ALTLAST N18: ÖMV-Raffinerie Schwechat

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Wien-Umgebung
Schwechat
Mannswörth
428/6, 429/1, 751
Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Wien-Umgebung
Schwechat
Schwechat
978/1
Art der Altlast:Altstandort
Branche:Mineralöl-Raffinerie
Betriebsgröße:1.440.000 m²
Betriebszeitraum:seit 1941
Schadstoffe:Mineralöl
Gefährdete Schutzgüter:Grundwasser
Prioritätenklasse:-
Datum der Altlastausweisung:30.11.1992
Datum der Prioritätenklassifizierung:-
Art der Sanierungsmaßnahmen:Sperrbrunnen
Datum des Eintrages als saniert:15.3.2010
letzte Aktualisierung im Altlastenatlas:1.12.1992

Beschreibung der Altlast

© Umweltbundesamt Übersichtskarte Übersichtskarte

Die Altlast ist das Betriebsgelände der ÖMV Raffinerie in Schwechat. Die Altlast schließt östlich an das Siedlungsgebiet von Schwechat an und ist ca. 1 km von der Wiener Stadtgrenze entfernt.

Der Raffineriestandort existierte schon vor dem zweiten Weltkrieg und wurde 1960 von der ÖMV in Betrieb genommen. Derzeit können an diesem ca. 1,5 km² großen Standort zehn Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr verarbeitet werden.

Bei der Verarbeitung von Rohöl werden in der Raffinerie Schwechat im wesentlichen folgende Produkte hergestellt:

Chemische Grundstoffe, Flüssiggas, Ottokraftstoffe, Diesel, Heizöle, Schmieröl, Bitumen und Schwefel.

Vermutlich durch undichte Abwasseranlagen, Tankanlagen und Rohrleitungen und auch durch Beschädigungen von Betriebsanlagen im Krieg wurde der Untergrund im Raffineriebereich kontaminiert.

Die ÖMV-Raffinerie in Schwechat liegt aus geologischer Sicht im Wiener Becken, im Bereich der eiszeitlichen Schotterterrassen der Donau. Die Donauschotter bilden gemeinsam mit den Sedimenten des Schwechattales einen bedeutenden Grundwasserkörper mit Mächtigkeiten von 10 m bis 20 m.

Das Grundwasser strömt großräumig ungefähr entsprechend dem Verlauf der Schwechat von Südwesten nach Nordosten zur Donau. Die lokalen Grundwasserströmungsrichtungen sind jedoch großen Schwankungen in Abhängigkeit der Wasserstände der Oberflächengewässer (Schwechat, Donau) und des Betriebes der Grundwasserentnahmen in diesem Gebiet unterworfen.

Im Umfeld der Raffinerie existieren zahlreiche Brunnen verschiedener Betriebe und öffentlicher Wasserversorgungsanlagen mit großen Grundwasserentnahmemengen, die insgesamt eine angespannte Grundwassersituation in quantitativer Hinsicht verursachen.

Gefährdungsabschätzung

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, daß im Bereich der ÖMV Raffinerie Schwechat das Grundwasser massiv mit Mineralölprodukten kontaminiert ist. Eine am Grundwasser aufschwimmende "Ölschicht" verlagerte sich im Beobachtungszeitraum 1990–1991 nur geringfügig innerhalb der Grenzen des Betriebsgeländes.

Emissionen von gelösten aliphatischen Kohlenwasserstoffen aus dem Raffineriebereich in das Grundwasser der Umgebung wurden entsprechend den vorhandenen Unterlagen keine festgestellt.

Seit 1987 werden Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, um die Mineralölprodukte aus dem Grundwasser zu entfernen. Mit Hilfe von Brunnen wird das Grundwasser örtlich abgesenkt und dadurch ein Zuströmen der am Grundwasser aufschwimmenden Mineralölprodukte zu den Brunnen verursacht. Die in den Brunnen sich ansammelnden Mineralölprodukte werden getrennt vom Grundwasser entnommen und in der Raffinerie wiederverwertet. Das entnommene Grundwasser wird größtenteils über einen Versickerungsbrunnen wieder dem Grundwasserkörper zugeführt.

 

Datum der Texterstellung:     Oktober 1992