ALTLAST W7: Shell - Pilzgasse
| Bezirk: Gemeinde: Katastralgemeinde: Grundstücksnummern: | Floridsdorf Wien,Floridsdorf Donaufeld 84, 88, 89, 90/1, 90/2, 92, 93, 95, 96, 97, 98, 1422/3, 1422/4, 1428/1, 1428/2, 1428/3, 1428/4, 1428/5, 1428/6, 1428/7, 1428/8, 1461/6, 1461/7, 1461/8, 1461/9, 1461/10, 1461/11, 1461/12, 1461/13, 1461/14, 1461/15, 1461/16, 1461/17, 1461/18, 1500/1, 1500/14, 1500/15 | Art der Altlast: | Altstandort | Branche: | Mineralöl-Raffinerie | Betriebsgröße: | 100.000 m² | Betriebszeitraum: | 1924 bis 1970 | Schadstoffe: | Mineralöl | Gefährdete Schutzgüter: | Grundwasser | Prioritätenklasse: | 1 | Datum der Altlastausweisung: | 6.3.1990 | Datum der Prioritätenklassifizierung: | 5.7.1990 | Status Sanierung im Altlastenatlas: | Sicherung in Durchführung | letzte Aktualisierung im Altlastenatlas: | 30.8.1993 |
Beschreibung der Altlast
Übersichtskarte
Bei der Altlast "Shell-Pilzgasse" im 21. Wiener Gemeindebezirk handelt es sich um die ehemalige Raffinerie der Shell Austria AG. Die Erdölraffinerie wurde von 1924 bis 1970 betrieben.
In einer Stellungnahme der Shell Austria AG wird angegeben, daß von 1939 bis 1955, als die Raffinerie nicht von der Shell Austria AG betrieben wurde, durch Kriegseinwirkungen und unsachgemäße Betriebsführung Mineralöl in den Untergrund gelangte.
Das Gelände der Altlast wird derzeit industriell genutzt. Im Osten der Altlast befinden sich Kleingartensiedlungen.
Der Grundwasserkörper setzt sich aus den sandigen Kiesen der quartären Donauschotter mit einer Mächtigkeit von ca. 10 m und darunterliegenden tertiären, feinkörnigen Sedimenten (Sand bis Tegel) zusammen. Die bis zu 6 m mächtige Deckschicht wird von Ausanden oder Anschüttungen gebildet. Der Grundwasserspiegel liegt bei mittleren Grundwasserverhältnissen ca. 6 m unter Gelände.
Die großräumige Grundwasserströmungsrichtung ist Südosten. Im Abströmbereich der Altlast befinden sich zahlreiche Hausbrunnen in Kleingartensiedlungen.
Gefährdungsabschätzung
Grundlagen für die Gefährdungsabschätzung sind:
- Grundwasseruntersuchungen in Schürfgruben
- Grundwasseruntersuchungen in Sonden
Diese Unterlagen wurden dem Umweltbundesamt von der Magistratsabteilung 45 des Magistrates der Stadt Wien zur Verfügung gestellt.
Im März 1988 wurden auf dem noch unverbauten Gelände der Altlast 15 Schürfgruben errichtet. Dabei konnte augenscheinlich eine Verunreinigung des Untergrundes und des Grundwassers mit Mineralöl in allen Schürfgruben festgestellt werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen der Grundwasserproben, die in den Schürfgruben entnommen wurden, bestätigen die Beurteilung vor Ort. Die Analysen ergaben Konzentrationen der Mineralölprodukte im Grundwasser von 63 mg/l bis 24 Vol%.
Grundwasserstromab der Altlast wurden 7 Grundwassersonden beprobt. Die Analyseergebnisse zeigen, daß in 3 Proben die Trinkwassergrenzwerte für den Parameter Summe Kohlenwasserstoffe überschritten wurden (0,16 - 2,95 mg/l). Anhand der vorhandenen Unterlagen kann nicht beurteilt werden, wie groß die Ausdehnung der Verunreinigung des Grundwasserkörpers ist und ob die Hausbrunnen in den grundwasserstromab liegenden Kleingartensiedlungen bereits betroffen sind. Es wurde jedenfalls eine großräumige Verunreinigung des Grundwassers festgestellt.
Datum der Texterstellung: April 1990
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