Das Klima hat nach dieser Definition einen natürlichen, maßgeblichen Einfluss auf (Geo-)Ökosysteme, steuert es doch sämtliche Stoffflüsse im System. Sowohl der Wasserkreislauf als auch die Bodenfunktionen (über pH-Wert, Infiltration/Aszendenz, Verdunstung...) werden vom Strahlungsklima, dem Niederschlag und der Temperatur geregelt. Über den Einfluss auf Boden, Vegetation und lebende Organismen wiederum steuern die Klimafaktoren auch die Stoffkreisläufe von Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N). Somit wird deutlich, dass das Klima die natürlichen Prozesse im Ökosystem steuert - wie die Zersetzung, Fermentierung und den Auf- und Abbau organischer Substanz. Es hat damit ganz wesentlichen Einfluss auf den C- und N-Kreislauf und resultiert in den verschiedenen Vegetationszonen der Erde - wie etwa boreler Nadelwald (Taiga), Tundra, Savanne, Steppe, Wüste usw.
Kompliziertes Wechselspiel
Jedes Ökosystem wirkt auch wieder zurück und hat Einfluss auf die Klimafaktoren. Ein Beispiel: Je größer die Blattflächenindizes einer Vegetationsdecke (m2 Blattfläche/m2 Bodenfläche), desto mehr Wasser kann direkt von der Vegetation wieder verdunsten (Interzeption) und so die Wolken- und damit Niederschlagsbildung vor Ort verstärken. Dieser so genannte kleine Wasserkreislauf ist beispielsweise in tropischen Ökosystemen besonders ausgeprägt.
Klima und Ökosystem sind also in vielen Richtungen rückgekoppelt und miteinander vernetzt. Dieses von Natur aus extrem komplexe System ist zusätzlich mit dem gesamten sozioökonomischen System eng gekoppelt und wird durch die menschliche Zivilisation stark beeinflusst.
Globale Erwärmung mit unterschiedlicher Auswirkung
Der Mensch nimmt nun nicht nur lokal und regional auf das Klima Einfluss, z.B. durch die Abholzung von Wäldern. Er hat vielmehr durch den Ausstoß an Treibhausgasen - maßgeblich Kohlendioxid (CO2) Methan (CH4) und Lachgas (N2O) - das globale Klima weltweit verändert.
Dies spiegelt sich in einer erhöhten mittleren Erdmitteltemperatur (um 0,6-0,7°C in den letzten 100 Jahren) wider, die in den nächsten 100 Jahren laut IPCC um weitere 1,4°C bis 5,8°C steigen wird.
Dabei ist die mittlere Erdtemperatur nur bedingt aussagekräftig. Viel wichtiger ist die lokale und regionale Ausprägung des Klimawandels. So führt eine Erhöhung der Erdmitteltemperatur zu maßgeblichen Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation. Die Erhöhung der Oberflächentemperatur der Ozeane und Kontinente, Änderungen im Wasserkreislauf sowie Modifizierungen der Albedo (über das Abschmelzen von Inlandgletschern, die Verringerung der Schneedecke oder sich ändernde Landnutzungen), was wiederum starke Auswirkungen auf die Niederschlagsmengen sowie Wind- und Temperaturregime in allen Erdgegenden hat. |