Thermische Behandlung und Verwertung von Abfällen und Reststoffen in der Zellstoff-, Papier-, Span- und Faserplattenindustrie

Durch Datenerhebungen in Betrieben der Zellstoff-, Papier-, Span-, und Faserplattenindustrie (Bezugsjahr: 2002) konnten Aussagen über den Einsatz inner- und außerbetrieblicher Abfälle und Reststoffe sowie über erwartete Entwicklungen getroffen werden. Weiters wurden Transferkoeffizienten zur Beschreibung der Schadstoffverteilung in Input- und Outputströmen von Wirbelschichtöfen ermittelt.

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Die Datenerhebung in den Betrieben erfolgte über eine Fragebogenaktion und anschließende Betriebsbesuche, wobei die Mengen und Qualitäten eingesetzter Abfälle und Reststoffe, Rückstände und Emissionen der thermischen Verwertung, Transferkoeffizienten und freie Kapazitäten ermittelt wurden.

Die Gesamtmengen der innerbetrieblich thermisch verwerteten Abfälle und Reststoffe in den untersuchten Betrieben belaufen sich auf 974.750 Tonnen Trockensubstanz pro Jahr, die der außerbetrieblich übernommenen und thermisch verwerteten Abfälle auf 170.450 Tonnen Trockensubstanz pro Jahr (Bezugsjahr: 2002). Damit waren die im Jahr 2002 zur Verfügung stehenden Kapazitäten weitgehend ausgeschöpft. Seitens der Betriebe bestand jedoch Interesse an einer Ausweitung dieser Aktivitäten. Einige Projekte zur verstärkten thermischen Verwertung außerbetrieblich übernommener Reststoffe standen bereits kurz vor Vollendung, andere befanden sich noch in der Planungsphase.

 

Bei den festen Rückständen aus der thermischen Verwertung fallen, in Abhängigkeit von Menge und Zusammensetzung der eingesetzten Brennstoffe und des zur Rauchgasreinigung eingebrachten Additivs, ca. 220.000 Tonnen Asche an.

Ergebnis: Verteilung ausgewählter Stoffe

Mittels Transferkoeffizienten kann die Verteilung von Stoffen (z.B. Schwermetallen), die über verschiedene Inputströme (z.B. Rohmaterialien, Brennstoffe) in eine Anlage eingebracht werden, auf die einzelnen Outputströme (z.B. Filteraschen, Abluft) dargestellt werden. Für die Wirbelschichtöfen der Papier- und Zellstoffindustrie ergeben sich in Abhängigkeit von der Bauart (stationäre oder zirkulierende Wirbelschicht) und des Filters (Elektro- oder Gewebefilter) folgende Transferkoeffizienten:

Wirbelschichtverfahren Filtertechnologie
Element Reingas Bettasche zirk. WS Bettasche stat. WS Elektrofilter-asche Gewebefilter-asche
Cl 0,04 0,02 0,03 0,94 0,93
As 0,005 0,08 0,15 0,90 0,85
Cd 0,01 0,01 0,01 0,98 0,98
Co 0,001 0,10 0,10 0,90 0,90
Cr 0,001 0,10 0,10 0,90 0,90
Hg 0,20 0,10 0,10 0,70 0,70
Ni 0,001 0,10 0,10 0,90 0,90
Pb 0,01 0,07 0,07 0,92 0,92
Zn 0,01 0,10 0,20 0,89 0,79

Der Transferfaktor in das Reingas wird durch die Effizienz der Staubabscheidung beeinflusst, da sich der Emissionswert beim Abgas hauptsächlich durch die Staubfracht und deren Inhaltsstoffe erklärt. Die ermittelten Werte zeigen, dass alle Stoffe mit Ausnahme von Chlor und Quecksilber zu mindestens 99% in die Bett- und Filterasche gehen. Im Reingas ist einzig der Anteil von Quecksilber höher (rd. 20% des Inputs), wobei die Brennstoffe allerdings eine äußerst geringe Belastung aufweisen.