Aktionsplan Neobiota liegt erstmals für Österreich vor

Einige nicht-heimische Arten ("Neobiota") können ursprüngliche Arten und Lebensräume bedrohen. Der Aktionsplan Neobiota zeigt auf, wie negative Effekte verhindert werden können.

© Umweltbundesamt/Essl Topinambur (Helianthus tuberosus) Topinambur (Helianthus tuberosus)

Der "Österreichische Aktionsplan zu gebietsfremden Arten (Neobiota)" enthält ein Bündel von Maßnahmen, um zukünftige negative Effekte problematischer Neobiota möglichst klein zu halten. Er wurde in Abstimmung mit der Nationalen Biodiversitätskommission erstellt.

© Umweltbundesamt/Deweis Robinie (Robinia pseudoacacia) Robinie (Robinia pseudoacacia)

Der Maßnahmenplan baut maßgeblich auf den Ergebnissen der Grundlagenstudie „Neobiota in Österreich“ auf. In dieser Studie wurde aufgezeigt, dass nur eine relativ kleine Gruppe der Neobiota Probleme verursacht.

 

Allerdings sind unter diesen Arten einige vor allem für den Naturschutz und die Landwirtschaft problematische Arten, wie z.B. Robinie und Riesen-Bärenklau. Zudem nimmt das Thema biologische Invasionen durch Neueinschleppung und weitere Ausbreitung schon vorhandener Arten an Bedeutung zu.

Öffentlichkeitsarbeit

Ein vorrangiger Handlungsbedarf des Aktionsplans Neobiota wird in einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit zur Bewusstseinsbildung und Problemsensibilisierung gesehen. Dies schließt u.a. die fachlich differenzierte Kommunikation des Themas an die politischen Entscheidungsträger bzw. an die Verwaltungsbehörden sowie an die breite Öffentlichkeit ein.

Forschung und Monitoring

© Umweltbundesamt/Essl Lupine (Lupinus polyphyllus) Lupine (Lupinus polyphyllus)

Obwohl die Erforschung von Neobiota in Europa in den letzten Jahren stark zugenommen hat, ist das Wissen noch unvollständig. Vielfach fehlen Untersuchungen zu Ökologie, Verbreitung und Häufigkeit, zum Konkurrenzverhalten und zu Biotopveränderungen. Eine Beurteilung der Auswirkungen von Neobiota auf mitteleuropäische Lebensgemeinschaften und Arten ist daher in vielen Fällen nur eingeschränkt möglich.

 

Daher fordert der Aktionsplan Neobiota u.a. eine vertiefende Erforschung sowie Beobachtung der invasiven und potenziell invasiven Arten.