Azofarbstoffe in Textilien und Leder
"EurAzos"-Studie: 361 Textil- und Lederprodukte auf Azofarbstoffe untersucht
In einer großangelegten Studie vom CLEEN Netzwerk von Chemikalieninspektoren der Europäischen Union, Schweiz und Norwegen wurden 2007 insgesamt 361 Produkte auf Azofarbstoffe getestet. Die Auswahl fiel auf Textilien und Lederartikel, die direkten und langen Kontakt mit der Haut haben mit dem Fokus auf Billigprodukte aus dem asiatischen Raum. Das Resultat: bei 2,5% der untersuchten Proben wurde eine Überschreitung des Grenzwertes von 30 mg/kg nach der EU-Direktive 76/769/EEC festgestellt.
An der Studie "EurAzos"waren Institutionen aus Österreich, Dänemark, Polen, Niederlande, Belgien, Norwegen, Griechenland, Ungarn und Estland beteiligt. Koordiniert und geleitet wurde sie von Österreich.
Was sind Azofarbstoffe?
Azofarbstoffe bilden zahlenmäßig die größte Gruppe der Farbstoffe. Das charakteristische Strukturmerkmal ist die Azogruppe (–N=N–), die zwei Aromaten-Reste verbindet. Azopigmente werden synthetisch hergestellt und haben intensive, kräftige Farben.
Azofarbstoffe selber sind im allgemeinen nicht gesundheitsgefährlich. Einige können jedoch unter Umständen aromatische Amine freisetzen, die wiederum als krebserzeugend bzw. giftig einzustufen sind. Diese aromatischen Amine können durch Schweiß oder Speichel gelöst werden und in den Körper gelangen.
Erster Untersuchungsschwerpunkt bereits 1997
Bereits 1997 untersuchte das Umweltbundesamt gemeinsam mit den Chemikalieninspektoren der Bundesländer Leder-, Woll-, Textil- und Plüschprodukte auf Azofarbstoffe. Es zeigte sich, dass nur ein sehr geringer Teil der am Markt befindlichen Gebrauchsgegenstände den Grenzwert überschritten, leider aber um ein Vielfaches.
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