Altlast S 9: Hauptbahnhof Salzburg - Remise I
| Bezirk: Gemeinde: Katastralgemeinde: Grundstücksnummern: | Salzburg Salzburg Salzburg 1089/1 | Art der Altlast: | Altstandort | Branche: | Bahnhof | Betriebsgröße: | 22.000 m² | Betriebszeitraum: | seit 1940 | Schadstoffe: | KW | Gefährdete Schutzgüter: | Grundwasser | Prioritätenklasse: | 3 | Datum der Altlastausweisung: | 4.8.1995 | Datum der Prioritätenklassifizierung: | 23.8.1996 | Status Sanierung im Altlastenatlas: | Sanierung in Durchführung | letzte Aktualisierung im Altlastenatlas: | 9.7.1999 |
Beschreibung der Altlast
Übersichtskarte
Bei diesem Altstandort handelt es sich um einen Teil des Hauptbahnhofes Salzburg. Im Nahbereich der Remise I befinden sich ein ehem. Ölkeller (ca. 20 m² Grundfläche), der bereits vor dem 2. Weltkrieg in Betrieb genommen und zur Betankung von Diesellokomotiven genutzt wurde, und eine Dieseltankstelle, deren Oberfläche nur teilweise befestigt ist.
Das Gelände des Altstandortes liegt im unmittelbaren Stadtbereich der Landeshauptstadt Salzburg und wird nordwestlich von der Fanny von Lehnert-Straße und im Süden bzw. Osten durch die Gleisanlagen des Hauptbahnhofes begrenzt. Das Gebiet erstreckt sich ca. 170 m in Nord-Süd-Richtung und ca. 130 m in West-Ost-Richtung (rd. 22.000 m²). Das Untersuchungsgebiet wird zur Zeit als Remise bzw. Dieseltankstelle genutzt.
Geologisch wird das Untersuchungsgebiet im wesentlichen durch quartäre Schotterfüllungen des Salzburger Beckens (sandig-schluffig bis kiesig) geprägt, die von Seetonen (zumeist tonig-sandig ausgebildet) unterlagert werden. Im Liegenden dieser Schichten schließen Gesteine der Flyschzone an. Die Seetonoberfläche ist reliefiert und fällt generell von Westen nach Osten hin ab.
Die lokale Grundwasserströmungsrichtung ist nach Südwesten bis Westen und die generelle Strömungsrichtung ist nach Westen hin gerichtet, wobei diese im wesentlichen von dem ca. 700 m in westlicher Richtung entfernten Vorfluter Salzach bestimmt wird. Der Flurabstand betrug im Dezember 1993 zwischen rd. 1,3 und 5,1 m und die Grundwassermächtigkeit zwischen rd. 0,4 und 5,2 m. Der Durchlässigkeitswert liegt zwischen 10-3 und 10-4 m/s. Im Grundwasserabstrom sind keine Grundwassernutzungen bekannt.
Gefährdungsabschätzung
Der Altstandort liegt im unmittelbaren Stadtgebiet der Stadt Salzburg im Bereich des Hauptbahnhofs. Das Gelände mit einer Fläche von rd. 22.000 m² umfaßt neben den Bereich der Remise I auch einen ehemaligen Ölkeller und eine Dieseltankstelle. Der ehemalige Ölkeller wurde bereits vor dem 2. Weltkrieg in Betrieb genommen und zum Betanken von Diesellokomotiven verwendet. Durch Manipulationsverluste kam es in diesen beiden Bereichen zur Verunreinigung des Untergrundes mit Mineralölprodukten.
Tabelle 1 gibt Aufschluß über deutsche Orientierungswerte für Sanierung und einen Vergleich zu den maximal gemessenen Konzentrationen für Boden und Grundwasser.
Tabelle 1: Maximal gemessene KW Konzentrationen im Boden bzw. im Grundwasser im Vergleich mit deutschen Orientierungswerten für Sanierung
| Maßnahmen -Schwellenwert LAWA* (1994) | Sanierungs -Leitwert Hamburger Liste** (1990) | Eingreif - Wert Berliner Liste | m. g. K. für KW | m. g. K. für KW | m. g. K. für KW | |
| ehem. Ölkeller | Tankstelle | Westrand des Unter-suchungs Gebietes | ||||
| Boden [mg/kg TS] | 1.000-5.000 | 1.000 | 3.000 | 9.900 | 1.800 | - |
| GW[mg/l] | 0,4-1,0 | 0,1 | 1,0 | 1,7 | 53,0 | - 1,9 |
GW = Grundwasser
m.g.K. = maximal gemessene Konzentration
* LAWA = Länderarbeitsgemeinschaft Wasser
** für "mobile" Kohlenwasserstoffe (z.B. Dieselkraftstoffe), wenn Trinkwasserfassungsanlagen > 2 km entfernt sind
Die zulässige Höchstkonzentration von Kohlenwasserstoffgehalten für Trinkwasser gem. Österr. Lebensmittelbuch liegt bei 0,01 mg/l.
Ein Vergleich der gemessenen Konzentrationen KW im Boden und im Grundwasser im Bereich des ehemaligen Ölkellers mit den deutschen Orientierungswerten für Sanierung zeigt, daß die Orientierungswerte für Grundwasser als auch für Boden deutlich überschritten werden. Im Bereich der Tankstelle kommt es im Grundwasser zu einer vielfachen Überschreitung der Orientierungswerte für Grundwasser.
Auf Grund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse kann das Flächen-ausmaß der Verunreinigungen der wasserungesättigten Bodenzone im Bereich des Ölkellers mit ca. 500 m² bzw. im Bereich der Dieseltankstelle mit ca. 250 m² abgeschätzt werden. Die Verunreinigungen reichen bis in den Grundwasserschwankungsbereich, sodaß es in Teilbereichen zur Ausbildung einer Ölphase am Grundwasser gekommen ist. Die Ergebnisse der Untersuchung von Wasserproben aus dem Grundwasserabstrom des Altstandortes zeigten vereinzelt eine Beeinträchtigung durch Kohlenwasserstoffe. In diesem Zusammenhang kann davon ausgegangen werden, daß es nur in geringem Umfang zu einer Ausbreitung von gelösten Kohlenwasserstoffen im Grundwasser kommt. Außerdem konnte im Norden des Altstandortes im Grundwasser 0,2 mg KW/l und am Westrand des Altstandortes 1,9 mg KW/l festgestellt werden. Die Ursache für diese Verunreinigungen im Grundwasser ist derzeit nicht bekannt.
Die vorliegenden Unterlagen und Untersuchungsergebnisse zeigen, daß im Bereich der Remise I des Hauptbahnhofs Salzburg relativ kleinflächige Verunreinigungen des Untergrundes mit Mineralölen bestehen. Durch diese Verunreinigungen wird lokal im Bereich des Altstandortes auch eine Beeinträchtigung der Grundwasserqualität verursacht. Eine weiterreichende Ausbreitung von Schadstoffen im Grundwasser konnte nicht beobachtet werden. Es besteht keine Gefährdung von Grundwassernutzungen.
Datum der Texterstellung: März 1996
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