Geschichte der Region Eisenwurzen

Die Region Eisenwurzen ist von einer mehr als 800-jährigen Nutzungsgeschichte geprägt. Auch heute noch bildet die Region einen Kultur- und Wirtschaftsraum. Waren früher die Erzgewinnung und -verarbeitung der wirtschaftliche Motor, so sind es heute Tourismus und Landwirtschaft.

Die Region Eisenwurzen ist ein Paradebeispiel europäischer Kulturlandschaften, die auf eine Jahrhunderte währende, intensive Landnutzung zurückblicken.

 

Die im 12. Jahrhundert begonnene Eisenerzgewinnung erreichte im

16. Jahrhundert mit 15 % Anteil an der europäischen Eisenproduktion ihren Höhepunkt. Der gesamte Großraum war damals von einer komplexen Interaktion von Montan- und Transportindustrie sowie Land- und Forstwirtschaft geprägt. Ein dichtes System hoch organisierter Dienstleistungen ermöglichte dies trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Großflächige Entwaldungen und hohe Bevölkerungsdichten prägten die Region zu dieser Zeit, während nach dem Niedergang des Bergbaus Verwaldung und Abwanderung die wichtigsten naturräumlichen und sozialen Trends waren.

 

Die ausgeprägten zeitlich-räumlichen Nutzungsgradienten dieser Bergbau-Nachfolgeregion – eingebettet in entsprechende globale Trends – machen sie zu einem interessanten Studienobjekt im europäischen Kontext. Die Region Eisenwurzen deckt auch eine Reihe nationaler Herausforderungen der nachhaltigen Regionalentwicklung gut ab.

Infobox

Literatur

Stieber, Julius (1998): Land der Hämmer. Heimat Eisenwurzen. Residenz-Verlag, Salzburg.

Heintel, Martin & Weixelbaumer, Norbert (1999): Oberösterreichische Eisenwurzen / Eisenstrasse III. Projektbericht, Universität Wien, Wien.

Putzhuber, Hasenauer, Mirtl (2006 in Druck): Multifunctional Land Use. The Eisenwurzen region of the Austrian Alps. Landscape tomorrow, Springer.