Diffuse Emissionen in Oberflächengewässer

Emissionen in Oberflächengewässer stammen von Punktquellen und diffusen Quellen. Während die punktuellen Einträge aus kommunalen Kläranlagen und von industriellen Einleitern messtechnisch erfasst werden können, ergeben sich diffuse Einträge in die Oberflächengewässer aus der Summe verschiedener Eintragspfade die mittels Modellrechnungen abgeschätzt werden. Hauptquellen für diffuse Belastungen stellen landwirtschaftlich genutzte Flächen und versiegelte Flächen dar.

 

Für Österreich liegen Emissionsdaten zu diffusen Stoffeinträgen im Donaueinzugsgebiet (96 % der Fläche Österreichs) für Stickstoff und Phosphor vor. Nachfolgende Tabelle stellt diese Daten in Eintragspfade aufgeschlüsselt dar. Der Modellzeitraum umfasst die Jahre 1998 – 2000, wobei die Emissionen in Tonnen pro Jahr (t/a) angegeben sind:

Eintragspfade Stickstoff Phosphor
[t/a]  [%] [t/a] [%]
Direkte Deposition 2310 2,9 48 0,8
Oberflächenabfluss 16790 21,1 559 9,4
Erosion 2970 3,7 3069 51,6
Dainagen 3370 4,2 17 0,3
Grundwasserabfluss 36370 45,7 652 11,0
Abfluss von versiegelten Flächen 2530 3,2 399 6,7
Summe diffuse Eintragspfade 64340 80,9 4744 79,8
Punktquellen 15200 19,1 1204 20,2
Gesamt 79540 100,0 5948 100,0

Tab: Stickstoff- und Phosphoremissionen in Oberflächengewässer im österreichischen Donaueinzugsgebiet nach Eintragspfaden aufgeteilt (1998 – 2000) (Behrendt 2004 in IST-Bestandsaufnahme EU-Wasserrahmenrichtlinie, BMLFUW 2005).

Zuordnung der Emissionen zur Quelle

Bei der Zuordnung der Emissionen zu den Quellen beträgt der Anteil von Abwasser bei Stickstoff etwa ein Viertel und bei Phosphor etwas mehr als ein Viertel der Emissionen. Den landwirtschaftlichen Aktivitäten sind bei Stickstoff etwa 35% und bei Phosphor etwa 30% zuzuordnen. Bei anderen diffusen Belastungen beträgt der Anteil bei Sticktstoff knapp 30% und bei Phosphor rund 12%. Die Hintergrundbelastung stellt jene Einträge dar, die es ohne menschliche Aktivität gäbe, und ist für Stickstoff mit rund 15% und für Phosphor mit etwa 30% abgeschätzt.

Anteil der Punktquellen und der diffusen Quellen an den N- und P-Emissionen für das österreichische Donaueinzugsgebiet (Behrendt, 2004 in IST-Bestandsaufnahme EU-Wasserrahmenrichtlinie, BMLFUW 2005).

Methodologie

Es bestehen folgende Eintragspfade für Schadstoffe in Oberflächengewässer:

  • Oberflächenabfluss (Abschwemmung)
  • Erosion
  • Drainagen
  • Grundwasserabfluss
  • Versiegelte Urbane Flächen
  • Direkte Atmosphärische Deposition

Die Erfassung diffuser Stoffeinträge in Oberflächengewässer erfolgte mit dem empirischen Modell MONERIS (Modelling Nutrient Emissions in River Systems) im Rahmen eines Projektes zur Erfassung der Stickstoff- und Phosphoreinträge im gesamten Donaueinzugsgebiet. Folgende Abbildung erläutert das Modell MONERIS:

Quelle: Schreiber et al. (2003): Harmonisiertes Emissionsinventar punktförmiger und diffuser Einträge von Stickstoff und Phosphor in ein internationales Gewässereinzugsgebiet.