Biokraftstoffe als klimaverträgliche Alternative
Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Biokraftstoffe werden aus Klimaschutzgründen sowie zur Erhöhung der Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten eingesetzt. Sie erzeugen – in Abhängigkeit von Technologie, eingesetzten Rohstoffen und der landwirtschaftlichen Praxis – teils deutlich weniger Treibhausgasemissionen als Diesel- oder Ottokraftstoffe. Biokraftstoffe werden aus Biomasse sowohl aus der Land- und Forstwirtschaft als auch aus Reststoffen aus Gewerbe und Haushalten hergestellt.
Der Biomasseanbau – und somit auch der Biokraftstoffeinsatz - kann jedoch auch negative Konsequenzen für die Umwelt haben. Führt der Anbau von Rohstoffen zu einer Gefährdung oder Zerstörung wertvoller Ökosysteme, zu verstärkter Düngung oder dem Einsatz gentechnisch veränderter Organismen, kann die Umweltbilanz negativ ausfallen. Verbindliche und nachprüfbare Kriterien für eine nachhaltige Produktion sind somit unerlässlich.
Besonders Biodiesel ist für den breiten Einsatz im Verkehrssektor aufgrund des hohen Dieseleinsatzes geeignet
Zu den bekanntesten Biokraftstoffen zählt der Biodiesel, ein Fettsäuremethylester (FME), der in Österreich vor allem aus Raps oder Sonnenblumen hergestellt wird. Biodiesel kann in reiner Form angewendet werden, aber auch zu fossilem Diesel beigemischt werden.
Auch für Ottokraftstoffe - dem Benzin - gibt es Stoffe, die beigemengt werden können. Etwa Ethanol, das unter anderem aus Weizen oder Zuckerrüben hergestellt werden kann.
Auch mit Biogas können Fahrzeuge betrieben werden. Entweder wird es auf Erdgasqualität aufbereitet und über das Erdgasnetz verteilt, oder ohne Aufbereitung an autarken Inseltankstellen vertrieben.
EU-Richtlinie empfiehlt den Einsatz von Biokraftstoffen
Die Biokraftstoff-Richtlinie sieht den Einsatz von Biokraftstoffen im Transportsektor vor. Bis 2005 sollen 2% des Energieinhalts der nationalstaatlich verbrauchten Kraftstoffe abgedeckt werden, bis 2010 steigt dieser Anteil auf 5,75%.
In Österreich wurde am 4. November 2004 die Biokraftstoff-Richtlinie im Rahmen der Novelle der Kraftstoffverordnung in nationales Recht umgesetzt. Darin werden jene Stellen, die Treibstoffe in Verkehr bringen (z.B. OMV) dazu verpflichtet, ab 1. Oktober 2005 2,5% der gesamten in Verkehr gebrachten Energiemenge durch Biotreibstoffe zu ersetzen. Ab 2007 erhöht sich der Prozentsatz auf 4,3%, 2008 ist das Richtlinienziel von 5,75% verbindlich zu erreichen.
Verbindliche Ziele für den Einsatz von Biokraftstoffen nach 2010
Ziele für den Einsatz von Biokraftstoffen im Verkehrssektor nach 2010 wurden in der Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energieträger definiert – diese Ziele haben verbindlichen Charakter. Die Mitgliedsstaaten haben lt. RL 2003/28/EG bis 2020 einen Mindestanteil von 10% des Energieeinsatzes im Verkehrssektor durch erneuerbare Energieträger zu substituieren (sektorales Ziel). Zu Zielerreichung können Biokraftstoffe welche gewissen Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen, sowie Strom aus erneuerbaren Quellen herangezogen werden. Die Kriterien welchen Biokraftstoffe genügen müssen, umfassen neben einem Mindestreduktionsziel an Treibhausgasemissionen auch Verbotszonen für den Rohstoffanbau, wie z.B. Regenwälder oder Feuchtwiesen.
Spezielle Biokraftstoffe, wie z.B. Biodiesel aus Altspeisefetten und anderen Reststoffen, werden mit dem Faktor 2 gewichtet, und damit ein Anreiz für besonders umweltfreundliche Bioenergieträger geschaffen. Strom der in Fahrzeugen zum Einsatz kommt wird mit dem Faktor 2,5 gewichtet, aufgrund der höheren Effizienz der Motoren.
Biokraftstoffdaten
Das Umweltbundesamt erstellt jährlich einen Bericht über den Einsatz von Biokraftstoffen in Österreich. Der Bericht für das Jahr 2008 steht zum Download zur Verfügung.
mehr (.pdf, 596KB)
Steuererleichterung dank Biotreibstoffen
Gemeinsam mit der Novelle der Kraftstoffverordnung wurde auch das Mineralölsteuergesetz überarbeitet.
Steuererleichterung durch Biotreibstoffe
Treibstoffe mit einem Biospritanteil von mindestens 4,4% sind danach steuerlich begünstigt. Um allerdings von der Steuererleichterung profitieren zu können, muss der Kraftstoff zusätzlich schwefelfrei (weniger als 10 mg Schwefel pro kg Kraftstoff) sein.
Biodiesel
Der große Vorteil von Biodiesel gegenüber mineralischem Kraftstoff ist, dass er über eine neutrale Treibhausgasbilanz verfügt. Das bei der Verbrennung erzeugte Kohlendioxid bindet die Pflanze zuvor beim Wachsen ...
Biogas
Biogas kann in normalen Erdgasfahrzeugen als Treibstoff eingesetzt werden. Voraussetzung ist jedoch die Aufbereitung auf Erdgasqualität ...
Ethanol
Benzinmotoren könnten mit geringen technischen Anpassungen auch mit Alkohol betrieben werden ...
Infobox
Downloads
Einsatz von Biokraftstoffen und deren Einfluss auf die Treibhausgas-Emissionen in Österreich (.pdf, 675KB)
Biokraftstoffe im Verkehrssektor 2009 (.pdf, 596KB)






















