Organozinnverbindungen und Polybromierte Diphenylether
Überprüfung der Einhaltung der Umweltqualitätsnormen in Oberflächengewässer
Die chemische Verschmutzung von Oberflächengewässern stellt eine Gefahr für die aquatische Umwelt dar. Toxizität für Wasserlebewesen, Akkumulation von Schadstoffen in den Ökosystemen, Zerstörung von Lebensräumen und die Beeinträchtigung der biologischen Vielfalt sowie ein Risiko für die menschliche Gesundheit können die Folgen sein.
Daher wurden für die in der EU Wasser-Rahmenrichtlinie als prioritär eingestuften Schadstoffe Immissionsgrenzwerte in Form von Umweltqualitätsnormen (UQN) festgelegt. Jeder Mitgliedstaat ist verpflichtet, die Richtlinie bis Juli 2010 in nationales Recht umzusetzen. In Österreich definiert die Qualitätszielverordnung-Chemie-Oberflächengewässer (QZVO-Chemie-OG) Umweltqualitätsnormen für Oberflächengewässer. Diese Verordnung ist infolge der EU-Richtlinie zu novellieren.
Sensitive Analyseverfahren zur Bestimmung von Organozinnverbindungen und polybromierten Diphenylethern entwickelt
Neue in der Prüfstelle des Umweltbundesamt entwickelte chromatographische Analyseverfahren ermöglichen nun die Überprüfung der im Pikogrammbereich liegenden Grenzwerte der Umweltqualitätsnormen für Oberflächengewässer der Stoffgruppen der polybromierten Diphenylether (PBDE) und der Organozinnverbindungen (OZV).
Organozinnverbindungen
Organozinnverbindungen (OZV) sind Industriechemikalien, deren weltweite Produktion in den letzten 50 Jahren stark angestiegen ist. Durch die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten als Stabilisatoren in PVC-Kunststoffen, als Katalysatoren und für biozide Anwendungen, z.B.: als Zusätze von Antifouling-Farben in Schiffanstrichen, Schädlingsbekämpfungsmitteln und Imprägnierungen von Textilien und Bekleidungsartikeln gelangen große Mengen dieser Stoffgruppe in die Umwelt.
Polybromierte Diphenylether
Polybromierte Diphenylether (PBDE) sind bromhaltige organische Chemikalien, die als Flammschutzmittel in vielen Kunststoffen und Textilien eingesetzt wurden. Ihre Anwendung ist mittlerweile in der EU verboten. Viele PBDE-haltige Produkte sind immer noch in Verwendung und können bei nicht sachgerechter Entsorgung auch in Zukunft für den Eintrag dieser Stoffe in die Umwelt verantwortlich sein. Diese Stoffgruppe besteht aus über 200 verschiedenen Einzelverbindungen, die auch als Kongenere bezeichnet werden.
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