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Feinstaub (PM10)

© Umweltbundesamt
PM10-Filter unter dem Elektronenmikroskop

Die als Feinstaub (PM10) bezeichnete Staubfraktion enthält 50% der Teilchen mit einem Durchmesser von 10 µm, einen höheren Anteil kleinerer Teilchen und einen niedrigeren Anteil größerer Teilchen. Partikel dieser Größe können über den Kehlkopf hinaus bis tief in die Lunge gelangen. Sie sind daher besonders gesundheitsschädlich. Sie sind maximal so groß wie Zellen und können daher mit freiem Auge nicht gesehen werden. Der gut sichtbare Staub, der bei Baustellen oder durch Streusplitt entsteht, besteht zum Großteil aus Grobstaub. 

Gesundheitliche Auswirkungen

Zahlreiche Studien haben in den letzten Jahren einen Zusammenhang zwischen der Belastung durch Feinstaub und gesundheitlichen Auswirkungen gezeigt.

Diese Auswirkungen reichen von (vorübergehenden) Beeinträchtigungen der Lungenfunktion bis zu zuordenbaren Todesfällen, vor allem aufgrund von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach einer aktuellen Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die Außenluftbelastung zu jenen Umwelteinflüssen, die die größten gesundheitlichen Auswirkungen in westlichen Industrieländern verursachen.

Emissionstrend 1990-2007

Seit 1990 sind die österreichischen PM10-Emissionen um 2,7% auf etwa 43.000 Tonnen (2007) gestiegen.

© Umweltbundesamt
Emissionen PM10

Im Jahr 2007 verursachte die Industrie 38%, der Kleinverbrauch (Feuerungsanlagen) ca. 25%, der Verkehr 20% und die Landwirtschaft 13% der Emissionen. Vom Sektor Energieversorgung wurden ca. 3%, vom Sektor Sonstige 1% der österreichischen PM10-Emissionen verursacht.

Allerdings sind diese Emissionsanteile nicht direkt auf lokale Belastungen in der Außenluft umzulegen. So ist z.B. der Anteil des Verkehrs an der Feinstaubbelastung in Städten viel höher, während die Industrie meist nur lokal einen Einfluss hat.

Belastung durch PM10 in Österreich

© Umweltbundesamt
PM10 in Österreich, 2008

Im Jahr 2008 war die PM10-Belastung niedriger als in den vergangenen Jahren. Dies ist vor allem auf den Witterungsverlauf mit dem sehr milden Winter 2007/08 zurückzuführen.  PM10-Werte über dem Grenzwert traten in Graz, der südlichen Steiermark sowie Wien, Klagenfurt, im Lavanttal, in Linz, Salzburg und Lustenau auf.

Mitverantwortlich dafür sind neben Emissionen in Österreich auch der Schadstofftransport aus den Nachbarländern.

Im Raum Linz liefern industrielle Emissionen einen wesentlichen Beitrag zur hohen PM10-Belastung.

Herkunft von Feinstaub

Staub ist ein komplexes Gemisch aus festen und flüssigen Teilchen. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Größe, Form, Farbe, chemischen Zusammensetzung, physikalischen Eigenschaften und ihrer Herkunft bzw. Entstehung. Grundsätzlich wird zwischen primären und sekundären Partikeln unterschieden. Erstere werden als primäre Emissionen direkt in die Atmosphäre abgegeben, letztere entstehen durch luftchemische Prozesse aus gasförmig emittierten Vorläufersubstanzen (z.B. Ammoniak, Schwefeldioxid, Stickstoffoxide).

Maßnahmen zur Verringerung der PM10 Belastung

Wie zahlreiche Studien gezeigt haben, sind die Hauptverursacher für PM10 der Verkehr, der Hausbrand und die Industrie. Beim Verkehr stammt der Großteil von Diesel-Kfz und der Aufwirbelung von Straßenstaub. Alte, mit Holz oder Kohle betriebene, Einzelöfen sind beim Hausbrand die Hauptverursacher. Bei der Industrie stammt der Gutteil aus der Bauwirtschaft. Für eine signifikante Verringerung der PM10-Belastung müssen daher bei all diesen Verursachern die Emissionen verringert werden.

Das Umweltbundesamt hat für einige Landesregierungen Studien erstellt, um die Ursache der Belastung zu erheben sowie mögliche Maßnahmen zur Verminderung vorzubereiten. Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wird derzeit eine Studie über bundesweite Maßnahmen zur Verringerung der Staubbelastung in Österreich erstellt.

 


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