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ALTLAST N6: Aluminiumschlackendeponie
Bezirk: Gemeinde: Katastralgemeinde: Grundstücksnummern: | Wiener Neustadt Wiener Neustadt Wiener Neustadt 3188, 3189, 3190 |
Art der Altlast: | Altablagerung |
Art der Ablagerungen: | Bauschutt, gefährliche Abfälle, Industrie-/Gewerbemüll |
Volumen: | 360.000 m³ |
Ablagerungszeitraum: | seit 1974 |
Schadstoffe: | Metalle |
Gefährdete Schutzgüter: | Grundwasser |
Prioritätenklasse: | 2 |
Datum der Altlastausweisung: | 19.2.1991 |
Datum der Prioritätenklassifizierung: | 28.6.1991 |
Status Sanierung im Altlastenatlas: | - |
letzte Aktualisierung im Altlastenatlas: | 10.7.1991 |
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 Übersichtskarte
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Beschreibung der AltlastDie Altlast "Aluminiumschlackendeponie" ist eine Kiesgrube im Westen von Wiener Neustadt, die seit 1974 mit Abfällen aufgefüllt wurde. Zur Zeit findet eine Aufschüttung über Gelände statt. Betreiber der Deponie ist die Fa. Berger Ges.m.b.H. |
Die Deponie ist 8–10 m tief und weist bei einer Fläche von ca. 40.000 m² ein Volumen von ca. 360.000 m³ auf. Abgelagert wurden Abfälle der Holz- und Textilindustrie (1974–1983), Bauschutt und Aluminiumschlackenstaub der Fa. Almeta (seit 1978). Es wird vermutet, daß auch andere Abfallarten, wie z.B. Hausmüll, zur Ablagerung kamen.
Die Altlast liegt innerhalb der Mitterndorfer Senke. Die quartären Schotter und Sande weisen im Bereich der Deponie einen Schluffanteil in unterschiedlichem Ausmaß auf. Die Deponiesohle liegt ca. 2 m über den höchsten Grundwasserständen. Der gut durchlässige Grundwasserkörper ist ca. 40 m mächtig. Das Grundwasser fließt großräumig mit einer Geschwindigkeit von 4–6 m/d nach Nordosten.
Deponieeinrichtungen zum Schutz des Grundwassers sind nicht vorhanden. Die von der Behörde vorgeschriebene Basisabdichtung wurde nicht ausgeführt. Die Ablagerungen, auch des Aluminiumschlackenstaubes, erfolgten direkt auf den durchlässigen Untergrund. Die Sickerwässer werden nicht gesammelt und behandelt. Die Oberfläche der Deponie wurde zum Teil mit einer mineralischen Dichtung abgedeckt.
Die Altlast liegt im Grundwasserschongebiet des Wasserwerkes West der Stadt Wiener Neustadt, das ca. 2,5 km in Richtung NNO entfernt ist. Das Wasserwerk Ost liegt ca. 7 km in nordöstlicher Richtung. Die nächstgelegenen Wohnhäuser sind ca. 500 m entfernt, die Siedlungsgebiete von Weikersdorf und Wiener Neustadt sind ca. 2 km entfernt. |
GefährdungsabschätzungBei Kontrolluntersuchungen des Aluminiumschlackenstaubes, die von der Behörde vorgeschrieben waren, wurden im Eluat hohe Konzentrationen an Natrium, Kalium und Chlorid gemessen. Schwermetalle wurden nur in geringem Ausmaß gelöst. Bei der Untersuchung einer Probe des abgelagerten Aluminiumschlackenstaubes wurden 2.095 mg/kg Blei festgestellt.
Zur Untersuchung des Grundwassers im Bereich der Deponie wurden vier Grundwassersonden errichtet. Eine davon grundwasserstromauf als "Nullsonde", drei im Grundwasserabstrombereich. Diese Sonden wurden dreimal beprobt. Die Analysen der Grundwasserproben ergaben Überschreitungen der Trinkwassergrenzwerte bei den in Tabelle 1 angegebenen Parametern. |
Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen für ausgewählte Parameter
| Aluminium Ammonium Nitrit Natrium Kalium Sauerstroff KMnO4-Verbrauch |
bis 2.280 µg/l bis 112 mg/l bis 0,18 mg/l bis 85 mg/l bis 108 mg/l bis < 0,1 mg/l bis 43 mg/l |
200 µg/l 0,1 mg/l 0,01 mg/l 50 mg/l 10 mg/l > 5,0 mg/l 8 mg/l | |
Die festgestellten Beeinträchtigungen des Grundwassers im Abstrombereich der Deponie können grundsätzlich auf die Ablagerung von Aluminiumschlackenstaub und die chemischen Prozesse, die bei Kontakt des Aluminiumschlackenstaubes mit Wasser ablaufen, zurückgeführt werden.
Die vorliegenden Meßwerte der Schwermetallkonzentrationen im Grundwasser liegen bis auf den Zinkgehalt von 14 mg/l in einer Probe unter den Trinkwassergrenzwerten und lassen eine Beurteilung, ob eine Beeinträchtigung des Grundwassers im Bereich der Altlast durch Schwermetalle stattfindet, nicht zu.
Die Grundwasserproben eines Probenahmetermines wurden auch auf chlorierte Kohlenwasserstoffe untersucht. Dabei zeigte sich, daß alle vier Proben, also auch in der aus der Nullsonde, deutlich erhöhte Tetrachlorethenkonzentrationen (bis 150 µg/l) aufwiesen. Das bedeutet, daß bereits durch Tetrachlorethen verunreinigtes Grundwasser der Altlast zuströmt. Anhand der vorliegenden Meßwerte kann keine zusätzliche Verschlechterung der Grundwasserqualität durch chlorierte Kohlenwasserstoffe im Bereich der Altlast festgestellt werden.
Im weiteren Abstrombereich der Altlast sind zwei Grundwasserentnahmestellen vorhanden, die von der NÖ Umweltschutzanstalt beprobt wurden. Eine Grundwassersonde liegt ca. 100 m in Hauptfließrichtung (NO). In den Grundwasserproben aus dieser Sonde wurde ein verringerter Sauerstoffgehalt, erhöhte Werte für Ammonium und Nitrit sowie Spuren von Aluminium und Zink festgestellt.
Die zweite Grundwasserentnahmestelle ist ein Brunnen, der ca. 500 m in Richtung NNO, also nicht direkt in Hauptfließrichtung des Grundwassers, liegt. Die vorliegenden Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen zeigen, daß das Grundwasser aus diesem Brunnen außer Spuren von Aluminium und Zink keine auffälligen Konzentrationen bei den untersuchten Inhaltsstoffen aufweist.
Vom hydrogeologischen Amtssachverständigen des Amtes der NÖ Landesregierung wird eine Gefährdung der Wasserwerke West und Ost der Stadt Wiener Neustadt ausgeschlossen. Diese Feststellung wird damit begründet, daß die Entfernung der Wasserwerke zur Altlast (2,5 km und 7 km) ausreichend groß ist und das näherliegende Wasserwerk West nicht direkt in der Hauptfließrichtung des Grundwassers liegt. Im unmittelbaren Abströmbereich der Deponie wird das Grundwasser nicht für Trinkwasserzwecke genutzt. Dennoch ist dem Schutzgut Grundwasser eine hohe Bedeutung zuzumessen, da die Altlast in einem Grundwasserschongebiet liegt und ein bedeutender Grundwasserkörper betroffen ist.
Datum der Texterstellung: Jänner 1991 |
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