Treibhausgase
Das Kyoto-Protokoll
Durch Ratifizierung und Inkrafttreten des Protokolls, das 1997 auf einer Konferenz der Vereinten Nationen (UNO) im japanischen Kyoto ausgehandelt wurde, werden Teilnehmerländer dazu verpflichtet, ihren Treibhausgas-Ausstoß zu reduzieren. Durch diese Klimaschutzvereinbarung soll die globale Erwärmung der Erdatmosphäre eingedämmt und der Klimawandel weltweit bekämpft werden. Zu den klimawirksamen Luftschadstoffen zählen
- Kohlendioxid (CO2), das beim Verbrauch fossiler Brennstoffe entsteht,
- Methan (CH4),
- Lachgas (N2O) und
- fluorierte Gase (F-Gase).
Am 16.2.2005 trat das Kyoto-Protokoll der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) völkerrechtlich in Kraft. Möglich wurde dies durch die Ratifizierung des Protokolls durch Russland, womit nun über 55% der weltweiten Kohlendioxid-Emittenten der Industriestaaten die nationale Umsetzung beschlossen haben.
Vermehrt auftretende Wetteranomalien und Extremwetterereignisse werden heute von der überwiegenden Mehrzahl der Wissenschafter auf den laufenden Klimawandel zurückgeführt. Eine treibende Kaft dafür sind vom Menschen verursachte Emissionen von sogenannten Treibhausgasen, die den Energiehaushalt der Atmosphäre durch die Absorption von Infrarot-Strahlung beeinflussen.
Zu den erfassten Treibhausgasen zählen:
- Kohlendioxid (CO2),
- Methan (CH4),
- Lachgas (N2O) sowie
- die fluorierten Treibhausgase (F-Gase).
Zur Berechnung der Treibhausgasemissionen werden die Emissionswerte in CO2-Äquivalente umgerechnet. Dadurch können die unterschiedlichen Treibhauspotenziale berücksichtigt werden.
Kyoto-Reduktionsziel
Durch das Kyoto-Protokoll wurden erstmals verbindliche Treibhausgas-Reduktionsziele für die Industriestaaten festgelegt. Die Europäische Union verpflichtete sich dazu, ihre Treibhausgasemissionen bis zur Periode 2008-2012 um 8% gegenüber 1990 zu reduzieren.
Österreichs Reduktionsverpflichtung innerhalb der europäischen "Glockenlösung" beträgt -13%. Somit dürfen in der Kyoto-Periode von 2008 bis 2012 im Durchschnitt nicht mehr als jährlich 68,8 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente an Treibhausgasen emittiert werden.
THG-Emissionstrend
Treibhausgase: Trend and Kyoto-Ziel 2008-2012
2008 - dem ersten Jahr der Kyoto-Periode - wurden in Österreich 86,6 Mio. Tonnen Treibhausgase (Kohlendioxid-Äquivalente) emittiert. Dies entspricht einem Emissionsanstieg um 10,9% gegenüber dem Kyoto-Basisjahr 1990.
Damit lagen die Emissionen 2008 um 17,9 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente über dem jährlichen Durchschnittswert des für 2008-2012 festgelegten Kyoto-Ziels.
Unter Berücksichtigung des Emissionshandels, der Projekte aus Joint Implementation und Clean Development Mechanism (JI/CDM) sowie der Bilanz aus Neubewaldung und Entwaldung lag der Fehlbetrag zur Erreichung des österreichischen Kyoto-Ziels im Jahr 2008 bei 6,9 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente.
Infobox
Daten
Verursachereinteilung (.pdf, 12.5KB)
Kapitel im UKB
Klimaschutz (.pdf, 236KB)






















