Treibhausgase

Vermehrt auftretende Wetteranomalien und Extremwetterereignisse werden heute von der überwiegenden Mehrzahl der Wissenschafter auf den laufenden Klimawandel zurückgeführt. Eine treibende Kaft dafür sind vom Menschen verursachte Emissionen von sogenannten Treibhausgasen, die den Energiehaushalt der Atmosphäre durch die Absorption von Infrarot-Strahlung beeinflussen.

Das Kyoto-Protokoll

Durch Ratifizierung und Inkrafttreten des Protokolls, das 1997 auf einer Konferenz der Vereinten Nationen (UNO) im japanischen Kyoto ausgehandelt wurde, werden Teilnehmerländer dazu verpflichtet, ihren Treibhausgas-Ausstoß zu reduzieren. Durch diese Klimaschutzvereinbarung soll die globale Erwärmung der Erdatmosphäre eingedämmt und der Klimawandel weltweit bekämpft werden. Zu den klimawirksamen Luftschadstoffen zählen

  • Kohlendioxid (CO2), das beim Verbrauch fossiler Brennstoffe entsteht,
  • Methan (CH4),
  • Lachgas (N2O) und
  • fluorierte Gase (F-Gase).

Zur Berechnung der Treibhausgasemissionen werden die Emissionswerte in CO2-Äquivalente umgerechnet. Dadurch können die unterschiedlichen Treibhauspotenziale berücksichtigt werden.

Kyoto-Reduktionsziel

Durch das Kyoto-Protokoll wurden erstmals verbindliche Treibhausgas-Reduktionsziele für die Industriestaaten festgelegt. Die Europäische Union verpflichtete sich dazu, ihre Treibhausgasemissionen bis zur Periode 2008-2012 um 8% gegenüber 1990 zu reduzieren.

 

Österreichs Reduktionsverpflichtung innerhalb der europäischen "Glockenlösung" beträgt -13%. Somit dürfen in der Kyoto-Periode von 2008 bis 2012 im Durchschnitt nicht mehr als jährlich 68,8 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente an Treibhausgasen emittiert werden. 

THG-Emissionstrend

© Umweltbundesamt Treibhausgase: Trend and Kyoto-Ziel 2008-2012 Treibhausgase: Trend and Kyoto-Ziel 2008-2012

2010 - dem dritten Jahr der ersten Kyoto-Verpflichtungsperiode - wurden in Österreich 84,6 Mio. Tonnen Treibhausgase (Kohlendioxid-Äquivalente) emittiert. Dies entspricht einem Emissionsanstieg um 8,2% gegenüber dem Kyoto-Basisjahr 1990 und einem Emissionsanstieg um 6,1% gegenüber 2009. 

Unter Berücksichtigung des Emissionshandels, der Projekte aus Joint Implementation und Clean Development Mechanism (JI/CDM) sowie der Bilanz aus Neubewaldung und Entwaldung ergibt sich für 2010 somit eine Abweichung von 6,2 Mio. Tonnen zum österreichischen Kyoto-Ziel.