CO2-Emissionen von Neuzulassungen auch 2009 gesunken

Ergebnisse des CO2-Monitorings 2010

© Krutak, Energieagentur

Im Jahr 2009 wurden in Österreich 318.739 Pkw (Kategorie diesel- und benzinbetriebene Pkw) neu zugelassen; gegenüber dem Vorjahr waren dies 26.034 Pkw mehr (+ 8,9 %). Rund 46 % der Neuzulassungen waren Dieselfahrzeuge und rund 54 % Fahrzeuge mit Benzinmotor. Dadurch gab es im Jahr 2009 erstmals mehr Zulassungen an Benzin- als an Dieselfahrzeugen (2008:55 % Dieselfahrzeuge und 45 % benzinbetriebene Fahrzeuge).

Bei den Benzinfahrzeugen sind insgesamt 1.055 Hybrid-Pkw (Benzin-/Elektroantrieb) und 1.428 ethanolbetriebene (E85, Flexfuel) enthalten. Des Weiteren wurden noch 270 Erdgasfahrzeuge, 227 Fahrzeuge für kombinierten Benzin- und Erdgasbetrieb, 3 Fahrzeuge für kombinierten Benzin- und Flüssiggasbetrieb sowie 39 Elektrofahrzeuge neu zugelassen.

Durchschnittliche CO2-Emissionen von Neuzulassungen auf 150,3 g/km gesunken

Die errechneten CO2-Emissionen lagen im Durchschnitt bei Benzin betriebenen Fahrzeugen bei 148 g/km und bei Dieselfahrzeugen bei 153 g/km. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen aller Benzin und Diesel betriebenen Fahrzeuge betrug 150,3 g/km.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Umweltbundesamt im aktuellen Bericht, der im Auftrag des Lebensministeriums die Berichtspflicht an die Europäische Kommission erfüllt. Gemäß Art. 4, Abs. 4 des EU-Beschlusses 1753/2000/EG haben die EU-Mitgliedstaaten jährlich einen Bericht über die durchschnittlichen Kohlendioxidemissionen aller Pkw-Neuzulassungen an die Europäische Kommission zu übermitteln.

Das CO2-Monitoring wurde im Jahr 2009 zum neunten Mal durchgeführt. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen sowohl für Dieselfahrzeuge als auch benzinbetriebene Fahrzeuge sind die niedrigsten im Berichtszeitraum.

Entwicklung der CO2-Emissionen 2000 - 2009 (in g/km)

  2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Diesel 162 161 161 161 159 161 164 164 160 153
Benzin 176 175 173 170 168 165 163 161 155 148

CO2-Grenzwert: 130g/km bis 2015

1998 hatte die Automobilindustrie eine Selbstverpflichtung mit dem Ziel vereinbart, bis 2008/09 die CO2-Emissionen der Neufahrzeuge im Flottendurchschnitt auf maximal 140 g CO2/km zu begrenzen. Das Ziel wird zumindest von der österreichischen Fahrzeugflotte verfehlt. Insgesamt erreichen, wie der jüngsten Statistik zu entnehmen ist, rd. 44 % der neu zugelassenen Fahrzeuge in Österreich das gesetzte Ziel. Toyota als JAMA-Mitglied erfüllt als einziger Hersteller – bezogen auf Österreich – das Ziel der Selbstverpflichtung der Automobilherstellerverbände.

 

In den letzten Jahren gab es technische Weiterentwicklungen, wie etwa in den Bereichen Direkteinspritzung und Aufladung (Turbo- und Kompressoraufladung), wodurch der spezifische Kraftstoffverbrauch der Motoren teils deutlich reduziert werden konnte. Diese Verbrauchsvorteile wurden zunächst vor allem durch den Trend zu leistungsstärkeren und schwereren Fahrzeugen teilweise kompensiert: So hat etwa die Motorleistung bei neu zugelassenen Dieselfahrzeugen von 2000 bis 2007 um über 24% zugenommen, wobei dieser Trend 2008 erstmals durchbrochen wurde. So stagnierte die Motorleistung bei dieselbetriebenen Fahrzeugen 2009 bei 93 kW, jene von benzinbetriebenen Fahrzeugen sank leicht von 74 kW im Jahr 2008 auf 71 kW im Jahr 2009.

 

Der in den vergangenen Jahren beobachtete sinkende Trend der CO2-Emissionen von Benzinfahrzeugen setzte sich auch 2009 fort. Bei Dieselfahrzeugen war in den Jahren 2004 bis 2006 ein Anstieg der durchschnittlichen CO2-Emissionen festzustellen, hauptsächlich verursacht durch den Trend zu schwereren und leistungsstärkeren Fahrzeugmodellen (vor allem SUV-Modelle). Nach 2008 sanken die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Diesel-Pkw auf 153 g/km.

 

Generell kann seit dem Jahr 2008 eine beschleunigte Reduktion der CO2-Emissionen der Neufahrzeuge beobachtet werden. Neben der Einführung weiterer Effizienzsteigerungen bei den Neufahrzeugen wurden in den letzten beiden Jahren verstärkt kleinere Fahrzeuge neu zugelassen, entgegen dem Trend, der die Jahre zuvor vorgeherrscht hat. Gründe hierfür dürfte es mehrere geben. Unter anderem haben die Finanz- und Wirtschaftskrise und die im Zuge der Konjunkturbelebung ergriffene Maßnahme der Verschrottungsprämie den Absatz von kleineren und verbrauchsarmen Fahrzeugen beschleunigt. Ebenfalls stellt die Verordnung 443/2009, welche 2009 vom Europäischen Parlament und Ministerrat beschlossen wurde und einen Zielwert von 130 g CO2/km über die ganze Neuwagenflotte der EU bis zum Jahr 2015 vorschreibt, bereits jetzt einen Anreiz für Automobilhersteller dar, ihr Portfolio an die zukünftigen Anforderungen anzupassen.