Versorgungssicherheit
Die Liberalisierung des Strommarktes bringt für die Stromerzeugung in Österreich wie auch in ganz Europa eine völlig neue Situation. Die Versorgungssicherheit muss in Europa gewährleistet bleiben. Die Strategien dafür bieten Risiken aber auch Chancen, sowohl für die Energiewirtschaft als auch für die Umwelt.
Veränderte Rahmenbedingungen und Umweltschutz
Infolge der Liberalisierung der Energiewirtschaft werden Kraftwerke vorwiegend nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten gefahren. Dieser Marktpreis bestimmte Kraftwerkseinsatz ist jedoch kein Garant für Versorgungssicherheit und kann außerdem eine ineffiziente und schadstoffintensive Betriebsweise der Energieerzeugungsanlagen bewirken.
So verringert häufiges An- und Abfahren der Kraftwerke den Wirkungsgrad und erhöht die Emissionen. Der vorwiegend stromseitig geführte Betrieb von Kraftwerken mit geringer oder keiner Abwärmenutzung führt zu einem schlechten Brennstoffnutzungsgrad. Die Belebung des Wettbewerbs und die Bildung eines europäischen Binnenmarktes haben eine verstärkte Belastung der Übertragungsnetze zur Folge. Internationaler Transport von "Billigstrom" (eventuell von ineffizienten Kraftwerken mit geringen Umweltschutzvorkehrungen) gewinnt an Bedeutung, wodurch verschiedene Akteurinnen und Akteure den Ausbau des Übertragungsnetzes zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit fordern. Aus Umweltsicht ist jedoch eher der Ausbau der dezentralen Energieerzeugung unter Einbindung von Erneuerbaren Energieträgern zu bevorzugen.
Schlüsselrolle für Erneuerbare Energieträger und Energieeffizienz
Ein breites Angebot unterschiedlicher Primärenergieträger und deren Bezug aus verschiedenen geografischen Orten/Bereichen verbessert die Versorgungssicherheit. Die Abhängigkeit von einzelnen Energieträgern oder Lieferantinnen/Lieferanten wird somit reduziert.
In diesem Sinn kommt Erneuerbaren Energieträgern zur Sicherung der Energieversorgung eine Schlüsselrolle zu. Einerseits wird durch ihren Einsatz das Primärenergieträgerangebot vielseitiger. Verteuerung oder Knappheit eines einzelnen Energieträgers hat dadurch geringere Konsequenzen. Andererseits können Erneuerbare Energieträger vielfach aus heimischer Quelle bezogen werden, wodurch die Importabhängigkeit verringert wird.
- Längere bzw. nachhaltige Verfügbarkeit von Primärenergieträgern durch sparsamen Umgang mit fossilen und erneuerbaren Energieträgern
- Reduktion der Energie(träger)-Importabhängigkeit durch geringeren Energiebedarf
- Schaffen freier Kraftwerkskapazitäten
- Entlastung der bestehenden Übertragungsinfrastruktur
Energieeffizienz in allen Teilbereichen der Energieversorgung
Bei der Energieerzeugung sollen die eingesetzten Primärenergieträger bestmöglich genutzt werden, um einen maximalen Energieoutput zu erzielen. Die Effizienz der Energieerzeugung hängt im Wesentlichen von den eingesetzten Brennstoffen (vgl. z.B. Gas und Kohle), der Anlagen- und Prozesstechnik (z.B. Maßnahmen im Kesselhaus, Abwärmenutzung) sowie vom Standort der Energieerzeugungsanlagen (z.B. mögliche Wärmeauskopplung) ab.
Bei der Energieübertragung sind die Verluste abhängig vom jeweiligen Spannungsniveau, wobei die Höchstspannungsebene (380 kV) die geringsten Verluste verursacht. Effizienzsteigerungen bei der Energieübertragung dürfen jedoch nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen viele andere Faktoren (z.B. zentrale/dezentrale Energieerzeugung) ebenso in Betracht ziehen.
Großes Energie-Einsparungspotenzial gibt es im Endnutzungsbereich. So messen die Europäische Union und die Internationale Energieagentur der Nachfragedämpfung zur Verbesserung der Versorgungssicherheit großen Stellenwert bei. Das bedeutet, jede Stromkonsumentin, jeder Stromkonsument hat es selbst in der Hand, durch den bewussten Umgang mit der Ressource Strom Energie zu sparen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Umwelt so wenig wie notwendig zu belasten.
Positive Synergien zwischen Umweltschutz und Versorgungssicherheit
Versorgungssicherheit und Umweltschutz zeigen durchaus positive Wechselwirkungen. Die Forcierung des Einsatzes Erneuerbarer Energieträger ist Grundbestandteil der energie- und umweltpolitischen Zielsetzungen Österreichs (z.B. Ökostromziel, Klimaschutzverpflichtung). Gleichzeitig wird durch deren Einbindung der Primärenergieträgermix erweitert, die Importabhängigkeit verringert und damit die Versorgungssicherheit erhöht. Energieeffizienz in der Energieerzeugung vermindert gleichzeitig negative Umweltauswirkungen und erhöht die Versorgungssicherheit.






















