Klimawandel
Ein "Dreiklang" an Forschungsrichtungen setzt in der Klimaforschung jeweils unterschiedliche Schwerpunkte. Ob Ursachenbekämpfung, Folgenabschätzung oder die Entwicklung von Anpassungsstrategien - keiner der Forschungszweige ist verzichtbar, die Erkenntnisse aller sind von größter Bedeutung.
Der sehr stark technisch geprägte Bereich der Vermeidung ("mitigation") verfolgt das Ziel einer so genannten low-carbon-economy (Niedrig-CO2-Wirtschaft). Gemeint sind u.a. die Nutzung erneuerbarer Energiequellen (Wind, Sonne, Wasser, Biomasse), Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung sowie Entwicklung moderner Brennstoffzellenmotoren.
Natürlich ist auch in der Landwirtschaft die Eindämmung v.a. von Methan (CH4)- und Lachgas (N2O)-Emissionen sowie die vermehrte Bindung von Kohlenstoff (C) in der Biosphäre anzustreben.
Sämtliche Forschung zielt darauf ab, Treibhausgase gar nicht erst in die Atmosphäre zu emittieren oder Potenziale zur Senkung der Treibhausgase (wie z.B. durch Aufforstungen oder technische Senken) zu erhalten bzw. gezielt zu erhöhen, was dann gemeinhin als "sequestration" (entspricht am ehesten dem dt. "Bindung") bezeichnet wird.
Fazit:
Der Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen muss weiter gesenkt werden.
Einzelkatastrophen oder Klimawandel?
Hochwasser 2002
Als Klimafolgen bezeichnet man Auswirkungen geänderter Klimarahmenbedingungen. Ein Grund für Klimafolgen ist die sich erhöhende Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre.
So steigt etwa durch die erhöhte Oberflächentemperatur des Ozeans (SST: sea surface temperature) der Wasserdampfgehalt in der Troposphäre. Raum-zeitlich stärker konzentrierte (variablere) Niederschläge und damit erhöhte Wahrscheinlichkeiten für Extremniederschläge sind die Folge, die ihrerseits Hochwässer, Murenabgänge sowie Schäden in Landwirtschaft und Infrastruktur zur Folge haben können. Das Augusthochwasser 2002 ist demnach auch als Klimafolge-Ereignis zu sehen. Ein singuläres Ereignis lässt sich jedoch nie auf den Klimawandel zurückführen! Es muss einen statistisch signifikanten Anstieg in der Anzahl von Extremereignissen geben (z.B. Niederschläge > 50 mm/Std. oder Stürme > 10 Beaufort), um von Klimafolgen im eigentlichen Sinn sprechen zu können.
- Statistische Korrelationen bzw. Regressionen über möglichst lange Zeitreihen zwischen messbaren Temperaturanstiegen in einer Region und Extremereignissen in derselben Region können auf Verbindungen hinweisen.
- Jedoch sind auch hier die Zusammenhänge oft nicht leicht erkennbar, da es durchaus sein kann, dass etwa durch Temperaturerhöhungen in einem bestimmten Gebiet die Häufigkeit von Stürmen in einer ganz anderen Region zunimmt. Ein Beispiel für eine solche Telekonnexion (Fernwirkung) ist etwa eine Erhöhung der tropischen SST und damit verbunden eine höhere Häufigkeit von Stürmen im Südosten der USA.
- Die modernere und wissenschaftlich "höherwertige" Methode ist die Modellierung von Klimafolgen bei einer Erhöhung der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Idealerweise werden so sämtliche Änderungen in der atmosphärischen und ozeanischen Zirkulation modelliert und es wird ersichtlich, wie sich der Zustand der Atmosphäre ändert - und wie damit bestimmte Witterungserscheinungen an bestimmten Orten wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher werden.
Fazit: Das Hochwasser im August 2002 war für sich allein genommen kein Beweis für einen Klimawandel. Trends in der Frequenz von Extremereignissen deuten jedoch auf einen klaren Zusammenhang hin.
Bewässerung
Der Klimawandel findet statt und lässt sich nicht mehr wegdiskutieren. Im übrigen spielt es bei den Anpassungsstrategien nicht einmal eine Rolle, ob der Klimawandel vom Menschen verursacht ist (was ja deutlich nachgewiesen ist) oder nicht.
Was also muss passieren?
Politik, Gesellschaft und Wirtschaft müssen sich auf ändernde Rahmenbedingungen einstellen und Konzepte ausarbeiten, um diesen zu begegnen.
Konkrete Beispiele
Bei erhöhter Wahrscheinlichkeit für den Eintritt von Hochwasserereignissen und sich erhöhenden Hochwasseranschlagslinien müssen in der Raumordnung, der Flächenwidmung und beim Hochwasser- und Katastrophenschutz Maßnahmen gesetzt werden. Dies reicht von Dammerhöhungen über Ausweitung von Polderflächen bis hin zur Anpassung von Flächenwidmungsplänen (v.a. bzgl. Siedlungsbau und Industrieanlagen).
Bei sich verschiebenden Vegetationszonen muss sich die Landnutzung anpassen. Entsprechende Umstellungen in der Land- und Forstwirtschaft sind die logische Konsequenz. Dies betrifft zum einen den Schutz bestehender Kulturen durch gezielte Maßnahmen (z.B. Bewässerung) und zum anderen eine Verschiebung in der Landnutzung hin zu angepassteren Arten und nachhaltigeren Bewirtschaftungsmethoden.
Bewässerung kann eine mögliche Anpassungsmaßnahme in der Landwirtschaft sein. Jedoch gilt es, die Folgen - wie etwa Bodenversalzung, Grundwasserabsenkung und hohen Energieverbrauch - mitzudenken.
Bei sich ändernden Wasserkreislaufen (Niederschläge, Evaporation) muss auch im Kraftwerksbau - besonders bei Dammbauwerken der Wasserkraftwerke - eine Anpassung erfolgen. Deren Dämme werden künftig stärker schwankende Pegelstände aushalten müssen, als dies bislang der Fall war.
Bauvorhaben in fast allen Infrastrukturbereichen - auch im Straßen- und Bahnsektor - müssen an sich ändernde Dynamiken von Murabgängen, Lawinen und sonstigen Massenbewegungen angepasst werden.
Infobox
Downloads
Grünbuch der Europäiache Kommission (.pdf, 362KB)
Kosten von Anpassungsmaßnahmen UNFCCC (en) (.pdf, 2.0MB)






















