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Umweltindikatoren

Was sind Agrar-Umweltindikatoren?

Agrar-Umweltindikatoren sind Kennzahlen der Wechselbeziehungen zwischen Landwirtschaft und Umwelt.

Sie sind aussagekräftige Kenngrößen für die Darstellung

  • der Umweltsituation, die von der Landwirtschaft beeinflusst wird (State-Indikatoren, z.B. Indikatoren zum Zustand von Boden, Grundwasser und Luft), sowie von
  • umweltbelastenden Einflüssen (Driving Force und Pressure-Indikatoren, z.B. Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz),
  • Auswirkungen (Impact-Indikatoren, z.B. Effekte in der Biodiversität oder menschlichen Gesundheit) und
  • von Reaktionen der Gesellschaft auf geänderte Umweltsituationen (Response-Indikatoren, wie z.B. Agrarumweltmaßnahmen).

Agrar-Umweltindikatoren gewinnen auf internationaler und nationaler Ebene an Bedeutung. Damit werden Vergleiche zwischen Staaten bzw. Regionen angestellt und zeitliche Entwicklungen und Veränderungen in der Beziehung zwischen Landwirtschaft und Umwelt aufgezeigt. Komplexere Vorgänge sollen dadurch vereinfacht dargestellt werden.

Aktivitäten der OECD

Erste Entwürfe zu landwirtschaftlichen Umweltindikatoren gab es von der OECD bereits zu Beginn der 90er Jahre. Zu 13 Themenbereichen werden derzeit Agrar-Umweltindikatoren im Rahmen der OECD diskutiert :

13 Themenbereiche für Agrar-Umweltindikatoren

Sozio-kulturelle Aspekte (Landnutzungs­änderungen, Bevölkerungswachstum und -zusammensetzung, gesundheitliche Aspekte) Bodenqualität (Bodenerosion durch Wasser und Wind)
Finanzielle betriebliche Ressourcen (landwirtschaftliches Nettoeinkommen, umweltbezogene Direktzahlungen etc.) Wasserqualität (Nitrat, Pestizide etc.)
Betriebsführung (Management von Nährstoffen, Pestiziden, Bewässerung und Zertifizierung) Treibhauswirksame Gase (Landwirtschaft als Quelle von Kohlendioxid, Methan, Di-Stickstoffoxiden)
Nährstoffeinsatz (Erstellung von Stickstoffbilanzen) Biologische Vielfalt (innerartlich, zwischenartlich, auf Ökosystemebene)
Pestizidverbrauch (Daten aus der Wirkstoffmittelstatistik) und das Umweltrisiko von Pestiziden Natürliche und naturnahe Flächen (Feuchtgebiete, naturnahen Wiesen, Hecken u. Biotopverbund)
Wasserverbrauch (Verbrauch in der Landwirtschaft) Landschaft (Typisierung & Bewertung, Strukturierung, Biotopkartierung)
Änderungen der Flächennutzung (Flächenstillegung, Versiegelung, Trockenlegung von Feuchtgebieten, nicht mehr genutzte Flächen)  
© Umweltbundesamt (.pdf, 14.5KB)
Die EU-Agrar-Umweltindikatoren aus KOM(2000)20 endg.

Aktivitäten in der EU

Auf europäischer Ebene haben Agrar-Umweltindikatoren v.a. seit dem Europäischen Rat von Cardiff im Juni 1998 an Bedeutung gewonnen. Der Rat Landwirtschaft wurde beauftragt, Indikatoren zu erarbeiten, um beurteilen zu können, inwieweit Umweltbelange in die Landwirtschaft integriert wurden.

Die EU-Agrar-Umweltindikatoren (IRENA-Indikatoren)

In der Folge wurden diese EU-Agrar-Umweltindikatoren "IRENA-Indikatoren" (IRENA = Indicator Reporting on the Integration of Environmental Concerns into Agricultural Policy) genannt und in den Jahren 2003-2005 weiterentwickelt.

Basis der Arbeiten war das ‚Memorandum of Understanding’ (MoU) zur Indikatorenentwicklung, das zwischen der Europäischen Kommission (DG Agriculture, DG Environment, EUROSTAT, JRC) und der EEA abgeschlossen wurde.

Seit Mai 2005 liegen als Ergebnisse, die federführend von der EEA erarbeitet wurden, vor:

  • Indicator fact sheets zu den 35 IRENA-Indikatoren
  • Ein Indikatorenbericht zu den 35 IRENA-Indikatoren für die EU-15 („indicator report“)
  • Ein Bericht über die Integration von Landwirtschaft und Umwelt für die EU-15 („indicator based assessment report“)

Die Indikatoren werden für die regionale Ebene NUTS 2 oder NUTS 3 dargestellt. Auf der IRENA-Web-Seite sind alle Ergebnisdokumente abrufbar.

© Umweltbundesamt
Ländl. Raum durch Indikatoren evaluiert

Ländliche Entwicklung und Agrar-Umweltindikatoren

Gemäß "Common Monitoring and Evaluation Framework" für Programme zur Ländlichen Entwicklung 2007-2013 werden EU-weit vorgegebene und nationale Indikatoren für die Evaluierung der Auswirkungen - auch auf die Umwelt - herangezogen.

Die nächsten Schritte sind die jährliche laufende Evaluierung, beginnend mit 2008, sowie die Halbzeitbewertung im Jahr 2010.

 


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