Lebensräume
Landwirte prägen die Landschaft
Kulturlandschaft in Österreich
Landwirtschaftlich genutzte Lebensräume umfassen unterschiedliche Flurformen wie Wiesen, Äcker, Streuobstwiesen, Weingärten, Obstgärten, Hecken und Raine. Sie prägen - gemeinsam mit den Wäldern - die Kultur- und Erholungslandschaft in Österreich.
Aufgeben der Nutzung verändert die gesamte Landschaft
Die Vielfalt an landwirtschaftlichen Lebensräumen in Österreich ist durch Aufgabe traditioneller Nutzung – vor allem im Berggebiet – bedroht. Um dies zu verhindern, muss die EU-Agrarpolitik zur ländlichen Entwicklung verstärkt gesellschaftlich erwünschte Umweltleistungen und Leistungen der Landschaftspflege fördern. Um die Finanzierbarkeit der Agrarpolitik zu sichern, muss die Gewichtung von der Marktordnung (Stützung der Produzentenpreise, Exportstützungen) verstärkt hin zu umweltbezogenen Leistungsabgeltungen verlagert werden.
Objektive Bewertungssysteme von Erschwernisauflagen und Umweltleistungen der Landwirtschaft sind dafür notwendig. Ein Beispiel dafür ist der neue Berghöfekataster in Österreich.
Umweltleistungen der Landwirte bewerten ...
Neben der Erzeugung qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel ist die Kulturlandschaftspflege eine wichtige Funktion der Landwirtschaft mit hoher Umwelt- und Tourismusrelevanz.
Speziell im Berggebiet wird die Landwirtschaft unter erschwerten Bedingungen betrieben. Durch die Bewirtschaftung der Lebensräume leistet sie auch einen Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren wie Lawinen, Muren und Steinschlägen. Rund 39% aller land- und forstwirtschaftlichen Betriebe sind in Österreich als Bergbauernbetriebe eingestuft. Als wichtige Grundlage für die objektive und exakte Feststellung der Bewirtschaftungserschwernis wurde der neue Berghöfekataster (BHK) entwickelt.
Durch Befliegungen und unter Einsatz eines digitalen Höhenmodells werden die Hangneigungsverhältnisse jedes landwirtschaftlichen Betriebs festgestellt, außerdem fließen Kennzahlen zu Klima und Boden, sowie regionalspezifische Indikatoren ein. Je höher die Bewirtschaftungserschwernis, desto höher ist die Gesamtpunkteanzahl. Die theoretisch maximal erreichbare Punktezahl liegt bei 570, wobei die Hangneigung mit der meisten Punkteanzahl in die Berechnung eingeht (max. 280).
... und entgelten
Seine Anwendung findet der BHK seit 2001 in der Bemessung der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete (früher „Bergbauernzuschuss“) und der Förderung der Steilflächenmahd im Rahmen des ÖPUL. Beides sind Maßnahmen, die im Rahmen des Österreichischen Programmes für die Entwicklung des ländlichen Raumes (LE07-13) angeboten und von der EU kofinanziert werden.
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