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Europas Klima im Wandel

Was kostet uns das Nichtstun?

Aus Europäisch-politischer Sichtweise wird in diesem Bericht analysiert, welche Kosten durch die Auswirkungen des Klimawandels entstehen, wenn keine Maßnahmen gegen den Klimawandel gesetzt werden - die Kosten des Nichtstuns (Costs of Inactions).

 

Diese EEA-Studie unterscheidet sich bewusst von anderen aktuellen Berichten (IPCC, 2007b; Stern, 2006). Sie konzentriert sich auf Europa und untersucht methodische Aspekte im Detail.

 

Signifikante Klima-Änderungen sind auf globaler Ebene bereits sichtbar. In Zukunft werden sie sich verstärken und zu weitreichenden Auswirkungen auf die natürliche und vom Menschen beeinflusste Umwelt haben. Diese „Climate Change Impacts“ führen wiederum zu ökonomischen Kosten, die häufig als „Costs of Inaction“ (Kosten der Untätigkeit) bezeichnet werden.

© BH Perg
Climate change and water adaptation issues

Europäische Umweltagentur veröffentlicht Bericht zum Klimawandel in Europa

Der zuvor erschienene EEA-Bericht "Impacts of European changing climate" bezieht sich auf den IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) und verschiedene europäische Forschungsprojekte und kommt zu klaren Ergebnissen:

  • Klimawandel findet statt.
  • Die Folgen für Europa – speziell für den Alpenraum und die Mittelmeerländer – werden besonders ernst sein.
  • Die Schlussfolgerungen daraus: Sowohl die Eindämmung der Treibhausgasemissionen als auch der Anpassungsprozess in allen betroffenen Wirtschaftssektoren sind dringend erforderlich.

Folgen des Klimawandels für Europa

© Umweltbundesamt/Kurzweil

Die durch Treibhausgasemissionen hervorgerufene Erwärmung der Atmosphäre führt in Europa zu ernsten Konsequenzen. Nicht nur die regional verschieden ausgeprägten Temperaturerhöhungen, die zu erwarten sind, haben weitreichende Folgen, sondern auch die Änderungen im Wasserkreislauf.

Beispielsweise erwartet die EEA in vielen derzeit schon trockenen Räumen Europas eine weitere Verschärfung der Wasserknappheit. Hauptgrund dafür sind die abnehmenden Niederschläge, mittelfristig aber auch der starke Gletscherschwund. Dieser wird in wenigen Dekaden gerade im Alpenraum zu starken Änderungen des Wasserhaushaltes führen.

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Temperaturen in Europa in einem Ausmaß von über 2°C erhöhen werden, ist hoch. Ein Wert > 2°C übersteigt jedoch deutlich die so genannte Anpassungskapazität ("adaptive capacity") der alten und neuen EU-Länder. Die Klimafolgen werden für alle betroffenen Wirtschaftssektoren viel zu groß sein, um darauf reagieren und rechtzeitig Anpassungsstrategien implementieren zu können.

 

Selbst eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen erspart es Europa nicht, sich auf veränderte und sich ändernde Klimabedingungen einzustellen. Das System Ozean + Atmosphäre gibt die Treibhausgasemissionen über das Klimasystem der Erde erst verzögert, mit mehren Dekaden „Verspätung“, ab.

Zunahme extremer Wetterereignisse und Witterungsperioden

Eine besondere Herausforderung des Klimawandels stellt nach Ansicht der meisten Expertinnen und Experten die Zunahme von extremen Wetterereignissen (z.B. Gewitter, Hagelschlag, Stürme) und Witterungsperioden (z.B. Hitzewellen, extreme Niederschlagsperioden und frühere Schneeschmelze und damit verbunden Hochwässer) dar.

© Umweltbundesamt/Groeger

Hier liegen demnach auch mit die größten Gefahren für die Volkswirtschaften Europas. Alle namhaften Rückversicherungen rechnen mit einem starken Anstieg der Extremata und geben dieses Risiko zum Teil bereits an ihre Kundinnen und Kunden weiter.

Veränderungen der Klimaparameter Niederschlag und Temperatur können über einen längeren Zeitraum durch verschiedene Anpassungsmaßnahmen, wie etwa geänderte Landnutzung, zum Teil aufgefangen werden. Ein kompletter Schutz vor meteorologischen Extremereignissen ist in der Regel jedoch nicht möglich. Dies haben nicht zuletzt die beiden Sommer 2002 (Hochwasser) und 2003 (Hitzewelle und Dürre) in Österreich eindrucksvoll gezeigt.

 


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