SUV – Sports Utility Vehicles

Sports Utility Vehicles schlecht fürs Klima

Sports Utility Vehicles (SUV) sind eine Mischform von Limousine und Geländewagen. Diese meist sehr schweren Fahrzeuge verfügen über sehr große Leistung und einen dadurch großen Energieverbrauch. Das hat enorm hohe Treibhausgasemissionen zur Folge.

© Umweltbundesamt/Groeger

SUVs sehen zwar aus wie Geländefahrzeuge, werden aber in der Praxis fast ausschließlich auf der Straße gefahren. Durch ihre Größe und das hohe Gewicht ist der Energieverbrauch dieser Fahrzeuge erheblich größer als bei "normalen" PKW.

Jede zehnte Neuzulassung ist ein SUV

9,5% der 308.594 in Jahr 2006 in Österreich neu zugelassenen Fahrzeuge stammten aus der Fahrzeugkategorie „SUVs und Geländewagen“. Der Dieselanteil bei SUVs und Geländewagen lag im selben Jahr bei etwa 83%. Im Jahr 2007 stieg der SUV-Anteil bei den Neuzulassungen auf einen Wert von 11,7% bei einer Gesamtzulassungszahl von 298.182 Fahrzeugen an. Trotz der veränderten wirtschaftlichen Lage und einem Rückgang der Fahrzeugneuzulassungen auf 293.697, lag der Anteil der SUV im Jahr 2008 noch immer bei 11,2%.

Hoher Verbrauch bedeutet hohe Treibhausgasemissionen

Kohlendioxidemission sind direkt vom Treibstoffverbrauch abhängig. Durch den hohen Treibstoffverbrauch der SUVs tragen diese Fahrzeuge einen erheblichen Teil zu den Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors bei. Verursacht etwa ein durchschnittlicher Diesel-Neuwagen in Österreich Emissionen in der Höhe von 160 Gramm pro Kilometer, liegen die der SUVs meist über 220 g/km. Demzufolge emittieren SUVs auf hundert Kilometer 6 Kilogramm mehr Kohlendioxid als ein durchschnittlicher Diesel-PKW.

Deutlich höhere Stickoxidemissionen erfordern umweltpolitische Maßnahmen

Speziell Stickoxid-Emissionen (NOx) der Diesel-SUVs sind - gegenüber konventionellen Pkw - bei höheren Lasten und Geschwindigkeiten umweltpolitisch relevant. 

 

Dies zeige eine Messkampagne an sechs SUVs der Abgasklassen EURO 3 und EURO 4 mit Motorleistungen zwischen 120 und 160 Kilowatt, durchgeführt von der Forschungsgesellschaft für Verbrennungsmaschinen und Thermodynamik mbH im Auftrag des Umweltbundesamtes.

 

Bei Stickoxiden (NOx) wiesen die SUVs um 16% bis 100% höhere Emissionswerte auf als ein repräsentativer Durchschnitt von Diesel-PKW. Es ergaben sich bei hohem Autobahntempo Stickoxid-Emissionen, die auf bzw. über dem Niveau moderner EURO 5 40 Tonnen Sattelfahrzeuge im Autobahnverkehr lagen. Da die getesteten SUVs etwa 50% der Stickoxide als Stickstoffdioxid (NO2) ausstoßen, die Sattelzugfahrzeuge aber nur etwa 10%, könnten bei weiter steigenden Zulassungszahlen und ohne entsprechende Gegenmaßnahmen die schweren Diesel-SUV bald eine wesentliche Quelle bei autobahnnahen Überschreitungen von Stickstoffdioxid -Grenzwerten nach Immissionsschutzgesetz-Luft werden.

  

Die Untersuchung zeigt klar, dass die Zunahme der SUVs bei den Neuzulassungen die Erreichung wichtiger umweltpolitischer Zielvorgaben erschwert.  Aus umweltpolitischer Sicht ist es wesentlich, spezifische Emissionen von SUVs drastisch zu reduzieren oder mittels geeigneter politischer Maßnahmen deren Zulassungszahlen zu verringern.

Sondersteuer für SUV

In einigen europäischen Staaten wird derzeit über eine Sondersteuer für SUVs diskutiert (Frankreich und Italien). In Österreich werden diese großen Autos im Rahmen der Normverbrauchsabgabe höher besteuert, die NOVA ist jedoch mit 16% gedeckelt. Seit 1. Juli 2008 werden zusätzlich zur bisher berechneten NOVA für Neuzulassungen ab 180 g CO2/km für jedes weitere Gramm über 180 g CO2/km zusätzliche 25 Euro (Malus) eingehoben. Dies wirkt sich im Besonderen auf Fahrzeugkategorien wie SUV aus.