Deponierung

Elektronisches Datenmanagement (EDM)

Relevante Anlagen(teile) (§40) waren bis 1. September 2008 zu registrieren. Seit 1. Jänner 2009 sind Art, Menge, Herkunft und Verbleib der Abfälle elektronisch so aufzuzeichnen, dass jederzeit ein Auszug oder eine Zusammenfassung aus den Aufzeichnungen möglich ist (§41). Die Deponiemeldung (§ 41 (5)) hat elektronisch zu erfolgen.

Für Kompartimente, in denen Abfälle mit hohen biologisch abbaubaren Anteilen abgelagert wurden, insbesondere Siedlungsabfälle, fordert die neue Deponieverordnung explizit zur Steuerung des Wasserhaushaltes und zur Steigerung des Deponiegaserfassungsgrades eine temporäre Oberflächenabdeckung auf maximal 20 Jahre zu errichten (§29(2)). Dadurch soll die Infiltration von Wasser zur Aufrechterhaltung der biologischen Abbauprozesse in den Abfällen mit hohen biologisch abbaubaren Anteilen weiterhin gewährleistet sein. Nach Abschluss der aktiven Stabilisierungsmaßnahmen und nach Abklingen der Hauptsetzungen ist die endgültige Oberflächenabdeckung einschließlich Oberflächendichtung aufzubringen.

Aufkommen und Behandlung von Deponiesickerwasser: Bestandsaufnahme an ausgewählten österreichischen Deponien

Sickerwasser aus Deponien, mit Ausnahme von Bodenaushubdeponien, muss entsprechend behandelt werden, bevor es in ein Fließgewässer eingeleitet werden darf. In einer Studie des Umweltbundesamtes wurden die unterschiedlichen Behandlungsweisen von Sickerwasser an 35 ausgewählten Deponien (vorzugsweise Massenabfalldeponien) in Österreich beschrieben und die anfallenden Sickerwassermengen erhoben. Es zeigte sich, dass rund zwei Drittel der Massenabfalldeponien ihr Sickerwasser einer Kläranlage zuführen, während bei den restlichen Massenabfalldeponien das Sickerwasser am eigenen Standort behandelt wird. Die Kosten der Sickerwasserentsorgung bzw. –behandlung zeigen große Unterschiede. Im Durchschnitt sind die Kosten der Behandlung am eigenen Standort höher als bei einer Behandlung in einer Kläranlage.  

Deponiegaserfassung

Durch die Errichtung von Entgasungssystemen wird ein Teil des Deponiegases aus der Deponie abgesaugt und behandelt. Dadurch sinkt die unkontrolliert aus der Deponie entweichende treibhauswirksame Deponiegasmenge. Das abgesaugte Deponiegas kann, sofern es in entsprechenden Mengen und Qualitäten anfällt, zur Erzeugung von Strom und für Heizzwecke genützt, nach Aufbereitung ins Erdgasnetz eingespeist oder in Hochtemperaturfackeln verbrannt werden. Bei diesen Behandlungsarten entsteht letztlich CO2, das treibhausneutral ist. Durch das inzwischen umgesetzte Ablagerungsverbot von Abfällen mit hohem organischem Anteil wird die produzierte Gasmenge, und parallel dazu auch die erfasste Gasmenge weiter abnehmen.