Was ist REACH?

©Umweltbundesamt/Groeger

Es handelt sich bei REACH um das neue europäische Chemikalienrecht. 

 

Die REACH-Verordnung wurde am 30. Dezember 2006 im Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 396 als Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 veröffentlicht und löst zahlreiche bestehende gesetzliche Regelungen ab.

Schlüsselelemente der REACH-Strategie sind:

  • Verlagerung der Verantwortung für die Erfassung und Bewertung von Daten und für die Beurteilung von Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung der Chemikalien von den Behörden auf die Industrie (Beweislastumkehr zur/zum VerursacherIn);
  • Erweiterung der Verantwortung für die Produktsicherheit und Zur-Verfügung-Stellung von Informationen über Verwendungszwecke und Exposition auf alle nachgeschalteten AnwenderInnen (bisher nur HerstellerInnen und Importeurinnen/Importeure); 
  • Verwendungsspezifisches Zulassungsverfahren für Chemikalien, die besonderen Anlass zur Besorgnis geben;
  • Verpflichtende gemeinsame Nutzung von Prüfdaten und Teilung der Prüfkosten, besonders zur Vermeidung von doppelt durchgeführten Tierversuchen ("datasharing", war in Österreich bereits zwingend vorgeschrieben) und gleichzeitig Förderung von Prüfmethoden ohne Tiere.

Vorgehensweise

1. Erfassung aller in der EU in Mengen über einer Tonne pro Jahr hergestellten und importierten Chemikalien (Neustoffe und Altstoffe) in einer zentralen Datenbank.

2.a. Bewertung der Chemikalien durch zuständige Behörden aufgrund von Prüfungen und anderen verfügbaren Informationen, die – abhängig von den in Verkehr gesetzten Mengen – von den Firmen beizubringen sind (ca. 15% der erfassten Chemikalien).

und gleichzeitig

 

2.b. Zulassungsverfahren für Chemikalien, die aufgrund der folgenden Eigenschaften Anlass zu großer Besorgnis geben (ca. 5% der erfassten Chemikalien): 

  • krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend (CMR), Kategorien 1A oder 1B;
  • persistent, sich im Körper anreichernd und giftig (PBTs; persistent, bioaccumulative, toxic) oder sehr persistent und hohe Anreicherung im Körper (vPvBs; very persistent, very bioaccumulative);
  • andere gefährliche Eigenschaften, die in hohem Ausmaß Anlass zu Besorgnis geben, wie zum Beispiel eine den Hormonhaushalt beeinflussende (endokrine) Wirkung.

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