Moore am Pass Thurn

Die Moore am Paß Thurn liegen im Salzburger Pinzgau. Im Zentrum des Naturschutzinteresses steht die Renaturierung des Wasenmooses.

© Mag. Josef Fischer-Colbrie Moore am Paß Thurn

Gemeinde: Mittersill (Land Salzburg)

Fläche: 190 ha

Seehöhe: 1.160-1.600 m

Jahr der Ramsar-Gebietsausweisung: 2004

 

Die Moore liegen auf den Hügeln nordöstlich des Pass Thurn. Der Moorkomplex umfasst insgesamt 13 Feuchtgebiete. Diese weisen die typische Ausprägung von Mooren der Zentralalpen auf. Die wechselnde Steilheit der Hügel bedingt die unterschiedlichen Ausprägungen der hydrologischen Bedingungen. Auf den oberen Hügeln findet man Flachmoore mit kalkhaltigem Wasser, die in neutrale Übergangsmoore oder sogar in saure Hochmoore übergehen.

Die Moorflächen im Ramsar-Gebiet am Paß Thurn umfassen fast 70 Hektar. Teilweise sind die Moore durch den früheren, seit dem 18. Jahrhundert praktizierten Torfabbau und durch Beweidung beeinträchtigt. 1907 bestand im Gebiet sogar eine Bahn zum Abtransport des Torfes, deren Trasse heute zum Teil noch als Langlaufloipe genutzt wird.

 

Die heutige Vegetation mit Wollgräsern, Fieberklee und Torfmoosen weist an einigen Stellen sogar kleine Horste mit Zwergbirkenbewuchs (Relikt aus der Eiszeit!) auf. Das Traunsteiner Fingerknabenkraut, eine seltene Orchideenart, hat in diesen Mooren einen größeren Standort. Als große Besonderheit des Moores kann das Vorkommen aller drei in Österreich heimischen "Fleisch fressenden Pflanzen" genannt werden: Sonnentau, Fettkraut und Wasserschlauch. 

 

Im Wasenmoos, dem Kernbereich der Moore am Paß Thurn, das von zahlreichen Entwässerungsgräben durchzogen wird, ist seit Oktober 2002 ein umfangreiches Renaturierungsprogramm im Gang. In einer Kooperation zwischen den Bundesforsten, der Universität Wien und dem WWF wurde das Wasenmoos in den Jahren 2003/2004 renaturiert: Die Entwässerungsgräben werden mit Lärchenholzdämmen eingestaut, eriosionsfördernde Torfstich-Kanten werden abgeflacht und die Beweidung eingeschränkt. 

 

Im Zwischengelände des vielfältig gegliederten Schutzgebietes sind kleine Almflächen mit Borstgras, Habichtskräutern, Wacholder und Enzian ebenso anzutreffen wie Hangmoore und Quellfluren mit Sumpfdotterblume und Schachtelhalm.