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IARU-Bericht

In Vorausschau auf die UN Klimawandelkonferenz in Kopenhagen, präsentiert die International Alliance of Research Universities (IARU) eine Überarbeitung des vierten Berichts des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der die wichtigste wissenschaftliche Basis für Klimawandelverhandlungen darstellt.

Reduktion von CO2-Emissionen jetzt!

Dieser überarbeitete Bericht basiert auf Präsentationen und Plenardiskussionen einer internationalen Konferenz, die von der "International Alliance of Research Universities" ausgerichtet wurde. Ebenso wurde aktuelle Literatur mit einbezogen. Sechs Schlüsselbotschaften sind in diesem Bericht enthalten:

1. Klimatrends

Gegenwärtige Beobachtungen zeigen, dass viele Aspekte des Klimas sich eher in Richtung der schwerwiegenderen Vorhersagen des IPCC-Berichtes hin ändern. Der Meeresspiegel steigt in höherem Ausmaß als in IPCC-Projektionen und neue Modellierungsmethoden zeigen einen Anstieg auf rund einen Meter bis zum Jahr 2100. Seit 2007 ist das arktische Meereis dramatisch zurückgegangen. Aktuelle Studien haben weiters gezeigt, dass die Vulnerabilität von natürlichen CO2-Senken diese Veränderungen künftig noch verstärken werden.

 

2. Soziale und Umweltbeeinträchtigungen

Obwohl ein Temperaturanstieg von 2°C als jene Grenze angesehen wird, ab der Klimawandel gefährliche Auswirkungen mit sich bringt, birgt dieser Anstiegslevel dennoch signifikante Risiken für Gesellschaft und Umwelt. So zeigen z. B. Modellierungsstudien, dass ein 2°C-Temperaturanstieg die Anzahl von Hitzetoten bei Hitzewellen verdoppeln würde. Steigendes atmosphärisches CO2 verursacht eine Versauerung der Ozeane und stellt damit eine Bedrohung des marinen Ökosystems dar. Es existieren bereits Berichte über einen 19%igen Rückgang des Korallenwachstums im großen Barriereriff.

 

3. Langfristige Strategie: Globale Ziele und Zeitpläne

Gegenwärtige Studien zeigen, dass wenn der Höhepunkt und ein nachfolgender Rückgang der Treibhausgase nicht bis nach 2020 erreicht werden,  Emissionsreduktionsraten 5% pro Jahr überschreiten müssen um die 2°C Grenzwerte einhalten zu können. Umgehende Reduktionen sind notwendig mit einer Langzeitperspektive von steigenden Preisen für CO2-Zertifikate.

 

4. Ausmaß der Gerechtigkeit

Die Auswirkungen des Klimawandels treffen arme, ungebildete und isolierte Teile der Bevölkerung in einem größeren Ausmaß. Im Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung auf 9 Milliarden Menschen angestiegen sein. Im Gegenzug dazu müssen sich die CO2-Emissionen pro Kopf auf 2 Tonnen pro Jahr beschränken, oder noch weniger, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden. Die gegenwärtigen Pro-Kopf-Emissionen variieren sehr stark. In den USA z.B. liegen sie bei über 20 Tonnen und in China, mit den größten Gesamtemissionen, liegen sie bei 4 Tonnen pro Person.

 

5. Nichtstun ist unverzeihlich

Erneuerbare Energietechnologien stehen bereits zur Verfügung. In Verbindung mit einer Reduktion des Energieverbrauchs und einer gesteigerter Effizienz, besteht ein Potenzial von einer Reduktion der Treibhausgasemissionen von 50% bis 2050. Weiters zeichnen sich bereits positive Trends in Bodenmanagement, Entwaldung und Verkehr ab.

 

6. Der Herausforderung begegnen

Die kulturelle Dimension des Klimawandels muss in Forschung und Politik eingebunden werden. So zeigt eine aktuelle Analyse, dass 12 Milliarden Menschen von weniger als einem Drittel der gegenwärtigen landwirtschaftlichen Fläche ernährt werden können, wenn die besten Standorte für die am besten geeigneten Getreidesorten genutzt werden. Eine Verlinkung von Klimawandel mit breit angelegten Konsum- und Produktionsthemen kann eine nachhaltige Entwicklung fördern, erfordert aber auch auf längere Sicht globale Vereinbarungen.

 


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