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Klärschlammeinsatz
Wieviel wird auf landwirtschaftlichen Flächen entsorgt?In Österreich fielen im Jahr 2001 insgesamt rd. 398.800 t TS Klärschlamm an. Davon wurden vom kommunalen Klärschlamm 15% und vom industriellen Klärschlamm 3% in der Landwirtschaft entsorgt. |
Tab.: Entsorgung der kommunalen Klärschlämme 1998 und 2001 (BMLFUW, 2002)|
| Deponie | 43,0 | 16,7 | 17,7 | | Verbrennung | 76,8 | 32,3 | 31,5 | | Landwirtschaft | 36,8 | 19,7 | 15,1 | | Sonstige | 87,1 | 31,3 | 35,7 |
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Tab.: Entsorgung der industriellen Klärschlämme 1998 und 2001 (BMLFUW, 2002)|
| Deponie | 4,0 | 35,0 | 2,6 | | Verbrennung | 92,2 | 43,6 | 59,4 | | Landwirtschaft | 4,8 | 1,6 | 3,1 | | Sonstige | 54,1 | 19,8 | 34,9 |
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Die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm entspricht im Grundsatz dem Verwertungsgebot des § 1(2) Abfallwirtschaftsgesetz (AWG 1990). Klärschlamm enthält Nährstoffe und organische Substanzen, wodurch ein Einsatz zur Pflanzendüngung und Verbesserung der Bodenstruktur möglich ist. |
Warum ist die Ausbringung in der Landwirtschaft nur eingeschränkt zulässig?Die Bodenschutzbestimmungen der Bundesländer schränken die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm wegen der Belastung mit Schwermetallen und organischen Schadstoffen ein.
Im Jahr 1997 wurden Klärschlämme von siebzehn kommunalen Kläranlagen in Österreich auf über hundert anorganische, organische und biologische Parameter untersucht (UMWELTBUNDESAMT, 1998):
- Die Schwermetallgehalte lagen mit zwei Ausnahmen (Cu, Hg) unter den existierenden Grenz- bzw. Richtwerten für die landwirtschaftliche Verwertung.
- Tenside, Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln, zählen zu den mengenmäßig wichtigsten organischen Stoffgruppen, welche im Klärschlamm nachgewiesen werden konnten. Lineare Alkylbenzolsulfonate (LAS) sind die in den höchsten Konzentrationen gefundenen Tenside im Klärschlamm. Weitere Untersuchungen hinsichtlich des Verhaltens von LAS in der Umwelt sind erforderlich (Abbau im Boden, Pflanzengiftigkeit). Ein Grenzwert für eine landwirtschaftliche Verwendung wäre zu überlegen. Auch Nonylphenole, die ebenfalls zu der Gruppe der Tenside zählen, sollten bei landwirtschaftlicher Verwendung des Klärschlammes untersucht werden.
- Die nachgewiesenen Kohlenwasserstoffe stammen insbesondere aus dem Haushalt (unverdaute Nahrungsreste, Lipide der Fäzes, kosmetische Produkte, und anderes) und von Mineralöl- bzw. Kraftstoffresten. Da die Anwendungsgebiete dieser Substanzen sehr breit sind, wurden sie im Klärschlamm teilweise sogar im Prozentbereich nachgewiesen. Es sollte sichergestellt sein, daß ein mit Kohlenwasserstoffen hoch belasteter Klärschlamm von einer landwirtschaftlichen Verwertung ausgeschlossen wird.
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Bundesweit einheitliche Grenzwerte für organische Schadstoffe notwendigDie rechtlichen Bestimmungen zur landwirtschaftlichen Verwertung von kommunalem Klärschlamm in Österreich sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich.
Die anfallende Klärschlammtrockensubstanz besteht zu ca. 50% aus organischen Substanzen. Eine einheitliche Regelung bezüglich der erlaubten Gehalte bestimmter organischer Schadstoffe im Klärschlamm z.B. als bundesweite Klärschlammverordnung wäre wichtig. |
Hormonell wirksame Substanzen im KlärschlammUntersuchungen von Klärschlämmen auf das Vorkommen von hormonell wirksamen Substanzen, die von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln und Industriechemikalien stammen (Xenohormone), zeigten folgende Ergebnisse (UMWELTBUNDESAMT, 2001a): Die mengenmäßig bedeutendsten Xenohormone im Klärschlamm sind 4-Nonylphenol (techn.), Noylphenolethoxylate sowie DI(2-ethylhexyl)phtalat. Es handelt sich um Substanzen, die als Industriechemikalien (z.B. Weichmacher in Kunststoffen) oder als Tenside eingesetzt werden. Durch die Kompostierung von Klärschlamm nahmen die Konzentrationen deutlich ab. |
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