Umweltauswirkungen
Nährstoffausträge ins Grundwasser
Stickstoff kann in Form von Nitrat in Richtung Grundwasser ausgewaschen werden. Einerseits wird Nitrat im Boden durch Mineralisierungsvorgänge organischer Substanz gebildet, andererseits wird dem Boden durch Düngung Stickstoff auch in Form von Nitrat zugeführt.
Nitrat, das nicht von Pflanzen aufgenommen wird, wird ausgewaschen und kann mit der Zeit ins Grundwasser gelangen, was ab einem gewissen Schwellenwert die Nutzung für Trinkwasserzwecke verhindert. Die Höhe des Nitrataustrages mit dem Sickerwasserstrom hängt von folgenden Faktoren ab:
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Nitratkonzentration im Boden
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Größe und zeitliche Verteilung der Sickerwassermenge
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Art und Dauer des Pflanzenbewuchses
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Bodenart (Sand, Ton oder Schluff, Humusgehalt und biologische Aktivität)
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Stickstoffdüngung (Art, Menge, Zeitpunkt)
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Bodenbearbeitung (Bodenlockerung und -durchlüftung, Drainagen)
Grundwasserbelastungen sind ein Indikator dafür, dass die jeweils standortverträglichen Produktionsniveaus bereits überschritten wurden.
Mit 1. Jänner 2004 ist das Nitrat-Aktionsprogramm zur Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie in Kraft getreten. Das davor geltende Aktionsprogramm musste überarbeitet werden, da einzelne Bestimmungen des bisherigen Programms für die Europäische Kommission nicht weitreichend genug waren.
Die Bestimmungen dieses neuen Programms gelten bundesweit und damit für alle Betriebe. Ziel des Aktionsprogramms ist der Schutz der Gewässer vor Nitrateinträgen aus landwirtschaftlichen Quellen.
Nährstoffausträge in Oberflächengewässer
Die Austräge an Nährstoffen in Oberflächengewässer durch die Landwirtschaft sind größtenteils erosionsbedingt, d.h. das Bodenmaterial in die Gewässer eingetragen wird. Dabei spielt die Witterung (eventuell Starkregen) und Hängigkeit der Flächen eine große Rolle. Daneben kommt es zu Nährstoffeinträgen durch oberflächliche Wasserabflüsse und über den Grundwasserstrom.
Nachdem die stofflichen Einträge in die Oberflächengewässer aus Industrie und Kommunen durch den Ausbau von Kläranlagen und durch weitere Maßnahmen (z.B. Ersatz phosphathaltiger Waschmittel) reduziert werden konnten, entfällt ein immer größer werdender Anteil auf die diffusen Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft.
... Modelle zur Nährstoff-Frachtabschätzung EU-weit
In den letzten 10-20 Jahren wurde eine Reihe von Quantifizierungsmodellen für die Abschätzung diffuser Nährstoffverluste - vor allem von landwirtschaftlichen Flächen - in Flüsse im europäischen Raum entwickelt. So mussten im Rahmen verschiedener mariner Konventionen (z.B. OSPAR, HELCOM) die Hautverursacher für marine Eutrophierung mit Stickstoff und Phosphor festgestellt werden, um Verringerungs- und Vermeidungsmaßnahmen festlegen zu können. In einem europaweiten Projekt EUROHARP (Laufzeit: 2002-2005) werden neun Modelle getestet und miteinander verglichen Das Umweltbundesamt beteiligt sich an diesem Projekt mit dem Flusseinzugsgebiet der Gurk, für welches 3 Quantifizierungsmodelle für die Nährstoffausträge aus der Landwirtschaft angewandt werden. Eine Evaluierung der Modellergebnisse wird durchgeführt und Anleitungen für die zukünftige Verwendung dieser Modelle auf Ebene der Flusseinzugsgebiete sowie für Maßnahmen zur Vermeidung und Verringerung der diffusen Nährstoffausträge aus der Landwirtschaft werden erarbeitet.
Nährstoffausträge in die Luft
Umweltrelevante Nährstoffausträge aus der Landwirtschaft in die Atmosphäre betreffen vornehmlich das Element Stickstoff in Form von Ammoniak(NH3)-Emissionen. 94% der Ammoniak-Emissionen Österreichs stammten 2003 aus der Landwirtschaft, der Großteil davon stammt aus der Nutztierhaltung und dem Güllemanagement. Die Haupt-Einflussfaktoren zur Reduktion der Ammoniak-Emissionen im Rahmen der landwirtschaftlichen Tätigkeit sind:
- Ausbringung von Wirtschaftsdüngern bei geringer Sonneneinstrahlung, geringer Lufttemperatur, hohem Wasserdampfdruck und geringer Windgeschwindigkeit,
- hohe Infiltration des Bodens sowie
- Verdünnung und rasche Einarbeitung des ausgebrachten Flüssigmistes (Gülle).
Das Ausmaß der Ammoniak-Emissionen ist bei Güllewirtschaft größer, da der Stickstoff in der Gülle zu ca. 50% als leicht lösliches Ammonium vorliegt. Im Stallmist und Kompost liegt Stickstoff dagegen nahezu ausschließlich in organischer Bindung vor.
Ammoniak-Emissionen aus güllebetonter Landwirtschaft führen zu einer Beeinträchtigung von anderen Ökosystemen. Es kann zu Veränderungen und erhöhter Krankheitsanfälligkeit des Pflanzenbestandes, zu Artenverarmung und Versauerung kommen. Ammoniak ist kurzlebig und wird innerhalb von Tagen abgebaut. Direkte Schäden (z.B. Gewebeschäden bei Pflanzen) können daher v.a. in der Nähe von Ballungsräumen und Massentierhaltungen auftreten.
Daneben sind die treibhausgaswirksamen Methan(CH4)-Emissionen aus der Tierhaltung und Lachgas(N2O)-Emissionen aus den landwirtschaftlich genutzten Böden umweltrelevant. Die Treibhausgasemissionen des Landwirtschaftsbereiches bestanden im Jahr 2003 zu 54% aus Methan(CH4)- und zu 46% aus Lachgas(N2O)- Emissionen (in THG-Äquivalenten).
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