Mechanisch-Biologische Abfallbehandlung

Die mechanisch-biologische Abfallbehandlung (MBA) wird in Österreich - neben der direkten thermischen Behandlung - zur Vorbehandlung von Siedlungsabfällen und ähnlichen Gewerbeabfällen vor einer Deponierung bzw. vor einer weiteren thermischen Behandlung eingesetzt.

© A.S.A. Österreich

Durch verschiedene mechanische Behandlungs-schritte und eine in der Regel nachfolgende biologische Behandlung kann ein reaktionsarmer Abfall erzeugt werden, der entsprechend den Anforderungen der Deponieverordnung abgelagert werden darf. In Österreich werden dabei nur aerobe biologische Verfahren mit Frischluft- oder Abluftluftzufuhr in den Rotteprozess angewendet. Neben der Vorbehandlung vor einer Deponierung kann die MBA auch mit der Zielsetzung der Vorbehandlung von Abfällen vor einer thermischen Behandlung betrieben werden, wobei dabei die Abfälle zur weiteren thermischen Behandlung entweder abgetrennt oder trockenstabilisiert werden.

Im Jahr 2007 standen in Österreich 17 MBA-Anlagen mit Aerob-Technologie unterschiedlicher technischer Ausstattung in Betrieb. Bei der Behandlung fällt - in Abhängigkeit von der Betriebsweise und von der Art der behandelten Abfälle - rund 29 % der eingesetzten Abfallmenge als Deponiefraktion an, etwa 45 % werden als heizwertreiche Fraktion abgetrennt. Zusätzlich werden im Verfahrensprozess Stör- und Wertstoffe in geringeren Mengen (u. a. Eisen- und Nichteisen-Metalle) abgeschieden. Der Rest verlässt die Anlage im Idealfall als Wasserdampf und Kohlendioxid, die im Zuge der biologischen Abbauvorgänge entstehen (so genannter Rotteverlust). Im Regelfall befinden sich in der Abluft aber auch Methan und andere organische sowie leichtflüchtige Verbindungen, die eine Abluftreinigung erforderlich machen.

Anlagenstandorte und -kapazitäten in Österreich (in Tonnen pro Jahr)

Standort Bundesland Input 2006 [1] Kap. 2006 [2]
Aich-Assach Steiermark RM, GA, KS, SM 15.250
Allerheiligen Steiermark RM, KS, SM 17.100
Fischamend Niederösterreich RM, GA, SM 27.000
Frohnleiten Steiermark RM, KS 65.000
Frojach-Katsch Steiermark RM, SM 4.000
Halbenrain Steiermark RM, GA, KS, SM 70.000
Kufstein Tirol RM, SM 9.500
Lavant Ost-Tirol RM, GA, KS, SM 17.000
Liezen Steiermark RM, GA, SM 25.000
Linz Oberösterreich RM 65.000
Neunkirchen Niederösterreich RM, GA, SM 28.500
Oberpullendorf Burgenland RM, KS, SM 82.000
Ort im Innkreis Oberösterreich RM, SM 15.000
Siggerwiesen Salzburg RM, GA, SM 140.000
St. Pölten Niederösterreich RM, GA, SM 42.000
Wiener Neustadt Niederösterreich RM, SM 24.000
Zell am See Salzburg RM, GA, KS, SM 40.000
Summe Kapazität max. 686.350

[1] Neben den angeführten Inputfraktionen können weitere biologisch behandelbare Abfälle entsprechend MBA-Richtlinie (BMLFUW 2002) – siehe Kapitel 2.2.1 – in den mechanisch-biologischen Behandlungsprozess eingebracht werden.

 

[2] Kapazitäten nach derzeitiger Betriebsweise oder Ausbaustufe; Kapazitäten zur Verarbeitung von getrennt gesammelten biogenen Abfällen, welche in eigenen verfahrenstechnisch getrennten Verarbeitungslinien in der Anlage behandelt werden (Kompostierung), sind in den angegebenen Kapazitäten nicht enthalten.