ALTLAST W9: Wienerberg - West

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Favoriten
Wien,Favoriten
Inzersdorf Stadt
auf Anfrage
Art der Altlast:Altablagerung
Art der Ablagerungen:Aushubmaterial/Abraum,
Bauschutt,
gefährliche Abfälle,
Hausmüll
Volumen:5.500.000 m³
Ablagerungszeitraum:bis 1975
Schadstoffe:reduzierende Verhältnisse,
Quecksilber
Gefährdete Schutzgüter:Grundwasser,
Luft
Prioritätenklasse:1
Datum der Altlastausweisung:12.3.1990
Datum der Prioritätenklassifizierung:5.7.1990
Status Sanierung im Altlastenatlas:Sicherung in Durchführung
letzte Aktualisierung im Altlastenatlas:1.9.1995

Beschreibung der Altlast

© Umweltbundesamt Übersichtskarte Übersichtskarte

Die Altlast umfaßt die ehemaligen Ziegelgruben der Fa. Wienerberger im 10. Wiener Gemeindebezirk, die in den letzten 100 Jahren bis ca. 1975 verfüllt wurden. Die Fläche ist ca. 1 km² groß, zur Ablagerung gelangten Abraummaterial, Bauschutt, Sperr-, Haus- und Sondermüll mit einem Gesamtvolumen von ca. 5,5 Mio m³.

Technische Einrichtungen zur Verhinderung eines Schadstoffaustrages aus dem Deponiebereich sind keine vorhanden. Die Altlast liegt im Bereich pannoner Feinsedimente, die sich aus Tegel mit geringmächtigen, grundwasserführenden Sandeinlagen zusammensetzen und teilweise von quartären Schottern der Wienerbergterrasse überlagert werden. Die Müllschüttungen tauchen stellenweise über 10 m in das Grundwasser ein.

Derzeit wird das Gelände als Industriestandort, für Freizeiteinrichtungen und als Brachland genützt. Die Altlast liegt im Wasserschongebiet der Heilquelle Oberlaa. In der Umgebung sind keine Trinkwassernutzungen des Grundwassers bekannt.

Gefährdungsabschätzung

Grundlagen für die Bewertung des Gefahrenpotentiales sind die Ergebnisse von

- Erkundungsbohrungen

- Eluatuntersuchungen

- Grundwasseruntersuchungen

- Deponiegasmessungen.

Bei der Herstellung der Bohrungen wurden Bodenproben gezogen und Eluatuntersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, daß die Ablagerungen vorwiegend den Deponieklassen 2 und 3 der "Richtlinien über die Untersuchung und Beurteilung von Abfällen" von Nordrhein-Westfalen entsprechen. An 2 Stellen wurden Teerablagerungen angetroffen, die Konzentrationen für die Parameter Phenol und Summe Kohlenwasserstoffe im Eluat lagen über den Grenzwerten für die Deponieklasse 3.

Bei den Grundwasseruntersuchungen wurden im Deponiebereich sehr hohe Werte für die Parameter Leitfähigkeit, KMNO4, NH4, Summe Kohlenwasserstoffe, Eisen, Quecksilber und chlorierte Kohlenwasserstoffe festgestellt. Die Anreicherung des Grundwassers innerhalb der Deponie mit Schadstoffen wird durch die geringe Grundwasserströmung und die hohe Aufenthaltszeit des Grundwassers im Deponiebereich gefördert.

An einigen Stellen am Rande und außerhalb der Ablagerungsbereiche wurden starke Verunreingungen des Grundwassers durch CKW festgestellt, die auch auf andere Schadstoffemittenten außer der vorliegenden Altlast schließen lassen.

Im Grundwasserabstrombereich der Deponie wurden erhöhte Konzentrationen bei der Summe der Kohlenwasserstoffe, KMNO4, NH4 und Quecksilber im Grundwasser festgestellt. Dadurch ist nachgewiesen, daß die Schadstoffe, die im Deponiebereich festgestellt wurden, bereits mit dem Grundwasser weitertransportiert wurden und den Grundwasserkörper grundwasserstromabwärts der Deponie beeinträchtigen.

Die Ergebnisse der Deponiegasuntersuchungen zeigen, daß in der Bodenluft bis zu 60 Vol% Methan enthalten ist. An der Deponieoberfläche wurden bis zu 0,3 Vol% Methan in der Luft gemessen. Eine Beeinträchtigung des Schutzgutes Luft ist daher eindeutig nachgewiesen. Eine akute Gefährdung ist durch das Austreten von Deponiegas nicht gegeben. Da eine Migration des Deponiegases nicht ausgeschlossen werden kann, ist auch eine Beeinträchtigung der Deponieumgebung möglich.

 

 

Datum der Texterstellung:    Februar 1990