkt in die Kellerräume eindringt und sich entzündungsfähige Gasgemische bilden.
Die Ergebnisse der bisher durchgeführten Untersuchungen beweisen eindeutig eine erhebliche Beeinträchtigung des Schutzgutes Luft, die von der Altlast im Bereich der Kleingartenanlage ausgeht.
Nach Vorliegen der ersten Untersuchungsergebnisse, die eine Beeinträchtigung des Schutzgutes Luft nachweisen, wurden zur Erstellung eines Sicherungsprojektes weitere Untersuchungen der Altlast durchgeführt. Im Bereich der Altlast wurden zahlreiche Bohrungen abgeteuft, die unter anderem zur Erkundung der Untergrund- und Grundwasserverhältnisse sowie zur Entnahme von Material- und Grundwasserproben dienten.
Die Untersuchung der Materialproben ergab, daß die Ablagerungen zum Teil der Deponieklasse 3 - entprechend dem Entwurf einer Richtlinie zur Untersuchung und Beurteilung von Abfällen des Landesamtes für Wasser und Abfall in Nordrhein-Westfalen - zuzuordnen sind. Abgesehen vom Fehlen technischer Einrichtungen zum Schutz des Grundwassers entspricht der Standort nicht den wasserwirtschaftlichen Anforderungen an eine Deponie, in der Abfälle mit der vorgefundenen Qualität (Deponieklasse 3) abgelagert werden dürfen.
Aus den Bohrungen und aus den ausgebauten Grundwassersonden bzw. Brunnen wurden Wasserproben entnommen und untersucht. Die Wasserproben repräsentieren das Sickerwasser, das sich in den Gruben gestaut hat. Die Untersuchungen zeigen, daß die Sickerwässer stark verunreinigt sind und eine Gefährdung für das Grundwasser darstellen.
Datum der letzten Textüberarbeitung: Februar 1991
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