Status der MBA in Österreich
Zu Jahresbeginn 2006 waren in Österreich 16 Anlagen zur mechanisch-biologischen Abfallbehandlung (MBA) in Betrieb, eine in Bau und zwei in Planung. Durch den Neubau von Anlagen in den letzten drei Jahren ist ein Schritt in Richtung verstärkte dezentrale Abfallvorbehandlung vor der Ablagerung gelungen. Die mechanisch-biologische Abfallbehandlung hat sich dabei als alternatives und begleitendes Vorbehandlungsverfahren zur thermischen Behandlung etabliert.
Richtlinie für die mechanisch-biologische Abfallbehandlung
Um Emissionen in die Umwelt zu unterbinden bzw. zu kontrollieren, ist eine über die Deponieverordnung hinausgehende Standardisierung des Betriebes von mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen erforderlich. Ein erster Schritt hierzu wurde in Österreich mit der Richtlinie für die mechanisch-biologische Behandlung von Abfällen (MBA-Richtlinie, BMLFUW 2002) im Jahr 2002 gesetzt.
Diese gibt einen einheitlichen Stand der Technik vor und dient der Orientierung aller Betroffenen (insbesondere von Planerinnen und Planern sowie Anlagenwerberinnen und -werbern). Behörden nutzen sie als Unterlage in Verfahren zur Genehmigung von MBA-Anlagen.
Statuserhebung
Das Umweltbundesamt hat in Kooperation mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft den aktuellen Status der MBA in Österreich erhoben. Die Studie "Ist-Stand der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung (MBA) in Österreich" zeigt, dass die Anpassung an den Stand der Technik der MBA-Richtlinie sowohl bei der Genehmigung von Neuanlagen als auch beim Betrieb von Altanlagen bisher nur in eingeschränktem Ausmaß erfolgte.
Anlagenkapazitäten
Die maximale Kapazität aller 16 MBA-Anlagen hat im Betrachtungszeitraum 2003–2005 zugenommen - von 441.350 Tonnen auf 669.350 Tonnen pro Jahr. Die Auslastung der im Jahr 2005 betriebenen MBA-Anlagen lag bei etwa 91 %, wobei aufgrund des zunehmenden Volllastbetriebes von MBA-Anlagen, die erst vor kurzem in Betrieb gegangen sind, mit einer weiter steigenden Auslastung gerechnet werden kann.
Behandelte Abfallmengen
Die in MBA-Anlagen behandelten Abfallmengen stiegen von 184.543 Tonnen im Jahr 2003 (acht bilanzierte MBA-Anlagen) auf 544.230 Tonnen im Jahr 2005 (13 bilanzierte MBA-Anlagen).
Die mengenmäßig bedeutendste Fraktion unter den Abfallinputfraktionen - Fraktionen, die in MBA-Anlagen zur Behandlung eingebracht werden - bildete dabei der Restmüllinput (Siedlungsabfälle und ähnliche Gewerbeabfälle). Er nahm im Betrachtungszeitraum von 120.391 auf 413.981 Jahrestonnen zu. Weitere wesentliche Inputfraktionen sind Gewerbeabfälle, Klärschlamm und Sperrmüll.
Anlagenoutput
Zur bedeutendsten Outputfraktion - Abfallfraktion, die aus MBA-Anlagen zur weiteren Behandlung gelangt - hat sich die abgetrennte heizwertreiche Fraktion entwickelt. Im Jahr 2005 entfielen ca. 45 % des Gesamtoutputs von MBA-Anlagen (242.696 Jahrestonnen, 13 bilanzierte MBA-Anlagen) auf die heizwertreiche Fraktion.
Die Deponiefraktion zeigt im Vergleichszeitraum einen prozentuell rückläufigen Trend von ca. 66 % im Jahr 2003 auf ca. 29 % im Jahr 2005. Dies obwohl mengenmäßig ein Anstieg von 122.494 Tonnen im Jahr 2003 (acht bilanzierte MBA-Anlagen) auf 159.476 Tonnen im Jahr 2005 (13 bilanzierte MBA-Anlagen) zu verzeichnen ist.
Der Output zur stofflichen Verwertung zeigt einen leichten prozentuellen Anstieg von 1,9 % im Jahr 2003 (acht bilanzierte MBA-Anlagen) auf 2,5 % im Jahr 2005 (13 bilanzierte MBA-Anlagen).
Der Rotteverlust - jene Menge, um die sich die Abfallmasse im aeroben biologischen Abbauprozesses reduziert - nahm von ca. 13 % im Jahr 2003 (acht bilanzierte MBA-Anlagen) auf ca. 23 % im Jahr 2005 (13 bilanzierte MBA-Anlagen) zu. Darin enthalten sind nicht bilanzierbare abgetrennte Stör- und Wertstoffe. Die Zunahme resultiert im Wesentlichen aus der Anpassung der MBA-Anlagen an die Anforderungen der Deponieverordnung und der damit einhergehenden verbesserten Steuerung des Rotteprozesses.
Abgasreinigung
Als Abgasreinigungsaggregate für die Abgasströme aus der mechanischen Aufbereitung kommen vorwiegend Staubfilter in der Ausführung von Schlauchfiltern zum Einsatz. Insgesamt sieben MBA-Anlagen verwenden solche Abgasreinigungsaggregate.
Für die Behandlung der Abgase aus den aerob biologischen Behandlungsprozessen kommen unterschiedliche Abgasreinigungsaggregate zur Anwendung. Das am Häufigsten eingesetzte Abgasreinigungsverfahren ist die Kombination eines Wäschers mit einem Biofilter, welche bei sieben MBA-Anlagen eingesetzt wird. Vier MBA-Anlagen verwenden ausschließlich einen Biofilter zur Abgasreinigung. Drei der 16 betrachteten MBA-Anlagen führen die Abgase der aeroben biologischen Behandlung keiner Abgasreinigung zu.
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