Ramsar-Konvention
Das "Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensräume für Wat- und Wasservögel, von internationaler Bedeutung" (Ramsar-Konvention) wurde 1971 in Ramsar (Iran) unterzeichnet. Wesentliches Anliegen der Ramsar-Konvention ist die Förderung der Erhaltung von Feuchtgebieten. Der Schutz von Wasser- und Watvögel wurde mittlerweile auf den generellen Schutz von Feuchtgebieten ausgeweitet.
Neben der Nennung von Feuchtgebieten für die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar-Gebiete) sollen von den Vertragsparteien die internationale Zusammenarbeit, der Gedankenaustausch über Feuchtgebietsschutz und die wohlausgewogene Nutzung ("wise use") von Feuchtgebieten gefördert werden.
Ramsar-Gebiete
Gebiete für die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung werden u.a. nach ihrer botanischen, zoologischen und hydrologischen Bedeutung ausgewählt. Unter wohlausgewogener Nutzung von Feuchtgebieten ("wise use") ist ihre nachhaltige Nutzung "zum Wohle der Menschheit in einer mit dem Erhalt der Naturgüter des Ökosystems im Einklang stehenden Weise" zu verstehen.
Weltfeuchtgebietstag
Der Weltfeuchtgebietstag wird jedes Jahr am 2. Februar gefeiert. 2011 war das Motto "Forests for Water and Wetlands", 2012 ist "Wetlands and Tourism" gewidmet.
Ökosystemleistungen
Mit der steigenden Zahl an Vertragsstaaten, vor allem aus den Entwicklungsländern, öffnete sich auch stärker der Blick für die Bedeutung von Feuchtgebieten als Lebensgrundlage und die bereit gestellten Ökosystemleistungen. Mit ihrem Ansatz der wohl ausgewogenen Nutzung und dem Netzwerk geschützter Gebiete leistet die Ramsar-Konvention einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt (Gene, Arten, Ökosysteme).
Ramsar in Österreich
Österreich trat der Ramsar-Konvention 1983 bei. Gesetzlicher Schutz für Feuchtgebiete ist seitens der Landesnaturschutzgesetze und des Bundeswasserrechtes gegeben. Über den Vertragsnaturschutz werden Möglichkeiten der partnerschaftlichen Zusammenarbeit geschaffen. Dabei werden Verträge zwischen öffentlichen Institutionen oder Vereinen und den Grundeigentümern abgeschlossen.
Österreich hat 20 Ramsar-Gebiete von internationaler Bedeutung ausgewiesen. Die Umsetzung der Ramsar-Konvention erfolgt u.a. mittels der EU-Naturschutzprogramme von LIFE+.
Ramsar-Gebiete in Österreich
| Ramsar-Gebiet | Bundesland | Fläche (in ha) |
| Neusiedler See und Lacken im Seewinkel | Burgenland | 44.229 |
| Donau-March-Auen | Niederösterreich | 38.500 |
| Untere Lobau | Wien | 915 |
| Stauseen am Unteren Inn | Oberösterreich | 870 |
| Rheindelta, Bodensee | Vorarlberg | 1.960 |
| Pürgschachen Moor | Steiermark | 62 |
| Sablatnigmoor bei Eberndorf | Kärrnten | 96 |
| Rotmoos im Fuschertal | Salzburg | 58 |
| Hörfeld | Kärrnten, Steiermark | 137 |
| Waldviertler Teich-, Moor- und Flusslandschaft | Niederösterreich | 13.000 |
| Lafnitztal | Burgenland, Steiermark | 2.180 |
| Nationalpark Kalkalpen | Oberösterreich | 18.532 |
| Moore am Pass Thurn | Salzburg | 190 |
| Moore am Sauerfelder Wald | Salzburg | 119 |
| Moore am Schwarzenberg | Salzburg | 266 |
| Moore am Überling | Salzburg | 264 |
| Moore am Nassköhr | Steiermark | 211 |
| Moor- und Seenlandschaft Keutschach-Schiefling | Kärnten | 543 |
| Bayerische Wildalm und Wildalmfilz | Tirol | 132 |
| Autertal/Lorenzener Hochmoor | Kärnten | 48 |
| Gesamt | Österreich | 122.312 |
Die österreichische Feuchtgebietsstrategie
Um ein wesentliches Ziel der Ramsar-Konvention, die nachhaltige Nutzung von Feuchtgebiete, zu erreichen, wurden von den Ramsar-Vertragsstaatenkonferenzen "Nationale Feuchtgebietsprogramme" gefordert. Österreich präsentierte 1999 seine österreichische Feuchtgebietsstrategie.
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