Tiefenprüfungen
UNFCCC Tiefenprüfungen
Die Österreichische Treibhausgas-Inventur wird jährlich einer Tiefenprüfung durch die UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) unterzogen. Ergebnisse dieser Prüfungen werden zunächst in ein Inventurverbesserungsprogramm aufgenommen, danach in der Inventur umgesetzt. Die Tiefenprüfungen leisten somit einen Beitrag zur ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung nationaler Inventuren.
Im Oktober 2001 fanden erstmals zwei voneinander unabhängige UNFCCC-Tiefenprüfungen (sogenannte "Reviews") durch internationale Fachexpertengruppen statt. Zahlreiche weitere Tiefenprüfungen folgten, zuletzt 2011 in Form eines "Centralized Reviews".
Tiefenprüfung 2011 ("Centralized Review")
Die letzte Tiefenprüfung der Treibhausgasinventur ("Centralized Review") fand von 29. August bis 02. September 2011 statt. Vom Klimasekretariat der UNFCCC nominierte ExpertInnen kamen in Bonn ("zentral") zusammen, um den nationalen Inventurbericht (Austria's National Inventory Report - NIR) in Hinblick auf Vollständigkeit, Transparenz und Übereinstimmung mit den Anforderungen des Regelwerks der IPCC zu prüfen.
Ein endgültiges Ergebnis der Prüfung in Form eines Review-Berichts liegt noch nicht vor. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Österreichische Treibhausgas-Inventur auch diesmal als qualitativ hochwertig beurteilt wird und Österreich somit weiterhin zur Teilnahme an den flexiblen Mechanismen unter dem Kyoto-Protokoll berechtigt ist.
Tiefenprüfung 2007 ("In-Country Review")
Die Tiefenprüfung im Februar 2007 ("In-country Review" in Wien) war von besonderer Bedeutung, da sie zusätzlich zur Treibhausgas-Inventur auch die Prüfung des nationalen Inventursystems und des Emissionshandelsregisters auf ihre Erfüllung der Anforderungen unter dem Kyoto Protokoll umfasste (Durchführung in Kombination mit dem Review des Initial Report under the Kyoto Protocol). Im Rahmen dieser Tiefenprüfung wurden die Emissionen des Kyoto-Basisjahres und somit die für Österreich erlaubten Emissionsmengen in der Kyoto-Periode 2008-2012 endgültig festgelegt.
Der positive Ausgang dieser Prüfung ist für ein Land auch die Voraussetzung für die Verwendung der sogenannten flexiblen Mechanismen zur Erreichung des Kyoto-Ziels. Zu den flexiblen Mechanismen zählen Projekte zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Ausland (JI/CDM Projekte) und der Handel mit Emissionszertifikaten (Emissionshandel). Österreich erhielt am 5. April 2008 die Berechtigung zur Teilnahme an den flexiblen Mechanismen unter dem Kyoto-Protokoll aufgrund des positiven Ergebnisses dieser Tiefenprüfung, veröffentlicht im Initial Review Report 2007. Die Resultate dieser Tiefenprüfung sind auch im Prüfbericht zur Treibhausgas-Inventur 2006 ("In-country Review 2006") dokumentiert.
CLRTAP Tiefenprüfungen
Auch die Inventur der Nicht-Treibhausgase wird regelmäßig einer Expertenprüfung unterzogen. Diese findet in 3 Etappen statt ("status", "synthesis and assessment", "in-depth") und hat zum Ziel, die Qualität der Emissionsdaten sowie relevanter Informationen zu prüfen/bewerten und eine Inventurverbesserung anzuregen. Die letzte ausführliche Prüfung der österreichischen Luftschadstoffinventur (Inventurbericht: Informative Inventory Report/IIR) fand im Juni 2010 in Form eines „Centralized Reviews“ in Kopenhagen statt, mit dem Ergebnis einer sehr guten Beurteilung hinsichtlich Genauigkeit und Transparenz: Review Report for Austria 2010
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